Industrie zu Katzian: Standort braucht zeitgemäße Lösungen

IV-GS Neumayer: Brauchen sachliche Diskussion über Standort – Partnerschaft auf Betriebsebene stärken

Wien (OTS) - „Österreich leidet an einer chronischen Investitions-und Wachstumsschwäche. Erst gestern haben die aktuellen Arbeitsmarktdaten einen weiteren Anstieg der Rekordarbeitslosigkeit gezeigt. Das ist die direkte Folge der Reformversäumnisse und des Stillstandes der vergangenen Jahre und für diesen Kurs sind auch die Sozialpartner, deren Vertreter im Nationalrat wie in den Regierungsparteien repräsentiert sind, in diesem Land mitverantwortlich“, so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer anlässlich der heutigen Aussagen des GPA-Vorsitzenden Wolfgang Katzian zur aktuellen Diskussion über die Sozialpartner. Die IV habe betont, dass es an der Sozialpartnerschaft selbst liege, ob sie in Zukunft eine positive Rolle für Österreich spiele, „indem sie in den kommenden Wochen beweist, dass sie in der Lage ist, die notwendigen Veränderungen insbesondere bei Bürokratiebelastung, bei Arbeitszeit, Föderalismus oder im Gesundheitsverwaltungssystem im Sinne der Zukunftsfähigkeit Österreichs mitzutragen statt zu blockieren. „Wir brauchen eine sachlich geführte Debatte, in der auch die Arbeitnehmervertretungen Kritik- und Modernisierungsfähigkeit an den Tag legen müssen. Statt über persönliche Befindlichkeiten zu lamentieren, sollten alle Entscheidungsträger im Land darüber nachdenken, wie wir die Strukturen zukunftsfähig machen und Lösungen für die Krise auf dem Arbeitsmarkt umsetzen“, so Neumayer. „Völlig skurril“ seien hingegen Katzians Aussagen, wonach IV-Präsident Kapsch gemeint haben soll, die „Sozialpartnerschaft gehört auf den Misthaufen der Geschichte“. Unterstellungen dieser Art „richten sich selbst, zeigen aber offensichtlich die Nervosität und fehlende Kritikfähigkeit führender Arbeitnehmer-Funktionäre“. Für die Industrie sei „das Miteinander von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zum Wohle der Menschen eine wesentliche Säule“ in der österreichischen Politik – „und dies ist ein Originalzitat aus dem KURIER vom vergangenen Montag“, so der IV-Generalsekretär.

Partnerschaft auf Betriebsebene stärken – zeitgemäße und individuelle Lösungen für Unternehmen und Beschäftigte ermöglichen

„Von einer ständig steigenden Arbeitslosigkeit hat auch eine Arbeitnehmervertretung nichts. Mit Antworten aus den 1970er Jahren als es noch Viertelanschlüsse gab, wie etwa Arbeitszeitverkürzung, werden die aktuellen Herausforderungen – die voranschreitende Digitalisierung und Internationalisierung – nicht zu lösen sein. Die politischen Strukturen, ihre Akteure und veralteten (Abtausch)rituale müssen sich an die Erfordernisse und Lebensrealität der Menschen anpassen, andernfalls werden wir den Anschluss verpassen“, so Neumayer. Österreich zähle zu den Ländern mit der höchsten Steuer-und Abgabenquote für Unternehmen in Europa, zudem seien die Arbeitskosten in den vergangenen Jahren weit überdurchschnittlich angestiegen. Gerade hier müsste endlich gegengesteuert werden. „Wer Zustände wie in Frankreich herbeiruft, sollte auch erwähnen, dass nicht zuletzt die Verkürzung der Arbeitszeit dazu geführt hat, dass Frankreich heute mit einer Rekordarbeitslosigkeit von etwa 3,5 Millionen arbeitssuchenden Menschen konfrontiert ist“, so der IV-Generalsekretär. „Wenn Arbeitnehmervertretungen die gut funktionierende Sozialpartnerschaft auf Betriebsebene betonen, dann wäre der nächste logische Schritt, dass die Entscheidungskompetenzen auf Betriebsebene gestärkt werden. Unternehmen sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen heute passgenaue Lösungen, die nicht über alle Branchen und Regionen ohne Rücksichtnahme auf aktuelle Entwicklungen und Bedürfnisse zentral verordnet werden können. Die Industrie bekennt sich zu einem gut ausgebauten Sozialstaat und einem fairen Miteinander zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Wir müssen aber die Zukunftsfähigkeit und Finanzierbarkeit für die nächste Generation im Auge behalten“, so Neumayer abschließend.

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