„Land der Griller“ am 1. Juni: Spannende Lebensgeschichten und zutiefst österreichische Emotionen am Grillplatz

TV-Premiere für neue Doku von Ed Moschitz – um 21.10 Uhr in ORF eins

Wien (OTS) - Wenn mit den steigenden Temperaturen die Massen, ausgestattet mit Grillkohle und Fleisch, wieder auf die Donauinsel kommen, wird das Ufer zum Umschlagplatz von Wiener Lebensgeschichten und Emotionen. Regisseur Ed Moschitz ergründet in der neuen ORF-TV-Kulturdokumentation „Land der Griller“ am Mittwoch, dem 1. Juni 2016, um 21.10 Uhr in ORF eins die manchmal ziemlich heißen Gefühle, die dabei zutage treten. Die Geschichten der Menschen könnten unterschiedlicher nicht sein, doch eine Leidenschaft verbindet alle: das Grillen in freier Natur. Unübersehbar hat auch hier der Verteilungskampf um Ressourcen an Intensität zugenommen. Auf dem Grillplatz geht es nur um mobile WC-Anlagen oder einen besseren Platz am Donauufer, doch reale Ängste vor Verlust des Arbeitsplatzes und des sozialen Status sind allgegenwärtig, bei Neu- wie auch Altösterreichern.

Ed Moschitz: „Ein bunter Film mit Geschichten über Hoffnungen, Ängste und Sorgen“

Die Idee, einen Film zum Thema zu machen, reifte in Ed Moschitz schon vor Jahren: „Ich bin mit meinen Kindern einmal auf der Donauinsel spazieren gegangen und hab nur so gestaunt, wie dort gegrillt und gefeiert wird. An jeder Ecke Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe und Lebensgeschichten. Ich war total interessiert an den Geschichten dahinter“, erinnert sich der gebürtige Steirer. „Ich glaube es ist mir gelungen vieles über diese Menschen, rund ums Grillen, zu erzählen. Es sind dies Geschichten über ihre Hoffnungen, Ängste und Sorgen“.
Auffällig sei, dass die Menschen – egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund – teilweise ums tägliche Überleben kämpfen. „Viele sorgen sich um ihren Arbeitsplatz und haben allgemein Angst um ihre Zukunft. Das zeigt sich auch an einzelnen Konflikten die dort zwischen den Kulturen ausgetragen werden. Bei ihren Streitigkeiten geht es meist um Verteilungsgerechtigkeit“, sagt der Filmemacher. „Viele Altösterreicher sind es den Zuwanderern neidig, dass ihnen zahlreiche Toiletteanlagen in der Grillzone aufgestellt wurden, während sie selbst in der Nacktbadezone weite Strecken zum nächstgelegenen WC zurücklegen müssen. Manchmal geht es aber auch nur um den besten Platz am Donauufer, wenn die einen baden wollen, die anderen lieber grillen oder die Fischer einfach nur Ruhe brauchen, um ihrem Hobby nachzugehen. Insgesamt ist ‚Land der Griller‘ ein sehr bunter Film geworden.“

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An Tagen wie diesen ist Alfred Richter verärgert, denn in seinem Wien ist angeblich nichts mehr so wie es früher, ohne „Serben“ und „Türken“, einmal war. Der „Hausmeister“, wie ihn seine Nudisten-Freunde nennen, ist froh, dass die Religionen vielen Neuösterreichern das Nacktbaden verbieten. Er und seinesgleichen sind lieber unter sich. Was die beiden Lager trennt, ist Gerechtigkeit. So fordern seine Freunde von der Stadt seit Langem ein mobiles Plastik-Klo, doch niemand hat sie bisher erhört. Stattdessen beobachtet man, dass die Dichte solcher WCs in den mehrheitlich von Zuwanderern bevölkerten Grillzonen stetig zunimmt.
Busfahrer Dragan Möstl ist in Serbien geboren und in Wien aufgewachsen. Weil er und seine Frau am gleichen Tag Geburtstag haben, feiern sie jedes Jahr eine temperamentvolle Serben-Party. Daher wird Dragan auch diesmal, so wie seine Vorfahren, ein Spanferkel grillen. Weil er wegen des Grillfeuers und der Sonne viel getrunken hat, muss ihn sein Schwager, samt Spanferkel im Kofferraum, zur Party nach Hernals bringen. Zwei Tage braucht der Busfahrer nach solchen Festen stets, um wieder fit für seinen Job zu sein. Ausgelassenes Treiben sorgt bei den Anglern für einigen Unmut. In den Bäuchen der Fische haben sie schon Hühnerknochen und Schweinsripperl gefunden: „Wir wissen ja eh, wo die herkommen“, erzählt einer:
„Schweine und Hühner leben bekanntlich nicht im Wasser.“
Seit Muhamed Salihovic geschieden ist, kommt er nur mehr mit Hund „Amor“ zur Donauinsel. Jedoch nicht ohne an die Disziplin seines Zwergpinschers zu appellieren. Fällt einmal ein Fleischstück vom Grill, darf sein Liebling erst zubeißen, wenn sein Herrl ihm das erlaubt. Dabei ist die Strenge, die seinem Amor zu Teil wird, stets gut gemeint. Seinen Kindern kann er diese Aufmerksamkeit nicht mehr widmen. Weil er seit der Scheidung „nur zahlen darf“, die Exfrau jedoch „die Kinder hat“, fühlt er sich diskriminiert. So hat der gebürtige Bosnier sich „Gleichberechtigung“ nicht vorgestellt. Halil Sariyan kommt mit der gesamten türkischen Familie zum Grillen. Sie gehören den Aleviten an, fühlen und denken aber wie viele Österreicher/innen. Wenn es etwa um den guten Geschmack geht oder darum, wer hier die bessere Politik gegen Massenzuwanderung macht. Mit ihrem Herkunftsland, der Türkei, verbindet sie nur mehr wenig. Nicht etwa weil sie von dort geflüchtet wären, vielmehr weil Österreich ihre neue Heimat ist. Vielleicht ist man sogar ein wenig „österreichischer“ als so mancher, der hier geboren ist.

„Land der Griller“ ist eine Produktion des ORF, hergestellt von Felix Breisach Medienwerkstatt.

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