Gemeinnützige zu Mieten-Studien: GBV-Mietwohnungen sind billiger

Leistbares Wohnen durch 5-Punkte-Maßnahmenpaket sichern

Wien (OTS) - Zwei aktuelle Studien der Arbeiterkammer und der Statistik Austria belegen es Schwarz auf Weiß: in Wohnungen gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV) wohnt es sich im Vergleich zum privaten Mietwohnungsmarkt deutlich günstiger. Mit durchschnittlich 6,1 Euro/m2/Monat (inkl. BK und USt.) liegt die Miete gemeinnütziger Wohnungen um rd. 20% unter dem Niveau von privaten/gewerblichen Vermietern (7,6 Euro/m2/Monat). Noch größer fällt die Miet-Differenz bei der Auswertung der Statistik Austria aus: Hier sind die gemeinnützigen Wohnungen sogar um 23% günstiger. Die GBV-Mieten sind nicht nur billiger, sie sind in den letzten Jahren auch deutlich gedämpfter angestiegen. Laut Auswertung der Arbeiterkammer erhöhten sich die privaten Hauptmieten zwischen 2008 und 2014 um 28%, bei den Gemeinnützigen nur um 17%, also nur wenig über der Inflationsrate. „Mit rd. 600.000 Mietwohnungen und einem Anteil von 40% aller Mietwohnungen sind die Gemeinnützigen ein verlässlicher Dienstleister und bieten rd. 1,4 Mio. Bewohnern ein leistbares Zuhause“, erklärte Karl Wurm, Obmann des Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen aus Anlass der aktuellen Mieten-Studien. Bei den Gemeinnützigen sind unbefristete Mietverträge die Regel. „Bei uns gibt es ein Dauerwohnrecht und kein `Wohnen auf Zeit´ wie im privaten Wohnungssektor, in dem Mietverträge überwiegend befristet abgeschlossen werden“, streicht Wurm hervor.

Wie die AK-Untersuchung auch zutage förderte, ist der Kostenunterschied bei den Neuvermietungen noch größer: Hier liegen die gemeinnützigen Mieten (in Wien) mit in Summe 7,1 Euro/m2 sogar um gut ein Drittel unter jenen der Privaten und auch deutlich unter den Mietniveau kommunaler Wohnungen. GBV-Obmann Wurm: „Führt man sich vor Augen, dass österreichweit ein Viertel aller Neuverträge im gemeinnützigen Wohnungssektor abgeschlossen werden, zeigt sich nicht nur dessen hoher Stellenwert für die Wohnversorgung, sondern auch sein dämpfender Einfluss auf den preiserhöhenden Wiedervermietungseffekt im privaten Wohnungssegment.“

Stark wirksam wird dabei ein GBV-Spezifikum: Nach Rückzahlung aller Kredite durch die GBV kann die Miete nicht - wie bei gewerblichen Vermietern - angehoben werden, sondern bleibt gleich bzw. muss auf die gesetzlich festgelegte „Grundmiete“ von 1,75 Euro/m2/Monat zuzüglich eines Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrages (EVB) abgesenkt werden. Liegt die Miete darunter, bleibt sie nach Ausfinanzierung unverändert. Zu Absenkungen dieser Mieten ist es in den letzten Jahren allerdings kaum gekommen, da sie deutlich unter dem Grenzbetrag lagen: Im Durchschnitt betragen die Mieten in ausfinanzierten Objekten rd. 1,3 Euro/m2/Monat exkl. EVB.

GBV-Obmann Wurm: „Der entschuldete Wohnungsbestand der Gemeinnützigen weist damit konkurrenzlos niedrige Mieten auf. Dieses Mietniveau ist selbst im kommunalen Wohnungssektor unerreicht, und dieser Wohnungsbestand nimmt überdies beständig zu.“ Die Gemeinnützigen sind gesetzlich verpflichtet, die aus den Mieteinnahmen erwirtschafteten Erträge wieder in die Errichtung von günstigen Wohnungen für künftige Bewohner zu investieren.

Während sich bei den privaten Vermietern hohe Kostensteigerungen zeigen, gewährleistet das Regelsystem der Wohnungsgemeinnützigkeit ein dauerhaft niedriges Mietniveau. Dadurch und den in aller Regel unbefristet abgeschlossenen Mietverhältnissen tragen die Gemeinnützigen zur „sozialen Wohnsicherheit“ für ihre Kunden bei.

„Durch die mit Abstand günstigeren Mieten ersparen sich die Bewohner jährlich rd. 1 Mrd. Euro, die sie zusätzlich zahlen müssten, wenn sie bei privaten oder gewerblichen Vermietern wohnen“, erklärt Wurm. „Dieser Mietenbonus ist ein sichtbarer Beweis für die Vorzüge und den gesellschaftlichen Mehrwert des gemeinnützigen Wohnungswesens. Er erhöht die Kaufkraft und trägt zur Wirtschaftsbelebung bei“, so der GBV-Obmann weiter.

Aktuell sehen sich die Gemeinnützigen einer stark steigenden Anzahl an Wohnungssuchenden gegenüber. Die immer länger werdenden Vormerklisten bei den Wohnungsunternehmen zeugen von der zunehmenden Wohnungsknappheit in den Ballungsgebieten. Eine Ankurbelung des Wohnungsneubaus ist daher oberstes Gebot. Für eine Wohnbau-Offensive schlägt GBV-Obmann Wurm ein 5-Punkte-Maßnahmenpaket vor. Neben der raschen und unkomplizierten Umsetzung des Wohnbaupakets mit der Gründung einer Wohnbauinvestitionsbank stehen dabei Konzepte für eine verstärkte Mobilisierung von Grundstücken und auch vereinfachte Widmungs- und Bauverfahren an vorderster Stelle. „Vordringlich für mehr und einfacheres Bauen sind auch Kosteneinsparungen im Bereich der Bauvorschriften. Das geht nur durch eine Entrümpelung der Normen, Richtlinien und Auflagen“, betont Wurm und schlägt dazu die Einrichtung eines Baukostensenkungsbeirates vor, der kostensenkende Vereinfachungsvorschläge bzw. Verbesserungsmöglichkeiten zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit des Bauens erarbeiten sollte.

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Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen
Dr. Alfred Früh
Tel.: (01) 505 58 24 226

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