- 06.06.2016, 09:03:47
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Präzisere Diagnose und Therapie von Hirntumoren
MedUni Wien aktiv an neuer WHO-Klassifikation von Tumoren des Zentralen Nervensystems beteiligt – Welt-Hirntumortag am 8. Juni
Utl.: MedUni Wien aktiv an neuer WHO-Klassifikation von Tumoren des
Zentralen Nervensystems beteiligt – Welt-Hirntumortag am 8.
Juni =
Wien (OTS) - Durch die neuen Methoden der diagnostischen
Präzisionsmedizin wie DNA-Sequenzierung oder epigenetische Analysen
gelingt es immer besser, Tumoren des zentralen Nervensystems (ZNS)
exakt zu typisieren und zielgerichtet zu behandeln. Das Comprehensive
Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien zählt
international zu den Top-Zentren für die Diagnose und Therapie dieser
Tumoren. Jetzt haben die ForscherInnen des CCC aktiv als Autoren an
der neuesten Ausgabe der Klassifikation von Tumoren des ZNS der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitgewirkt. Das Werk gilt als das
wichtigste Standardwerk zur Systematik der Gehirntumoren und ist nun
im Vorfeld des Welt-Hirntumortags am 8. Juni erschienen.
Das neue Nachschlagewerk umfasst die gesamte Bandbreite von den
kindlichen Hirntumoren bis zu jenen des Erwachsenenalters. Es
beschreibt und klassifiziert die Erkrankungen, macht deutlich,
wodurch sie ausgelöst werden und legt somit die Basis für die
Therapieentscheidung. An der Erstellung der aktuellen Ausgabe der
WHO-Klassifikation von Tumoren des ZNS haben insgesamt 122 Autoren
aus 19 Ländern beigetragen. Österreich war durch zwei Experten des
CCC vertreten: Johannes Hainfellner, interimistischer Leiter des
Klinischen Instituts für Neurologie der MedUni Wien, und Matthias
Preusser, Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien und
des AKH Wien.
Exakte Klassifizierung als Basis für die erfolgreiche Therapie
Die Überarbeitung und Weiterentwicklung der Klassifizierung von
Hirntumoren ist deshalb zeitgemäß und wichtig, weil die frühere
Einteilung der Tumoren bislang rein auf Basis histologischer
Merkmale, ohne adäquate Berücksichtigung neuer, molekularer
Veränderungen erfolgte. Hainfellner: „Durch die Methoden der
diagnostischen Präzisionsmedizin, also der DNA-Sequenzierung und der
epigenetischen Analysen zuzüglich zur Histologie, wurde deutlich,
dass sich die bekannten Tumorarten in immer mehr prognostisch
unterschiedliche Unterarten aufgliedern. Mit den neuen Methoden kann
man das Wesen und die molekularen Auslöser der unterschiedlichen
Erkrankungen exakter feststellen. Das ermöglicht den präzisen Einsatz
verfügbarer Therapien und bessere Prognosen für die betroffenen
PatientInnen.“
Service für ganz Österreich
Diese Einteilung in immer genauer definierte Subgruppen hat zur
Folge, dass es immer mehr Tumor(sub)typen mit immer weniger
Betroffenen gibt: Die einzelnen Tumorarten werden so zu seltenen
Erkrankungen. Preusser: „Mittelfristig hat diese Entwicklung die
Bildung von Zentren wie dem unseren zur Folge; denn um valide
Diagnosen erstellen zu können, müssen aufwendigste
molekularbiologische Testungen durchgeführt werden. Diese benötigen
erfahrenes Fachpersonal mit dem entsprechenden Know-how aber auch
eine Vielzahl an teuren Hightech-Geräten.“
Hainfellner ergänzt: „Die zeitgemäße spitzenmedizinische Diagnostik
der Hirntumore ist sehr stark auf die Expertise der akademischen
Neuropathologie angewiesen. Kleinere Zentren mit geringeren
Fallzahlen und einer normalen Pathologie ohne universitärer
Neuropathologie haben dafür weder die Kapazität noch die nötige
Routine.“ Das CCC der MedUni Wien und des AKH Wien bietet hier als
zentrale Anlaufstelle ein Service für ganz Österreich.
Preusser: „Unser Zentrum hat auf mehreren Ebenen zur aktuellen
Ausgabe beigetragen: direkt als Verfasser, aber auch auf
wissenschaftlicher Ebene durch die klinischen und
grundlagenwissenschaftlichen Vorarbeiten. Hier hat es neben den
Beiträgen zu den Hirntumoren des Erwachsenenalters auch im Bereich
der kindlichen Hirntumoren ganz wesentliche Inputs durch die
hervorragende Kooperation zwischen der Arbeitsgruppe von Irene Slavc
von der Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Thomas Czech von der
Universitätsklinik für Neurochirurgie, Christine Haberler, vom
Klinischen Institut für Neurologie, Walter Berger vom Institut für
Krebsforschung der MedUni Wien und dem St. Anna Kinderspital
gegeben.“
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