VSStÖ: Besorgniserregende Ergebnisse der Studierenden-Sozialerhebung sind Handlungsauftrag an die Politik

Teilzeitstudium, Wiedereinführung der Heimförderung und Reform des Beihilfesystems müssen endlich umgesetzt werden

Wien (OTS) - "Die soziale Lage der Studierenden nimmt immer besorgniserregendere Ausmaße an. Es besteht dringender Handlungsbedarf um die soziale Situation von Student_innen zu verbessern und ein Studium dadurch auch für Menschen mit weniger finanziellen Mitteln nicht nur attraktiver zu machen, sondern letztlich überhaupt erst zu ermöglichen", kommentiert Katrin Walch die heute im Rahmen einer Konferenz des BMWFW präsentierten ersten Ergebnisse der Studierenden-Sozialerhebung 2015.

"Die Studierenden-Sozialerhebung 2015 zeigt uns erneut, dass die Mehrheit der Student_innen heute neben dem Studium arbeiten muss, um sich ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können und dabei Probleme bei der Vereinbarkeit von Studium und Arbeit hat. Viele Studierende werden dadurch vor die Wahl zwischen finanzieller Deprivation oder langsamen Studienfortschritt gestellt", kritisiert Walch.

"40% der Studierenden betreiben deshalb bereits de facto ein Teilzeitstudium. Das heißt, sie können nicht mehr als 25 Stunden pro Woche für ihr Studium aufwenden. Dadurch verlangsamt sich ihr Studienfortschritt, weshalb sie wiederum weniger Beihilfen bekommen und erst recht wieder mehr Arbeiten müssen - das ist ein Teufelskreis", warnt Walch.

"Ein weiteres großes Problem stellen die steigenden Wohnkosten dar, die seit dem Wegfall der Heimförderung vor allem auch in Studierendenheimen zu verzeichnen sind", so Walch weiter.

"Die Politik muss endlich handeln. Die Einführung des Status 'Teilzeitstudent_in', würde die Vereinbarkeit von Studium und Arbeit kurzfristig erleichtern und Druck von den Studierenden nehmen. Gleichzeitig muss endlich das Beihilfensystem treffsicherer werden und eine echte soziale Absicherung garantieren. Eine seit 1999 ausstehende Inflationsanpassung der Studienbeihilfe wäre hier ein erster wichtiger Schritt. Die steigenden Wohnkosten in den Studierendenheimen könnten durch die Wiedereinführung der Heimförderung gesenkt werden", stellt sich Walch abschließend hinter die Forderungen der Österreichischen Hochschüler_innenschaft.

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