Modelleisenbahner, Swinger, Saunarunde: Neue ORF-Doku „Land der Präsidenten“ über Vereinsmeierei in Österreich

Am 25. Mai um 21.05 Uhr in ORF eins

Wien (OTS) - Der Mensch ist nicht gern allein – deshalb gibt's den Verein! ORF-Journalistin Nina Horowitz war für die neue Dokumentation „Land der Präsidenten“ ein halbes Jahr lang in Österreichs lebendiger Vereinsszene unterwegs und hat sich beim Modelleisenbahnverein, im Swingerclub, bei der Saunarunde und beim Faschingsgschnas umgeschaut. Gefunden hat sie dort u. a. Paradiesvögel, Alltagsphilosophen und Grantscherben, denen organisierte Geselligkeit über alles geht. „Ich finde, es wird allgemein viel zu wenig gelacht, auch im Fernsehen. Ich versuche, das mit meinen Dokus zu ändern. Mit ‚Land der Präsidenten‘ ist es mir, glaub ich, gut gelungen“, sagt Filmemacherin Horowitz. ORF eins zeigt die Produktion der ORF-TV-Kultur am Mittwoch, dem 25. Mai 2016, um 21.05 Uhr.

Nina Horowitz: „Österreich ist ein Paradeland für die Vereinsmeierei!“

Ist Österreich denn ein „Land der Präsidenten“ und Vereinsmeier? „Österreich, wo man ja in langer Tradition ehrfürchtig Titel zitiert, ist ein Paradeland für die Vereinsmeierei. Wo ist man sonst so schnell die Frau Präsident oder der Herr Obmann?“ so Horowitz. Und:
„Ein Verein ist etwas Herrliches. Dort findet man die Menschen, vor denen man sich für seinen Huscher nicht zu genieren braucht“. Ist sie selbst denn auch ein Vereinsmensch oder irgendwo „dabei“? „Ich habe meine Grundlagen-Recherche quasi als Kind begonnen: im Tennisclub, in dem meine Familie gespielt hat“, erinnert sich Nina Horowitz. „Der Sport war der vorgeschobene Grund für das launige Vereins-Get-together. Lästereien vorn am Netz und hoch kalorische Köstlichkeiten am Buffet waren schon eher der Vereinsmotor. Es gab Mitglieder, die hab ich nie mit einem Tennisschläger in der Hand gesehen“.

Mehr zum Inhalt der Dokumentation

Präsidentin Stockinger ist eine resolute Dame. Sie achtet genau darauf, dass ihre Mitglieder nicht die Manieren bei der Garderobe abgeben. Schließlich ist ihr Swingerclub, den sie in der Wiener Josefstadt gemeinsam mit ihrem Sohn führt, ein gehobenes Etablissement. Aber die Zeiten sind bekanntlich schlecht. Die Leut' haben kein Geld mehr für die Lust, seufzt die Vereinspräsidentin:
„Manchmal hab ich fast Existenzängste.“ Deshalb hat sich Regina Stockinger etwas Keckes ausgedacht. „Inkognito“-Parties sollen Schwung in das in die Jahre gekommene Liebesleben ihrer Mitglieder bringen. Sie selbst hat dem Thema mittlerweile Adieu gesagt: „Ich hab in 30 Jahren so viel gesehen. Ich will nicht mehr.“
Als bodenständige Partie sieht sich die Saunarunde in der Wiener Hermanngasse. Bei 90 Grad und splitternackt fällt schon mal die Schamgrenze. Aber: Ein Verein ist auch ein Ort, an dem man sich nicht zu genieren braucht. Silvia Davidek ist die Herrin der Kassa im Bad in der Hermanngasse. Sie kennt viele der Herren schon seit Jahrzehnten. Aber zu Haus hat sie einen Mann, der jünger ist als sie. Sechzehn Jahre, um genau zu sein: „Es war ein gegenseitiges Erhaschen. So ein Leben mit einem jungen Mann ist einfach nur herrlich. Wirklich herrlich. Das kann ich nur empfehlen.“
Herr Weindl aus Ottakring hält nichts vom gemeinsamen Schwitzen. Aber er lässt jeden Tag mit seinen Modelleisenbahnen seine Kindheit aufleben. Was für den Vereinsmeier eine Todsünde wär? Nur einen einzigen Waggon aus temporärem Geldmangel zu verkaufen. Seine Sucht ist angeboren, davon ist der ehemalige Beleuchter der Wiener Staatsoper felsenfest überzeugt: „Ich rauch nicht. Ich trink nicht. Wenn man`s braucht, muss man`s eben kaufen.“ Nur leider wollen seine Dampfloks nicht immer so wie Herr Weindl das will. Vor allem im Winter kann es dauern, bis sie sich endlich, endlich schnaufend in Bewegung setzen.

Nächste Woche: „Land der Griller“ von Ed Moschitz

Nach „Land der Cowboys“ in der Vorwoche und „Land der Präsidenten“ steht nächste Woche ein weiterer Film der neuen ORF-Reihe auf dem Programm: Am 1. Juni porträtiert Ed Moschitz das „Land der Griller“ und hat sich dafür auf Grillplätzen an der Donau umgesehen, wo er auf spannende Lebensgeschichten und zutiefst österreichische Emotionen gestoßen ist. Die TV-Reihe, in der Österreich, seine Menschen, ihre Befindlichkeiten und Lebensgeschichten stets im Mittelpunkt stehen, soll 2017 mit neuen Themen und wechselnden Regisseuren fortgesetzt werden.

„Land der Präsidenten“ ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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