Pirklhuber: EU-Kommission muss Zulassungsstopp von Glyphosat bestätigen

Grüne: Pestizid-Reduktion ist Gebot der Stunde: Alternative Pflanzenschutzmethoden in Europa stärken

Wien (OTS) - „Da heute im zuständigen EU-Ausschuss keine Mehrheit für die Verlängerung der Zulassung des Pestizidwirkstoffs Glyphosat in Aussicht war, ist jetzt die Entscheidung ein weiteres Mal vertagt worden. Die Gesundheits- und ökologischen Bedenken in Bezug auf das Pflanzengift Glyphosat machen die Entscheidung zu einer Vertrauensfrage in die europäische Politik. Wird sich die EU auf die Seite des KonsumentInnen- und Umweltschutzes stellen oder den Konzerninteressen den Vorzug geben? Die EU-Gesetze wären hier eigentlich klar: Es gilt das Vorsorgeprinzip. Die EU-Kommission muss aus Sicht der Grünen die Bedenken der 96 international renommierten WissenschaftlerInnen aus 25 Ländern ernst nehmen. Diese haben in einem Schreiben an den EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Vytenis Andriukaitis massiv die Unzulänglichkeiten der bisherigen Risikobewertung durch die EFSA kritisiert. Damit wurde gewährleistet, dass der Zulassungsstopp für Glyphosat mit Ende Juni in Kraft tritt. Aufgrund der wissenschaftlichen Zweifel an der Unbedenklichkeit von Glyphosat, darf es keine Verlängerung geben“, hält Wolfgang Pirklhuber, Sprecher für Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit der Grünen, fest.

Pirklhuber erinnert an die EU-Gesetzgebung, die von den Mitgliedsstaaten einfordert, eine offensive Pestizid-Reduktionsstrategie umzusetzen. Österreich als vermeintliches Musterland muss hier eine Vorreiterrolle einnehmen. Zumindest im Rahmen des Österreichischen Agrarumweltprogramm (ÖPUL) muss der Einsatz von Glyphosat umgehend ausgeschlossen werden. „Die Entwicklung und der Ausbau umwelt- und biodiversitätsschonender Methoden des Pflanzenschutzes sind das Gebot der Stunde. Mit einer umfassenden Pestizidreduktionsstrategie würde Minister Rupprechter den Wünschen der KonsumentInnen Rechnung tragen und die österreichische Landwirtschaft stärken“, sagt Pirklhuber.

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