Gesellschaftlich relevante Forschung

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft zieht Bilanz über 2015

Wien (OTS) - "Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft mit ihren Instituten und Clustern leistet gesellschaftlich relevante Forschung. 2015 haben wir gezielt drei neue große Forschungsthemen gestartet: Seltene Krankheiten und innovative Krebsdiagnostik mit zwei neuen Instituten sowie psychische Erkrankungen mit dem Crowdsourcing Projekt 'Reden Sie mit!'. Dazu kommen viele Forschungsergebnisse und erfolgreich abgeschlossene Forschungsprojekte aus den Instituten und Clustern", so das Fazit von Josef Pröll, Präsident der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, anlässlich der Präsentation des Jahresberichts 2015 am 1. Juni.

Die zwei neuen Institute, das Ludwig Boltzmann Institut Rare and Undiagnosed Diseases und das Ludwig Boltzmann Institut Applied Diagnostics, können jetzt sieben Jahre forschen, und das mit einem Jahresbudget von mehr als einer Mio. Euro je Institut. Sie arbeiten mit internationalen Partnern aus Wissenschaft und Industrie zusammen. Das LBI Rare and Undiagnosed Diseases wird sich mit der Entschlüsselung von seltenen Erkrankungen der Blutbildung, des Immunsystems und des Nervensystems beschäftigen und Grundlagen für personalisierte Therapieansätze liefern. Das LBI Applied Diagnostics wird an einer innovativen und verbesserten Krebsdiagnostik arbeiten und Konzepte aus Nuklearmedizin und Molekularpathologie in klinischen Studien umsetzen.

"Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft zeichnet aus, dass wir wesentliche Forschungsthemen anstoßen und sie mit einer großen Intensität verfolgen. Unsere Spitzenforschung kommt in der Gesellschaft an, sei es im Bereich der Gesundheitswissenschaften oder der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Dazu gehören – neben der Finanzierung – auch die Strukturen und interdisziplinäre Partnerschaften mit Wissenschaft und Wirtschaft. Wesentlich sind eine Kultur der Offenheit und das Entwickeln und Implementieren neuer Methoden. Zu diesem Zweck haben wir vor zwei Jahren die Initiative Open Innovation in Science gestartet", so Claudia Lingner, Geschäftsführerin der Ludwig Boltzmann Gesellschaft.

Das Crowdsourcing Projekt "Reden Sie mit!" zum Thema psychische Erkrankungen war 2015 das Highlight der Initiative. Allein in Österreich gibt es (ohne die Dunkelziffer) 900.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen, und gerade hier ist die Beteiligung von Betroffenen entscheidend. "Reden Sie mit!" wurde im April 2015 abgeschlossen, innerhalb von elf Wochen wurden 400 verwertbare Beiträge eingereicht, die in der Analyse 700 relevante Textstellen ergaben. Es war das europaweit erste Crowdsourcing Projekt zur Entwicklung von Forschungsfragen. Mit dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gibt es bereits eine Vereinbarung, wie die Ergebnisse des Crowdsourcing Prozesses in ein neues Forschungsprogramm fließen werden.

"Open Innovation ist auch für die österreichische Bundesregierung eine wichtige Methode, wie man Lösungsansätze für die aktuellen Herausforderungen finden kann. Eine Strategie wird bald vorliegen. Open Innovation in Science bedeutet, dass Innovationsprozesse geöffnet werden, um deren Relevanz für die Gesellschaft zu verbessern. Das passiert, indem man etwa das Wissen und die Erfahrungen der sogenannten Crowd verwertet und neue Forschungsfragen definiert. Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft ist beim Thema Open Innovation in Science Vorreiterin in Europa", so Josef Pröll.

Das Gesamtbudget 2015 der Ludwig Boltzmann Gesellschaft betrug 25,5 Mio. Euro. In 18 Instituten und Clustern, die sich mit Forschungsthemen aus den Gesundheitswissenschaften und Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften befassen, waren rund 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. 2015 veröffentlicht die Ludwig Boltzmann Gesellschaft mit dem Jahresbericht wieder einen relevanten Auszug aus der Wissensbilanz.

Download Jahresbericht
www.lbg.ac.at/Jahresbericht2015 (13 MB)

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7689

Rückfragen & Kontakt:

Emilie Brandl
Öffentlichkeitsarbeit
Ludwig Boltzmann Gesellschaft
Tel. 01 513 27 50-28
emilie.brandl@lbg.ac.at
www.lbg.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | LBG0001