AK Analyse: Starke Preissteigerungen bei Mieten in Österreich! 1

Mikrozensus-Sonderauswertungen der Statistik Austria: Bruttomieten sind in sechs Jahren überproportional zur Teuerung gestiegen – Befristungen wachsen dramatisch an

Wien (OTS) - Die Bruttomieten, vor allem bei privaten Mietwohnungen, sind in sechs Jahren im Vergleich zur Inflation explodiert. Der reine Hauptmietzins, nicht die Betriebskosten machen die Mieten teurer – die Betriebskosten sind lediglich im Ausmaß der Inflation gestiegen. Und: Die befristeten Mietverträge bei neu vermieteten privaten Mietwohnungen steigen dramatisch an. Das sind die Ergebnisse einer AK Analyse von Sonderauswertungen des Mikrozensus der Statistik Austria von 2008 bis 2014.

In Österreich leben rund 1,55 Millionen Haushalte in Mietwohnungen – das ist nahezu die Hälfte aller Haushalte. Die AK Analyse der Mikrozensussonderauswertungen der Statistik Austria zeigt:

1 Wohnkosten laufen Teuerung und Löhnen davon: Die Bruttomieten (Hauptmietzins plus Betriebskosten plus Umsatzsteuer) im gesamten Vertragsbestand sind zwischen 2008 und 2014 österreichweit um 22 Prozent angestiegen, während die Teuerung zwölf Prozent betrug. Die Löhne stiegen im Vergleichszeitraum um 13 Prozent.

2 Hauptmietzins treibt Mieten an: Die Erhöhung der Bruttomieten wird vom Hauptmietzins getrieben, nicht von den Betriebskosten. Die Betriebskosten sind zwischen 2008 und 2014 um 13 Prozent gestiegen und damit im Rahmen der allgemeinen Teuerung. Die Hauptmietzinse im Bestand, also die Vermietereinnahmen, legten hingegen um 25 Prozent zu. Hauptpreistreiber ist das private Segment: Dort war ein Anstieg von 33 Prozent zu verzeichnen – das Zweieinhalbfache relativ zur Lohn- und Inflationsentwicklung.

3 Immer öfter Wohnen „auf Zeit“: Befristete Mietverträge nehmen rasant zu und werden vor allem im privaten Altmietbau abgeschlossen. Gemeinden und Gemeinnützige vermieten in der Regel unbefristet. Im privaten Segment wurden zuletzt 67 von 100 neuen Mietverträgen lediglich befristet vergeben. Österreichweit bewohnen bereits mehr als 254.000 Haushalte ihre private Mietwohnung lediglich auf Zeit. Ihr Wohn- und Lebensumfeld ist daher nicht so sicher, wie es sein sollte. Ferner sind sie durch die Befristung in einer besonders schlechten Position, um ihre Mieterrechte auch tatsächlich in Anspruch nehmen zu können.

(Forts.)

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Wien
Doris Strecker
(+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001