Frauenring: Für einen Bundespräsidenten, der sich nicht an 'Töchtern' stört

Vorsitzende Ablinger: Wir wollen keinen Bundespräsidenten mit vorgestrigem Frauenbild!

Wien (OTS) - Die Wahl am kommenden Sonntag entscheidet über den zukünftigen Bundespräsidenten Österreichs. Es wird darüber entschieden, wer unser Land nach außen vertritt und wer mit welchem Amtsverständnis die Nachfolge Heinz Fischers antritt. Für den Frauenring als Dachorganisation österreichischer Frauenvereine ist in dieser Stichwahl zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer auch wesentlich, welches Verständnis der zukünftige Bundespräsident über das Selbstbestimmungsrecht der Frau und welches Frauenbild er insgesamt hat.

„Norbert Hofer beweist mit seinen Äußerungen über die ‚Töchter’ in der Bundeshymne und über das Selbstbestimmungsrecht der Frauen, dass er mit einem modernen Frauenbild große Schwierigkeiten hat. In einer Stichwahl zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer fällt die Entscheidung leicht: Ich will keinen Bundespräsidenten, der ein Frauenbild aus dem vorletzten Jahrhundert prägt“, sagte Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Die stellvertretende Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, Brigitte Hornyik warnt: „Wir brauchen auch keinen starken Mann, der uns Nachdenken verordnet: Als mündige Menschen können wir selber denken, keine Frau entscheidet sich leichtfertig für einen Schwangerschaftsabbruch.“

„Wenn Herr Hofer die Nationalhymne ‚wie sie meine Mutter und meine Großmutter gesungen haben‘ singen möchte, möchte er vielleicht auch zur Gesetzgebung zurück zur Zeit seiner Mutter und Großmutter. Bei dieser Bundespräsidentenwahl gibt es keine Alternative zu Van der Bellen“, unterstrich Eszter Dorner-Brader, Generalsekretärin im Club alpha.

Die Frauensprecherin der KPÖ, Heidi Ambrosch, schließt sich dem Aufruf für Van der Bellen an und warnt: „Norbert Hofers Ankündigungen seine den Parteien übergeordneten Kompetenzen auch praktisch anwenden zu wollen, sprich nach eigenem bzw. FPÖ-Ermessen Bundesregierungen ihres Amtes zu entheben, müssen ernst genommen werden.“

Eine Warnung über eine mögliche Amtsführung von Norbert Hofer spricht auch Andrea Brunner, Bundesfrauengeschäftsführerin der SPÖ, aus und betont: „Norbert Hofer brüstet sich damit, dass er die Töchter in der Bundeshymne bewusst auslassen will. Das ist nur ein weiteres Indiz dafür, dass er glaubt sich - auch wenn er Bundespräsident wäre - über alles hinwegsetzen zu können.“

„Ein Bundespräsident, der Österreich ab 2016 repräsentieren soll, aber Mädchen und Frauen vollkommen ausblendet und nicht berücksichtigt, blendet 52 % der österreichischen Bevölkerung aus. Dies ist frauenverachtend und eine gravierende Menschenrechts- und somit Frauenrechtsverletzung. Dies wird der Österreichische Frauenring nicht hinnehmen“, stellte die Geschäftsführerin des Vereins Autonomer Österreichischer Frauenhäuser und stellvertretende Frauenringvorsitzende Maria Rösslhumer abschließend fest.

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