Das mumok trauert um Gunter Damisch

Der österreichische Maler und Plastiker verstarb am 30. April 2016

Wien (OTS) - Gunter Damisch gelang es im Gefolge der neuen wilden Malerei der 1980er-Jahre mit seiner pastos-eruptiven, aber zugleich auch feingliedrig-ornamentalen Malerei ein eigenes künstlerisches Markenzeichen zu schaffen. Seine Vorbilder waren nicht so sehr die Expressionisten der Moderne mit ihrem deftig-lauten Farbauftrag, sondern eher die Künstler des Fin de Siècle mit ihrem Hang, das Figurative in musterartig-abstrakte Strukturen zu verweben. Das Umgehen der schrillen Geste und das rapportartige Inszenieren strukturbetonter Malerei haben Damisch auch davor bewahrt, mit dem Ende der sogenannten neuen Malerei von der Bildfläche zu verschwinden. Im Gegenteil: er hat sich durch seine künstlerische Eigenständigkeit und ein die Malerei begleitendes grafisches und skulpturales Werk als äußerst vielschichtiger Künstler erwiesen. Lange hat auch die Dominanz seiner Malerei im Ausstellungsbetrieb die Sicht auf sein breit angelegtes Oeuvre versperrt. Erst der Werküberblick, den seine Personale im Landesmuseum Niederösterreich in St. Pölten ermöglichte, hat die Konsequenz und hohe Meisterschaft des Künstlers in den unterschiedlichen Medien und deren beeindruckendes Zusammenspiel im Werkganzen sichtbar gemacht.

Damisch hat sich aber nicht nur als Künstler, sondern ebenso als engagierter Lehrer und Akteur mit seinem Einsatz für forschungsbezogene und organisatorische Belange an der Akademie der bildenden Künste einen Namen gemacht. Er hat durch seine sympathische und zuverlässige Art hohe persönliche Integrität und Glaubwürdigkeit erlangt und vermittelt. Im mumok war seine Arbeit im Rahmen der Ausstellung „China retour- Neue abstrakte Malerei in Österreich“ (2005) repräsentativ vertreten und hat den eigenständigen Rang des Künstlers im Umfeld seiner österreichischen Malerkollegen verdeutlicht. Mit Gunter Damisch verliert nicht nur die österreichische Kunst- und Malereiszene einen ihrer konsequentesten und international arrivierten Vertreter, sondern auch die Studierenden und jungen Künstler_innen eine wichtige Bezugsfigur, gerade weil er vor naivem Vorbilddenken stets warnte.

Karola Kraus, Direktorin mumok, und ihr Team

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