„Kulturmontag“: TTIP-Auswirkungen auf Kultur, Parr-Schau im Kunsthaus, Roms Kulturgüter in Gefahr

Außerdem: Dokumentation „BePhilharmonic“ über Jugendprojekt von Wiener Philharmonikern und ORF

Wien (OTS) - Kulturpolitisch höchst aktuell ist der von Martin Traxl präsentierte „Kulturmontag“ am 6. Juni 2016 um 22.30 Uhr in ORF 2, der sich mit den möglichen Auswirkungen des geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommens, TTIP, auf die Kulturbranche in Österreich befasst – dazu erstmals ein Statement des neuen Kulturministers Thomas Drozda sowie live im Studio der Globalisierungsexperte Ulrich Brand. Weitere Themen der Sendung sind die Kunsthaus-Ausstellung des britischen Starfotografen Martin Parr, der darin auch eine exklusive Wien-Serie vorstellt, sowie der Plan der Stadt Rom zur Rettung ihrer vom Verfall bedrohten Kunstgüter mit Hilfe privater Sponsoren.
Anschließend an das von Martin Traxl moderierte Magazin steht die Dokumentation „BePhilharmonic“ (23.15 Uhr) über den kürzlich finalisierten Jugendwettbewerb „BePhilharmonic – Strauß Music Contest 2016“ – eine Initiative der Wiener Philharmoniker in Kooperation mit dem ORF – auf dem Programm. Der Film von Florian Gebauer ist bereits in der „matinee“ am Sonntag, dem 5. Juni, um 10.15 Uhr in ORF 2 zu sehen.

Bedrohungsszenario TTIP: Wie das Freihandelsabkommen Österreichs Kulturleben verändern würde

Rund um das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA haben Vorurteile Hochkonjunktur: Solides Wirtschaftswachstum versprechen sich die Befürworter, Gegner kritisieren die Geheimhaltung und die Aushebelung europäischer Grundsätze. Innerhalb der Kulturbranche gehen die Wogen besonders hoch: Während in Europa das Kulturleben breit subventioniert wird, sind Theater, Opernhäuser, Verlage und Ausstellungshäuser in den USA den Kräften des freien Marktes überlassen. Würde beim Zustandekommen des TTIP-Abkommens jede Steuer und Förderungsmaßnahme, die nationales Kulturschaffen begünstigt, in Widerspruch mit den Liberalisierungsverpflichtungen stehen? Würde Kultur auch in der EU wie eine Ware behandelt werden? Müsste Österreich die Buchpreisbindung aufgeben?
Kultur als Ware zu behandeln, sei der beste Weg, einer Nation ihr Rückgrat, ihren Geist und ihre Identität zu nehmen, urteilt PEN-Präsident Josef Haslinger. Ein Land dürfe sich durch einen Vertrag nicht vorschreiben lassen, wie es seine kulturpolitische Zukunft gestaltet soll – genau das würde aber geschehen, so der Vorwurf vieler Kritiker. Der „Kulturmontag“ hat mit Josef Haslinger, Yvonne Gimpel von der UNESCO und Michael Löwy von der Industriellenvereinigung gesprochen. Erstmals zum Thema Stellung bezieht der neue Kulturministier Thomas Drozda. Live im Studio ist der Globalisierungsexperte Ulrich Brand.

Martin Parr im Kunsthaus – Der Starfotograf dokumentiert auch skurrile Eigenheiten der Wiener

Ab heute präsentiert das Kunsthaus Wien unter dem Titel „A Photographic Journey“ die erste Retrospektive des britischen Fotografen Martin Parr in Österreich. Es ist eine Bilderreise durch vier Jahrzehnte seines Schaffens, bei der einem mitunter das Lachen im Hals stecken bleibt, die zum Schmunzeln ist oder zum Brüllen komisch. Der exzentrische Brite, der als einer der einflussreichsten Fotografen unserer Zeit gilt, zeigt in seinen Fotografien die skurrilen Seiten des ganz normalen Alltags und entlarvt damit die Spezies Mensch mit all ihren abgründigen wie liebenswürdigen Seiten. Als schrecklich schön oder voyeuristisch werden seine Bilder gerne bezeichnet. Der Erfolg gibt Parr Recht. Museen und Galerien auf der ganzen Welt reißen sich darum, seine Fotokunst auszustellen. Ein zusätzliches Schmankerl: Parr hat im Auftrag des Kunsthauses mehrere Tage lang in Wien fotografiert. „Cakes and Balls“ heißt die Wien-Serie, die dabei herausgekommen ist und die es auch als Fotobuch gibt. „Ich mag ja Klischees und Wien dürfte eine der klischeehaftesten Städte überhaupt sein“, sagt Parr über seine Arbeit in der Landeshauptstadt.

Die Rettung der Kulturgüter Roms – Private Sponsoren als Hoffnung

Millionen begeisterter Touristen kommen jährlich nach Rom, um die einzigartigen Monumente der Ewigen Stadt zu bestaunen, die regelmäßig auch begehrte Filmkulisse sind. Doch die Zeugnisse römischer Grandezza drohen zu verfallen. Kein Geld, heißt es in der Stadtregierung, die Kassen sind leer, das kulturelle Erbe ist in Gefahr. Und so hat die mit 12 Milliarden Euro verschuldete Stadt einen Spendenaufruf gestartet. Dieser richtet sich an große Namen wie Fendi, Tod´s und Biagiotti, die bereits als Mäzene auftreten, aber auch an ganz normale Bürger/innen. Nach dem Motto: jeder Euro ist willkommen. Mathilde Schwabeneder berichtet aus Anlass der am kommenden Sonntag bevorstehenden Römer Bürgermeisterwahl über die Rettung der – vielleicht ja doch – ewigen Stadt.

Außerdem: Dokumentation „BePhilharmonic“ (23.15 Uhr)

„BePhilharmonic – Strauß Music Contest 2016“ heißt eine Jugendinitiative der Wiener Philharmoniker in Kooperation mit dem ORF, die Ende Mai ihren gelungene Abschluss feierte. Nach dem Motto „Lass den Strauß in dir raus“ haben sich junge Musiker/innen aus ganz Österreich zwischen 6 und 19 Jahren zu Ensembles formiert und Werke der Strauß-Dynastie neu interpretiert. Regisseur Florian Gebauer begleitete die jungen Talente bei ihren Proben, bei den Coachings mit Mitgliedern der Wiener Philharmoniker und war auch beim großen Finale, dem Auftritt der Gewinner/innen vor dem Sommernachtskonzert in Schönbrunn live dabei.

Der „Kulturmontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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