- 03.05.2016, 12:45:24
- /
- OTS0134 OTW0134
WTV-Tierärzte kämpfen um das Leben von ausgesetzter Katze „Lisa“
Zwei Katzen auf dem WTV-Gelände „entsorgt“. Während ein Tier kerngesund ist, ringt das zweite ums Überleben.
Utl.: Zwei Katzen auf dem WTV-Gelände „entsorgt“. Während ein Tier
kerngesund ist, ringt das zweite ums Überleben. =
Vösendorf (OTS) - Am vergangenen Freitagnachmittag wurden zwei Katzen
auf dem Gelände des Wiener Tierschutzvereins (WTV) einfach
abgestellt. Der circa fünfjährige Kater und seine dreizehnjährige
Gefährtin wurden zusammengepfercht in einer Transportbox entdeckt.
Auf den ersten Blick machten beide Tiere bei der Erstuntersuchung
durch das WTV-Tierärzteteam einen gesunden Eindruck. Nur einen Tag
später begann sich der Zustand des älteren Tieres dramatisch zu
verschlechtern. „Lisa“, wie die Perser-Mix-Dame mittlerweile heißt,
wurde von einer Pflegerin des WTV-Katzenhauses unter schweren
Krämpfen leidend in ihrem Zimmer entdeckt. Das Tier wurde umgehend zu
einer dem Haus nahestehenden Tierärztin gebracht (die WTV-Ordination
ist am Wochenende geschlossen), die das Tier behandelte und
versorgte. Wie sich durch Labor- und Bluttest seitens des WTV und der
notversorgenden Ärztin zeigen, liegt der Verdacht einer
Gehirnhautentzündung nahe, welche für die epileptischen Anfälle
verantwortlich sein dürfte.
Kampf um ein Katzenleben
Seit Montag ist „Lisa“ wieder im Wiener Tierschutzverein und steht
unter strenger Beobachtung, um weiteren krampfartigen Anfällen sofort
gegensteuern zu können. Insgesamt kämpfen die Ärzte nun schon vier
Tage um das Leben der Katze: Sie wird mit Antiepileptika und
Antibiotika behandelt und zu ihrer eigenen Sicherheit im künstlichen
Tiefschlaf gehalten. Anfangs sah die Prognose schon wegen des Alters
für das Tier gar nicht gut aus. Doch die Beharrlichkeit der
Tiermediziner zahlte sich aus. Wie am Dienstag bekannt wurde, spricht
„Lisa“ auf die Behandlungen gut an und ihr Zustand hat sich bereits
gebessert. Die Tierärzte sind zuversichtlich, die Katze bald aus dem
künstlichen Tiefschlaf wecken zu können und wagen eine vorsichtig
optimistische Prognose. Über den Berg ist „Lisa“ allerdings noch
lange nicht.
Ob „Lisa“ schon früher unter epileptischen Anfällen litt und dies mit
ein Grund für das Aussetzen der beiden Tiere war, lässt sich nicht
mit Sicherheit belegen. Die Laborbefunde stützen jedenfalls die
Theorie, dass der Stress des Aussetzens der Auslöser der Krankheit
sein könnte. Ihr männlicher Artgenosse, der mittlerweile auf den
Namen „Sweety“ hört, ist hingegen weiterhin kerngesund und zeigt
keinerlei Anzeichen einer Erkrankung.
Auch wenn den mutmaßlichen Tätern zumindest zugutegehalten werden
kann, dass sie die Tiere auf dem WTV-Gelände abgestellt haben, wo
rasche Hilfe sehr wahrscheinlich ist, so ändert das jedoch nichts an
der Rücksichtslosigkeit dieser Tat. Denn schutzbedürftige Lebewesen
einfach seinem Schicksal zu überlassen ist kein Kavaliersdelikt und
generell scharf zu verurteilen. „Ein Tier auszusetzen ist eine
unmenschliche Grausamkeit und darf nicht die letzte Konsequenz sein.
Der WTV ist jedenfalls immer bemüht, zusammen mit Halterinnen und
Haltern, die sich aus welchen Gründen auch immer nicht mehr um ihr
Haustier kümmern können, eine Lösung zu finden“, sagt WTV-Präsidentin
Madeleine Petrovic.
Sie ortet das Problem allerdings nicht nur bei den Halterinnen und
Haltern selbst. „Der WTV spürt die permanente Wirtschaftsflaute
deutlich. Denn Tiere werden oft ausgesetzt, weil bei chronisch
kranken Tieren die Kosten für veterinärmedizinische Betreuung oft
nicht mehr bewältigt werden können. Es wäre so wichtig, dass große
Vereine gemeinsam mit den Behörden derartige Probleme lösen. Die
strikte Trennung, dass etwa der Tierrettungsdienst der Stadt Wien
Notfälle bei Tieren, die einen Halter oder Halterin haben, nicht
berücksichtigt, wird nicht aufrecht zu erhalten sein. In den meisten
Fällen ist es besser und auch wirtschaftlicher für Mensch und Tier,
die Unterstützung bei der Bewältigung von Engpass-Situationen
bereitzustellen. Das kann nicht nur die Aufgabe privater Vereine
sein“, so Petrovic.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WTV






