• 18.05.2016, 13:43:00
  • /
  • OTS0194 OTW0194

Greenpeace: Republik Österreich muss Kurswechsel in der OMV aktiv vorantreiben

Umweltschutzorganisation warnt bei OMV-Hauptversammlung vor Werteverlust der Aktien

Utl.: Umweltschutzorganisation warnt bei OMV-Hauptversammlung vor
Werteverlust der Aktien =

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen Hauptversammlung der OMV AG im
Congress Center Messe Wien ist die Umweltschutzorganisation
Greenpeace vor Ort um InvestorInnen auf den Werteverlust ihrer Aktien
aufmerksam zu machen. „Die OMV versenkt Ihr Geld!“ und „Öl ohne
Zukunft. Jetzt Kurswechsel einfordern“ ist auf den Transparenten zu
lesen. Denn das OMV-Schiff steuert buchstäblich auf einen arktischen
Eisberg zu. War vor drei Jahren eine Aktie noch rund 39 Euro wert,
kostet sie heute nur mehr 25 Euro. Insbesondere die Republik
Österreich, mit knapp 32 Prozent größter Investor, ist von den
Entwicklungen des Aktienkurses stark betroffen. Ihre Anteile haben in
weniger als drei Jahren einen Wertverlust von 1,5 Milliarden Euro
erlitten. Greenpeace fordert die Republik, vertreten durch die
Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB), auf,
den Kurswechsel der OMV aktiv voranzutreiben.

„Die OMV muss einen neuen Kurs einschlagen, sonst droht der
wirtschaftliche Untergang. Das heißt, raus aus Öl und rein in die
erneuerbare Energiezukunft“, fordert Alexander Egit, Geschäftsführer
von Greenpeace, „Hier ist auch die österreichische Regierung gefragt
aktiv in die Konzernstrategie einzugreifen.“ Das ÖIAG-Gesetz, das die
Aufgaben der ÖBIB regelt, schreibt der staatlichen
Holdinggesellschaft vor, „auf eine Werterhaltung und Wertsteigerung
der Beteiligungsgesellschaften Bedacht zu nehmen“. Greenpeace sieht
hier eine klare Verletzung der Aufgaben: Für das Jahr 2015
verzeichnete die OMV einen Betriebsverlust von zwei Milliarden Euro.
Wie auch in vier der letzten fünf Jahre, werden 2016 die Dividenden
durch die zusätzliche Verschuldung des Konzerns finanziert, was die
Bilanz weiter verschlechtert.

Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, aktiv den Kurs der OMV
mitzugestalten und gemeinsam mit den anderen AktionärInnen auf eine
Neuausrichtung der Konzernstrategie zu pochen. Der derzeit vom
Konzern verfolgte Kurs – weniger in Infrastruktur, wie Raffinerien,
Speicher, Netze und Tankstellen und mehr in die Förderung und
Produktion von Öl und Gas zu investieren – berge ein erhebliches
Risiko. Dazu gehören auch die Ölbohrungen in der norwegischen Arktis:
Noch ist nicht klar, wie viel die Ölförderung in dieser Region
kosten wird. Hier drohen die Investitionen der OMV von bereits
mehreren Milliarden Euro zu sogenannten „stranded assets“, also
Fehlinvestitionen zu verkommen und abgeschrieben zu werden. Die
Kosten einer potentiellen Ölpest, stellen neben einem erheblichen
ökologischen Risiko auch ein weiteres finanzielles Risiko dar. Laut
dem norwegischen Versicherungskonzern Skuld, ist eine Katastrophe wie
die im Golf von Mexiko, in der Arktis nicht auszuschließen. Die
Kosten könnten hier die Summe von 42 Mrd. US Dollar, die der
Mineralölkonzern BP an Haftungen zahlen musste, übersteigen. „Das
Klimaabkommen von Paris hat das Ende der fossilen Ära eingeläutet. Es
wird Zeit die Ärmel hochzukrempeln und neue Wege einzuschlagen.
Anstatt Hochrisiko-Projekte, wie jene in der Arktis, zu verfolgen,
muss die OMV sich auf die Energiewende einlassen. “, sagt Adam
Pawloff, Klima- und Energiesprecher bei Greenpeace in Österreich. Wer
heute noch auf einen hohen Ölpreis spekuliert ist hier klar im
Nachteil, bestätigen auch internationale Experten wie der deutsche
Energiemarktexperte Steffen Bukold. Frühere Marktprognosen haben sich
als falsch herausgestellt, die Ölpreise sind heuer bislang um fast
zwei Drittel niedriger als vor drei Jahren.

Dass sich Investitionen in erneuerbare Energieträger wirtschaftlich
lohnen, zeigen bereits mehrere große Energie-Unternehmen:
Beispielsweise hat der dänische Konzern Dong Energy, der ursprünglich
im Bereich Gas und Öl positioniert war, sich auf den Bereich
erneuerbare Energie spezialisiert. Lag der Anteil an erneuerbaren
Energieträgern im Jahr 2009 bei 15 Prozent, soll diese bis 2040 auf
85 Prozent gesteigert werden. Bereits heute zeigen sich die Vorteile
dieser Neuorientierung: Obwohl Dong 2015 erhebliche Verluste im Öl
und Gasgeschäft erlitt, stieg der Gewinn des Konzerns um 13 Prozent.
Auch die Energie-Konzerne Exxon Mobil, Total, Eni und Enbridge
investieren kräftig in Programme zur Emissionsreduktionen, in
klimafreundliche Batterien, Solar- und Windenergie.

Die Infrastruktur der OMV, wie beispielsweise die bestehenden
Gasspeicher und –verteilnetze, könnte genutzt werden, um erneuerbare
Energie bereitzustellen. In Wasserstoff oder Methan umgewandelter
Überschussstrom könnte hier gespeichert und anschließend im Bereich
der Mobilität oder der Wärmegewinnung verwendet werden. „Die OMV muss
sich den Anforderungen der Zukunft stellen und sich neu orientieren.
Der Staat Österreich, als größter Aktionär, darf sich hier nicht aus
der Verantwortung stehlen. Bundeskanzler Christian Kern und
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner müssen diesen Weg aktiv
unterstützen“, so Egit abschließend.

Bildmaterial finden Sie unter: http://bit.ly/1WB7sRJ

Das Dossier „Risikofaktor OMV – Fossile Wirtschaftsmodelle ohne
Zukunft“ finden Sie unter: http://bit.ly/1WY1p7Z

Das Factsheet „Risikofaktor OMV – Fossile Wirtschaftsmodelle ohne
Zukunft“ finden Sie unter: http://bit.ly/1TPr0O3

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel