Walser: Nationaler Bildungsbericht muss Basis für Bildungsreform sein

Grüne: Selektion ist Hauptproblem des Bildungssystems

Wien (OTS) - „Ich setze nun sehr darauf, dass die neue Bildungsministerin Sonja Hammerschmid ihr Versprechen einlöst, die Bildungsreform auf Basis von Fakten und Zahlen umsetzen zu wollen“, kommentiert Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, die heute präsentierten Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des Nationalen Bildungsberichts 2015: „Im Grunde wissen wir allerdings schon lange, was im österreichischen Bildungssystem zu ändern ist.“

Der Bericht bestätigt einmal mehr, dass Selektion eines der Hauptprobleme unseres Bildungssystems ist: „Wir müssen in der Schule weg von der Defizitorientierung und stärker auf Förderung setzen. Ein System, das hauptsächlich auf das Aussortieren von Kindern ausgerichtet ist, hemmt Lernbegeisterung und Neugier.“ Walser verweist in diesem Zusammenhang auf das im Bildungsbericht technisch als „Nichtausschöpfung des Begabtenreservoirs“ bezeichnete Faktum:
„So rauben wir Kindern ihre Zukunft bereits zu Beginn ihrer Bildungskarriere, da wir ihnen nur wenig Chancen zur angemessenen und möglichen Entwicklung ihrer Begabungen geben. Das ist letztlich eine Form der strukturellen Gewalt, die betroffen macht und nicht zu akzeptieren ist.“

Auch den mehr als deutlichen Hinweis, dass die Schulverwaltung in eine Hand, nämlich zum Bund wandern muss, sollten endlich jene hören, die weiter eine teure und ineffiziente Zersplitterung der Verwaltungskompetenzen fordern. „Der Rechnungshof kritisiert das, viele ExpertInnen und nun gibt es diesbezüglich auch die eindeutige Handlungsempfehlung im Bildungsbericht. Also bitte umsetzen“, verlangt Walser.

Eine Zustimmung der Grünen zur Bildungsreform könne es daher nur geben, wenn nun mit der Reform eine entscheidende Trendumkehr vorgenommen wird und die Handlungsempfehlungen aus dem Bildungsbericht umgesetzt werden. „Wir wollen die Anwälte unserer Kinder sein und nicht jene von machtpolitisch-ideologisch motivierten Partikularinteressen. Mit einer guten Bildungsreform kann die neu zusammengesetzte Regierung beweisen, dass es ihr mit ihren Versprechungen ernst ist. Die von Bundeskanzler Kern und Bildungsministerin Hammerschmid eingeforderte ‚beste Bildung’ wird es in absehbarer Zeit nicht geben, aber eine bessere Bildungspolitik wäre ein ermutigender und notwendiger Anfang.“

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