„Kulturmontag“: Josef Hader als Stefan Zweig, Kulturvermittlung an Flüchtlinge im Danzer-Haus, 15. Architektur-Biennale

Außerdem: Dokumentation „Der spanische Meister – Das schmutzige Geschäft mit gefälschten Antiken“

Wien (OTS) - Clarissa Stadler bittet am 30. Mai 2016 um 22.30 Uhr in ORF 2 zu einem abwechslungsreichen „Kulturmontag“, der sich u. a. mit dem jüngsten Kinofilm von Publikumsliebling Josef Hader in der Rolle des österreichischen Dramatikers Stefan Zweig befasst. Weitere Themen sind das soziale Engagement des Wiener Georg-Danzer-Hauses, das Kulturarbeit als Therapiechance für jugendliche Flüchtlinge versteht, ebenso wie die morgen startende 15. Architektur-Biennale in Venedig. Im Anschluss an das Magazin steht die Dokumentation „Der spanische Meister – Das schmutzige Geschäft mit gefälschten Antiken“ (23.25 Uhr) auf dem Programm.

„Vor der Morgenröte“: Josef Hader als Stefan Zweig in Maria Schraders neuem Kinofilm

In einer ungewöhnlichen Rolle ist Kabarettist, Schauspieler und Neoregisseur Josef Hader ab 2. Juni in den heimischen Kinos zu sehen:
als Schriftsteller Stefan Zweig im neuen Film von Maria Schrader. Die Filmbiografie „Vor der Morgenröte“ ist die zweite Regiearbeit der deutschen Schauspielerin und schildert die letzten Monate im Leben des jüdischen Dramatikers, bevor dieser in seinem Exil-Land Brasilien 1942 Selbstmord verübt hat. Angesichts der Flüchtlingskrise in Europa ist dieser literaturgeschichtlich-biografische Stoff aktueller und brisanter denn je: Der Film erzählt die Geschichte eines Flüchtlings, der seine alte Heimat verloren hat und an der Suche nach einer neuen scheitert. Der „Kulturmontag“ hat Josef Hader und Maria Schrader zum Interview getroffen und zeigt erste Ausschnitte aus der Produktion.

Kultur als Therapie für traumatisierte Flüchtlinge im Georg-Danzer-Haus in Wien

Der 16-jährige Syrer Mohammed Alibrahim ist im Februar 2015 nach Österreich gekommen. Sein größter Wunsch ist es, Schauspieler zu werden. Was zunächst illusorisch erscheint, könnte in Erfüllung gehen: Mohammed hatte schließlich das Glück, in eine Einrichtung zu kommen, die geflüchteten Jugendlichen die Chance vermittelt, sich mit Kultur auseinanderzusetzen. Im Georg-Danzer-Haus in Wien Sievering wohnen derzeit zehn Jugendliche, von denen jeder an Schauspielprojekten teilnehmen oder für Lichtkünstler Olafur Eliasson „Green Lights“ basteln kann. Die Jugendlichen seien nicht automatisch wie schwer traumatisierte Menschen zu behandeln, so die Überzeugung von Marianne Engelmann. Die Österreicherin hat gemeinsam mit Kemal Köse den Verein „Fluchtweg“ gegründet, der mittlerweile vier Häuser für jugendliche Schutzsuchende betreibt – und Kultur wird dort großgeschrieben. Die Sendung geht der Frage nach, welche integrative und therapeutische Funktion der Umgang mit Kultur haben kann.

15. Architektur-Biennale in Venedig – Neue Architektur als Antwort auf drängende politische Fragen

Welche Konsequenzen haben massive gesellschaftliche, politische und ökologische Entwicklungen wie Erderwärmung, Flüchtingsströme oder Überbevölkerung auf die Architektur? Diese Frage stellt sich die diesjährige Architektur-Biennale von Venedig unter ihrem chilenischen Kurator Alejandro Aravena. Der österreichische Beitrag passt perfekt zur Aufgabenstellung: Kommissärin und Architektin Elke Delugan-Meissl stellt die Flüchtlingsfrage ins Zentrum der von ihr konzipierten Schau im Österreich-Pavillon. Diese versucht zu klären, welche Kriterien architektonisch erfüllt sein müssen, um in den Heimen trotz der hohen Flüchtlingszahlen eine menschenwürdige Unterbringung und die nötige Privatsphäre gewährleisten zu können. Der „Kulturmontag“ berichtet ausführlich über die auf der Biennale vorgeschlagenen neuen Wege und Lösungen einer gesellschafts- und problembewussten Architektur.

Außerdem: Dokumentation „Der spanische Meister – Das schmutzige Geschäft mit gefälschten Antiken“ (23.25 Uhr)

Ein begabter Betrüger soll seit Jahren gefälschte Antiken in den Kunstmarkt einschleusen. Wer ist dieser Unbekannte, den die Fachwelt den „Spanischen Meister“ nennt? Die Kulturdokumentation der Filmemacherin Sönje Storm folgt dem Archäologen Stefan Lehmann, der den Spuren des Fälschers folgt. Rund 40 seiner mutmaßlichen Werke hat er bisher entdeckt – im Handel, in Sammlungen, sogar in Museen. Nur die Spitze des Eisbergs, glaubt er. Niemand weiß, wer der Superfälscher ist oder wo er ist, man vermutet seine Werkstatt in Südeuropa, Italien oder Spanien. Eigentlich ist der Kunsthandel verschwiegen. Aber Christoph Leon, Antikenhändler aus Basel, hat sich entschlossen, etwas Ungewöhnliches zu tun. Er arbeitet mit Lehmann zusammen und spricht offen: Zurzeit ist Hochblüte für Fälschungen, sagt er. Der Film folgt der Spur des spanischen Meisters und führt das Publikum in die sonst so verschlossene Welt des Antikenhandels.

Der „Kulturmontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

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