Kinderfreunde: Väterbeteiligung braucht Rückendeckung

Wien (OTS) - Als „grundsätzlich positiv“ bewerten die Österreichischen Kinderfreunde die Einigung der Regierung zum Kinderbetreuungsgeldkonto, „auch wenn der fehlende Rechtsanspruch auf den Papamonat ein großer Wermutstropfen bleibt“, erklärt Christian Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Kinderfreunde.

„Zunächst einmal freuen wir uns, dass nun endlich auch in der Privatwirtschaft ein bezahlter Papamonat eingeführt wird und Vätern künftig ermöglicht wird die wichtige Zeit nach der Geburt des Kindes in der Familie zu verbringen. Dass die Väter, die sich dafür entscheiden nun auch kranken- und pensionsversichert sein werden, ist notwendig und gut. Die Frage, ob der Kündigungsschutz über das Gleichbehandlungsgesetz ausreichen wird, ist für uns jedoch noch nicht abschließend geklärt. Wir werden die Auslegung in der Praxis genau beobachten – gegebenenfalls muss die Regierung hier noch nachbessern“, so Oxonitsch.

Die Kinderfreunde haben bereits vor zwölf Jahren erstmals den „Papa-Monat“ mit ihrer Kampagne Papa aktiv gefordert. „Wir begrüßen es sehr, dass diese Kinderfreunde-Idee nun umgesetzt wird, weil wir überzeugt sind, dass es Familien dadurch erleichtert wird, die Familienarbeit von Anfang an partnerschaftlich aufzuteilen. Der Papamonat schafft aktivere Väter und darum ist er gut“, erklärt Oxonitsch.

Auch das flexible Kinderbetreuungsgeldkonto stößt bei den Kinderfreunden auf Zustimmung. „Dass Familien zukünftig flexibler entscheiden können, wer wie lange Kinderbetreuungsgeld bezieht, kommt der Lebensrealität von Familien entgegen. Wir stellen aber auch fest, dass die Regelungen zum Kinderbetreuungsgeld nach wie vor sehr kompliziert sind. Hier braucht es dringend begleitende Angebote wie Online-Rechner und eine flächendeckende Beratungsschiene, damit Eltern sich für die passende Dauer entscheiden können“, führt der Kinderfreunde-Vorsitzende aus.

„Bei aller Flexibilisierung dürfen wir aber auch nicht vergessen, dass Wahlfreiheit und persönliche Gestaltung dieser Lebensphase nur dann möglich ist, wenn ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung stehen, die beiden Elternteilen einen Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen und fordern daher insbesondere verstärkte Bemühungen zu einem weiteren Ausbau von VIF-Kriterien entsprechenden Kinderbetreuungseinrichtungen“, schließt Oxonitsch.

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