„matinee“-Doppel: Porträts über Callas und Ravel zu Fronleichnam, Gartenkunst Marke Jencks und „Zauberflöte“-Doku am Sonntag

Außerdem am Sonntag: „Die Kulturwoche“, „Ausflug ins Gestern: Kirtag in Mauer“

Wien (OTS) - Zwei gehaltvolle Kulturvormittage präsentiert die „matinee“ zu Fronleichnam, am Donnerstag, dem 26. Mai, sowie am Sonntag, dem 29. Mai, jeweils ab 9.05 Uhr in ORF 2:
Am Feiertag macht das Porträt „Maria Callas – Leben und Sterben für die Kunst“ (9.05 Uhr) den Auftakt, gefolgt von der Doku „Leidenschaft Bolero, Maurice Ravel“ (10.00 Uhr), die auf das abendliche „Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker“ (live-zeitversetzt um 21.05 Uhr in ORF 2 bzw. um 21.45 Uhr in 3sat) einstimmt, das ausschließlich Werke französischer Komponisten – u. a. Ravel – präsentiert. Die „matinee“ am Sonntag, durch die Martin Traxl führt, zeigt zunächst die Dokumentation „Neue Gartenkunst – Im Kosmos von Charles Jencks“ (9.05 Uhr) über ein außergewöhnliches Gartenprojekt des US-Architekten an der schottischen Westküste. Danach spürt der Film „Die Zauberflöte – Mozarts Vermächtnis“ (9.30 Uhr) den Mythen und Legenden über die berühmte Oper nach und beantwortet die Frage, warum diese bis heute nichts von ihrer Magie eingebüßt hat. Den Vormittag beschließen eine neue Ausgabe von „Die Kulturwoche“ (10.25 Uhr) mit aktuellen Kulturberichten und -tipps sowie ein kurzer „Ausflug ins Gestern: Kirtag in Mauer“ (10.50 Uhr) – eine Zeitreise zurück in die sechziger Jahre.

Donnerstag, 26. Mai:

„Maria Callas – Leben und Sterben für die Kunst“ (9.05 Uhr)

Die Dokumentation von Steve Cole dreht sich nicht nur um eine der legendärsten Inszenierungen von Puccinis „Tosca“, sondern auch um eine der legendärsten Darstellerinnen der Titelrolle: Maria Callas als Floria Tosca war in Franco Zeffirellis Inszenierung von 1964 am Royal Opera House Covent Garden in ihrer Dramatik kaum zu überbieten und ist seither nicht nur Opernfreunden ein Begriff. Der Film beleuchtet die Callas als Darstellerin und widmet sich vor allem den tragischen Momenten am Ende ihrer gloriosen Karriere. Zwischen Callas' realem Leben und der Gestaltung ihrer Bühnenfigur der Floria Tosca existierte eine seltsame Verbindung. „Ich habe für die Kunst gelebt, aber auch für die Liebe“, singt Tosca in ihrer großen Arie „Vissi d'arte“. Wer diese Worte von der Callas gesungen hörte, konnte an deren Wahrhaftigkeit nicht mehr zweifeln.
In der Dokumentation kommen künstlerische Zeugen wie Plácido Domingo, Dame Judi Dench, Franco Zeffirelli, Dirigent Antonio Pappano und die später in der gleichen Produktion auftretende Sopranistin Grace Bumbry zu Wort, ebenso wie Alan Sievewright – ein neben Zeffirelli weiterer persönlicher Freund der Callas, der Einblicke in ihr Leben und in ihr Leiden mit Aristoteles Onassis gibt.

„Leidenschaft Bolero, Maurice Ravel“ (10.00 Uhr)

Der Boléro gilt als eines der bekanntesten und am häufigsten interpretierten Werke der Orchesterliteratur und ist dennoch bis heute umstritten. Regisseur Michel Follin beleuchtet in seinem Dokumentarfilm Ravels Leben und versucht dem Mysterium Boléro auf den Grund zu gehen.
Ein kurzfristiger Auftrag der russischen Tänzerin Ida Rubinstein lieferte den Anstoß für die Komposition: Sie bat ihren guten Freund Maurice Ravel, für sie ein spanisches Ballett zu schreiben. Ravel, der für gewöhnlich an seinen Kompositionen lange feilte, war gezwungen, in kurzer Zeit ein tanzbares Opus zu liefern. Er schuf ein musikalisch simples Werk ohne Anspruch auf Virtuosität. Die Basis der Komposition bildet ein rhythmisches Ostinato, das sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk zieht. Darüber erheben sich zwei ständig wiederkehrende Themen, die weder variiert noch entwickelt werden. Die Besonderheit ergibt sich durch das Klangfarbenspiel, resultierend aus der wechselnden Instrumentierung. Einen Spannungsbogen über das etwas mehr als eine Viertelstunde dauernde Stück Musik bewirkt ein langes progressives Crescendo.
Viele zeitgenössische Komponisten verachteten den Boléro. Ravel selbst hielt ihn für eine Provokation und war vom großen Erfolg seiner Komposition äußert verblüfft. Auf die Frage nach seinem Meisterwerk antwortete er lediglich „Der Boléro natürlich. Schade nur, dass er überhaupt keine Musik enthält.“

Sonntag, 29. Mai:

„Neue Gartenkunst – Im Kosmos von Charles Jencks“ (9.05 Uhr)

In seinem schottischen „Garden of Cosmic Speculation“ hat US-Architekt und Architekturtheoretiker Charles Jencks riesige Grashügel und wundervolle Teichlandschaften geschaffen. Dazu Terrassen, Treppen und Kunstwerke, die das Leben feiern und die Geheimnisse unserer Existenz zum Thema machen. Es ist sicher das erste Mal, dass es in einem Garten in solcher Deutlichkeit um Neutronen, Soliton-Wellen, Schwarze Löcher oder die Chaostheorie geht. Jencks ist von den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft fasziniert. Doch ihn stören deren Bilder und Sprache. Darum bietet er seinen Garten als einen Ort an, an dem der Betrachter sich auf sinnliche und ästhetische Weise mit dem Kosmos und seinen Geheimnissen auseinandersetzen kann. Dabei geht Jencks, der es in England, dem „Mutterland des Gartenenthusiasmus“, schon zum „Gärtner des Jahres“ gebracht hat, durchaus spielerisch an die tiefgründige Materie heran, wie die Dokumentation von Christoph Schuch zeigt.

„Die Zauberflöte – Mozarts Vermächtnis“ (9.30 Uhr)

Schon nach ihrer Premiere 1791 war die Zauberflöte eine der erfolgreichsten Opern ihrer Zeit. Dank ihrer vielen kulturhistorischen Anspielungen ist jedoch keine andere Oper so rätselhaft wie sie: Mozart und sein Librettist Schikaneder haben darin Symbole der Freimaurer und der Ägypter ebenso verarbeitet wie die Ideale der französischen Revolution, der Aufklärung und des Humanismus. Manche Historiker vermuten in der „Zauberflöte“ eine verborgene freimaurerische Geheimbotschaft, andere wollen in ihr nur das künstlerische Vermächtnis des genialen Komponisten sehen. Die Entstehung der „Zauberflöte“ hat durchaus etwas Geheimnisumwittertes an sich und selbst die abenteuerliche Odyssee der originalen Handschrift ist nicht frei davon. Um sie wurde gewürfelt, sie wurde gegen Orden eingetauscht und im Zweiten Weltkrieg aus dem brennenden Berlin evakuiert. Als Beutekunst gelangte sie nach dem Krieg in polnischen Besitz, bis Polens Premier Edward Gierek die Originalpartitur während eines Staatsbesuchs Erich Honecker übergab. In ihrem Film gehen Axel Brüggemann und Axel Fuhrmann der spannenden Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der „Zauberflöte“ auf den Grund. Gemeinsam mit dem Ägyptologen Jan Assmann, der Schikaneder-Biografin Eva Gesine Baur, dem Musikforscher Manfred Konrad und anderen Experten haben sie in Archiven und an Originalschauplätzen in Wien, Salzburg, Weimar und Berlin recherchiert und dabei erstaunliche Ergebnisse zutage gefördert.

Die Sendungen der „matinee“ sind großteils nach der TV-Ausstrahlung auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream angeboten.

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