Greenpeace warnt: Neue Bewertung zu Glyphosat irreführend

Umweltschutzorganisation spricht sich einmal mehr gegen Neuzulassung aus

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace bezeichnet die zwei Tage vor der entscheidenden Abstimmung zu Glyphosat veröffentlichte Stellungnahme des „Sachverständigenausschuss für Pestizidrückstände“ (JMPR) als irreführend. Dieses gemeinsame Gremium der Welternährungsorganisation FAO und der Weltgesundheitsorganisation WHO hatte Anfang der Woche eine Einschätzung publiziert, wonach wahrscheinlich kein Krebsrisiko durch über die Nahrung aufgenommenes Glyphosat bestehe. Greenpeace kritisiert diese Publikation aus zwei Gründen: Einerseits liegen bei mindestens zwei der an der Einschätzung beteiligten Wissenschaftler aufgrund ihrer Beziehungen zur Chemieindustrie massive Interessenskonflikte vor. Andererseits vernachlässigt der Bericht alle anderen Expositionsrouten und den Gesundheitsschutz von AnwenderInnen.

„Bei Glyphosat kann auf keinen Fall Entwarnung gegeben werden. Das wäre fahrlässig.“, sagt Herwig Schuster, Programmdirektor von Greenpeace in Österreich, „Glyphosat ist weiterhin beim Menschen wahrscheinlich krebserregend und somit für Personen, die damit in Kontakt kommen, eine potentielle Gefahr. Das betrifft vor allem Anwenderinnen und Anwender, also zum Beispiel Gemeindebedienstete, die den Unkrautvernichter im öffentlichen Raum einsetzen oder natürlich auch Landwirtinnen und Landwirte.“ Neben der Landwirtschaft wird Glyphosat auch weiterhin häufig in Parkanlagen, auf Friedhöfen, Forstflächen oder an Straßenrändern verwendet. Auch der Einsatz in der Nähe von Spielplätzen wäre nicht verboten. Der Kontakt von Menschen mit Glyphosat im öffentlichen Raum kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Darüber hinaus ist die Unabhängigkeit von mindestens zwei Experten des Gremiums aufgrund ihrer Nähe zum International Life Sciences Institute (ILSI) fraglich. In Europa erhält das ILSI einen Großteil seines Budgets von Unternehmen, darunter die Glyphosathersteller Monsanto und Dow. „Eine Entscheidung, die potentiell Millionen von Europäerinnen und Europäern betrifft, muss transparent und mit unabhängiger wissenschaftlicher Expertise getroffen werden“, sagt Schuster. Noch immer stützt sich die EU-Kommission in ihrer Einschätzung vor allem auf geheime Industriestudien. „Solange gesundheitliche Risiken durch Glyphosat für Menschen allgemein und besonders für Anwenderinnen und Anwender nicht ausgeschlossen werden können, darf dieses Totalherbizid nicht neu zugelassen werden. Minister Andrä Rupprechter muss sich diese Woche klar gegen eine Neuzulassung aussprechen“, so Schuster abschließend.

Greenpeace-Petition „Nein zu Glyphosat“:
https://secure.greenpeace.at/campaigns/glyphosat/

Symbolbilder zu den Gefahren von Glyphosat (Ort: Schönbrunn) finden Sie hier: http://bit.ly/1XmCCLt
Diese stehen Ihnen unter Angabe des Copyrights (Greenpeace/Mitja Kobal) kostenlos zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Sebastian Theissing
Landwirtschaftssprecher
Greenpeace CEE in Österreich
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