Neues Volksblatt: "Realismus" von Harald GRUBER

Ausgabe vom 4. Mai 2016

Linz (OTS) - Die Bäume auf dem Arbeitsmarkt wachsen für Jobbewerber schon jetzt nicht in den Himmel. Und dann schon gar nicht für die neu auf den Arbeitsmarkt drängenden Asylberechtigten.
Eine Richtschnur für Tempo und Dauer der Arbeitsmarkt-Integration liefert eine Studie der OECD. Demnach dauert es in Europa sechs Jahre, bis Kriegsflüchtlinge das Beschäftigungsniveau anderer Migranten erreicht haben und 15 Jahre, bis Kriegsflüchtlinge zumindest drei Viertel der Beschäftigungsquote von Inländern erreicht haben.
Heißt: Auch bei noch so großen integrationspolitischen Anstrengungen werden Asylberechtigte zu großen Teilen für die nächsten Jahre in Arbeitslosigkeit landen und damit auf die Sozialleistung Mindestsicherung zugreifen.
Insofern sind die auf dem Tisch liegenden Annahmen der Oö. Finanzabteilung nachvollziehbar, wonach in den kommenden drei Jahren bestenfalls je zehn Prozent der Sozialgeld-Bezieher mit Asylstatus den Sprung ins Berufsleben schaffen werden. Entsprechend ernst zu nehmen sind somit Hinweise auf einen drohenden Kollaps der Finanzierung.
Hinweise auf 11.700 offene Stellen in OÖ sind mit Blick auf die Flüchtlinge kein Hoffnungsschimmer. Denn schon jetzt stünden dafür ja 38.700 oö. Arbeitslose (davon 10.000 Ausländer) zur Verfügung. Fazit:
Wenn SPÖ und Grüne diese Fakten negieren, hängen sie Idealismus und Aktionismus nach. Verantwortungsvolle Politik braucht aber Realismus.

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