Bayr: Frauenkörper sind das Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts

Internationales humanitäres Völkerrecht darf nicht blind sein für Bedürfnisse von Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten

Wien (OTS/SK) - "Aktuell werden immer mehr ZivilistInnen zu Opfern von bewaffneten Konflikten, sexuelle Gewalt ist dabei zu einer Kriegstaktik geworden. Daher müssen sich auch humanitäre Interventionen an den Bedürfnissen der Opfer orientieren. Zusätzlich können sexuelle Übergriffe verhindert werden, wenn diese konsequent strafrechtlich verfolgt werden. Das kann auch abschreckend und daher präventiv wirken", ist Petra Bayr, SPÖ Bereichssprecherin für globale Entwicklung, überzeugt. Sie nimmt gegenwärtig am World Humanitarian Summit der UN in Istanbul teil. ****

Eine wichtige Rolle spielt der internationale Strafgerichtshof, der nun auch strategisch eingesetzte sexuelle Gewalt als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verfolgt. "Während sich das Antlitz kriegerischer Gewalt verändert hat, ist das Kriegsvölkerrecht gleich geblieben und regelt die bewaffnete Gewalt, die Männer gegenüber anderen Männern auf einem klar definierten Schlachtfeld ausüben. In der Realität sind es aber die Körper der Frauen, die die Schlachtfelder geworden sind", stellt Bayr den dramatischen Wandel von kriegerischen Konflikten dar.

In Anbetracht der Tatsache, dass 90 Prozent der von Kriegen Betroffenen ZivilistInnen sind, ist es für Bayr dringend nötig, Frauen und Mädchen als Opfer in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken und ihre Bedürfnisse nicht zu ignorieren. Bayr appelliert: "Es ist völkerrechtlich anzuerkennen, dass Konflikte veränderte Auswirkungen auf Frauen und Mädchen haben. Kriegsvölkerrecht muss so angewandt werden, dass es die Rechte von Frauen und Mädchen berücksichtigt. Humanitäre Hilfe muss den Auftrag von internationalem Völkerrecht in geschlechtssensibler und menschenrechtsbasierter Weise nachkommen." (Schluss) kg/mr

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