GPA-djp-Appell an Zahnärztekammer: Veto gegen Lehrausbildung endlich aufgeben

Weniger an sich selbst und mehr an die Zukunft junger Frauen denken!

Wien (OTS) - Rund 1.300 junge Menschen, fast ausschließlich Frauen, absolvieren derzeit die Ausbildung „Zahnärztliche Fachassistenz“ in Österreich, nur 150 der Betroffenen allerdings als Ausbildungsversuch in einem echten Lehrverhältnis. Der überwiegende Teil der Betroffenen macht die sogenannte Anlehre (gesetzliche Ausbildung) sowie eine im Kollektivvertrag verankerte Form der Ausbildung, die mit dem Jahr 2020 ausläuft. Jetzt droht die Übernahme des Ausbildungsversuchs ins Regellehrwesen, was für Betroffene nicht nur arbeitsrechtliche sondern auch berufliche Vorteile bedeutet, am Veto der Zahnärztekammer zu scheitern. Der Bundesberufsausbildungsbeirat (BBAB) müsste dem Lehrberuf in seiner Sitzung heute Donnerstag zustimmen, wenn die Wirtschaftskammer nicht zustimmt, dann wird der Lehrberuf auslaufen. ++++

„Genau das ist zu befürchten, nachdem sich die Vertreter der Österreichischen Zahnärztekammer klar gegen die Einführung des Lehrberufs ausgesprochen haben – mit sehr befremdlichen Argumenten“, berichtet Barbara Kasper, Bundesjugendsekretärin der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier):
„Die arbeitsrechtlichen Bestimmungen für den Dienstgeber, die für Lehrlinge zusätzliche Schutzbestimmungen vorschreiben, werden als Nachteile bezeichnet.“ Die über die Anlehre ausgebildeten ZahnarztassistentInnen fallen von Beginn an unter das Angestelltengesetz und nicht unter das Berufsausbildungsgesetz. Außerdem sieht die Berufsschule für die AbsolventInnen des Lehrversuchs auch (allgemeinbildende) Fächer vor, wie politische Bildung und Fremdsprachen.

Die Argumente für den Lehrberuf überwiegen klar, so Kasper weiter, damit komme nämlich auch das Berufsausbildungsgesetz zur Anwendung, das beispielsweise bessere Kündigungsbestimmungen, eine einheitliche Ausbildungsordnung und die Durchlässigkeit in andere kaufmännische Berufe bedeute: „In der gesetzlichen Ausbildung sind die Anlehrlinge Angestellte, die jederzeit gekündigt werden können.“ Die Lehrausbildung unterliege außerdem Qualitätskriterien, die in der Anlehre fehlen: Ausbildungsbetriebe werden, bevor sie das erste Mal ausbilden dürfen, kontrolliert, ob sie überhaupt alle Berufsbildpositionen ausbilden können, AusbildnerInnen müssen eine Prüfung absolvieren, und die Lehre mit Matura ist möglich.

„Die duale Ausbildung in Österreich wird international als Vorbild gesehen. Umso unverständlicher ist es, dass die Zahnärztekammer den Lehrberuf schlecht macht und boykottiert, indem sie ihn bei den eigenen Mitgliedern nicht bewirbt. Die Contra-Argumente der Zahnärztekammer, dass Lehrlinge im Fall der echten Lehre mehr Zeit in der Berufsschule und weniger in der Ordination verbringen und dass sich ZahnärztInnen dann an Gesetze zu halten hätten, sprechen für sich. Die Verantwortlichen sollten ein bisschen weniger an sich selbst und ein bisschen mehr an die Zukunft junger Frauen denken!“, empfiehlt auch GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian.

Rückfragen & Kontakt:

GPA-djp Öffentlichkeitsarbeit
Litsa Kalaitzis
Tel.: 05 0301-21553
Mobil: 05 0301-61553
E-Mail: litsa.kalaitzis@gpa-djp.at
http://www.gpa-djp.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001