Neues Volksblatt: "Ordnungsruf" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 20. Mai 2016

Linz (OTS) - Eigentlich bräuchte man kein neues Fallbeispiel für selbsterfüllende Prophezeiungen, aber die FPÖ setzt trotzdem alles daran, diese Theorie erneut zu bestätigen. Ansonsten wäre der gestrige Auftritt ihrer Doppelspitze im Parlament nicht zu verstehen. Man muss nämlich kein Kern-Fan sein, um ihm ein bisschen Zeit zuzugestehen. Und alle anderen Oppositionsparteien sind durchaus bereit dazu, die Regierung an ihren Taten zu messen. Und sie tun sich damit auch selbst etwas Gutes. Denn — und auch das wurde gestern klar — es steht die Politik als Gesamtes auf dem Prüfstand. Doch die FPÖ setzt sich lieber ins Schmollwinkerl und schimpft über die bösen anderen Parteien — ja, FPÖ-General Kickl kassiert lieber einen Ordnungsruf als sich für eine verbale Entgleisung zu entschuldigen. Damit wird schon daran gebastelt, dass man nach der nächsten Nationalratswahl wieder keinen Partner für eine Regierung finden wird, egal, ob man vom Bundespräsidenten einen Auftrag bekommt oder nicht. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu wissen, dass, wenn die FPÖ nicht in die Regierung kommt, von Kickl&Co. wieder über die bösen Ausgrenzer hergezogen werden wird.
Oder der gestrige blaue Auftritt war „nur“ als Wahlkampfhilfe für ihren Kandidaten Hofer gedacht — doch leider könnten die blauen Tiraden die Österreicher eher davon überzeugen, am Sonntag gar nicht zur Präsidentschaftswahl zu gehen.

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