Stronach/Steinbichler: Milchwirtschaft ist Formel 1 der Tierhaltung

Leistung muss wieder geschätzt und belohnt werden

Wien (OTS) - Als „Formel 1 der Tierhaltung“ bezeichnete Team Stronach Agrar- und Konsumentenschutzsprecher Leo Steinbichler die Milchwirtschaft in seinem Debattenbeitrag in der gestrigen Nationalratssitzung. „365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag braucht es vollen Einsatz und Bereitschaft. Ich ziehe meinen Hut vor den Viehzüchtern, Viehhaltern und Schweinehalter, die sich das zu diesen Preisen überhaupt noch antun“, betonte Steinbichler und kritisierte die Abschaffung der Milchkontigente. Jetzt habe man das Preisniveau erreicht, vor dem er immer gewarnt habe. „2 Euro 69 pro ein Kilo Käse im Verkauf, das ist umgerechnet ein Milchpreis von 7 bis 8 Cent“, machte Steinbichler aufmerksam. Er verlangte Rahmenbedingungen für „faire Produkte für die Konsumenten und eine klare Preiskalkulation mit Vollkostenrechnung für den Bauern, damit er nicht seinen Hof verkaufen muss!“

Derzeit werde Milch als „Spotmilch“ europa- und weltweit herumgeführt, bis sie wertlos sei und lokal die Produktion zerstöre, so Steinbichler. Dasselbe passiere auch am Schweinemarkt, wo beim Hofverkauf in Österreich 125 Euro für ein Schwein gezahlt werden. „Die österreichischen Schlachthöfe streiten um Exportkontingente nach China, das aber mittlerweile selbst zum größten Schweinemäster geworden ist, allerdings auf Konzernebene. 5 Millionen chinesische Schweinebauern sperren gerade zu. Wie lange wollen wir noch bei dieser Konzernpolitik mitmachen? Wann sorgen wir dafür, dass Leistung wieder belohnt wird und nicht von Spekulanten zerstört wird?“ fragte Steinbichler. Er forderte die Regierungsparteien auf, dem Fünf-Parteien Antrag über „ein rechtlich verbindliches, einheitliches Qualitätsgütesiegel für alle in Österreich angebotenen Lebensmittel“ endlich zuzustimmen. „Es geht um die Gesundheit unserer Bevölkerung, unsere Umwelt, unser Klima, Arbeitsplätze und die Zukunft unserer Kinder!“

Die Lage für die Bauern sei auch aufgrund der jüngsten Klimakapriolen ohnehin schon schwer genug. „Diese Katastrophenschäden, die jetzt berechtigterweise bewilligt wurden und gezahlt werden, sind nicht die Lösung des Problems“, mahnte Steinbichler. „Diese jungen, hoffnungsvollen Unternehmer und Bauern können nicht mehr, auch wenn sie wollen“, sagte Steinbichler. Denn es gehe hier nicht nur um Einkommen, sondern um die Betriebserhaltung. „Wer von uns hier glaubt, wir können diese Probleme wegversichern, der hat sich mit Versicherungsmathematik nicht beschäftigt“, prophezeite Steinbichler, dass es zu gewaltigen Prämienerhöhungen kommen werde. „Das System wird letztlich unversicherbar sein. Das muss uns vollkommen klar sein!“

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