Berlakovich: Europa muss raus aus Atom und rein in erneuerbare Energien

Ehemaliger Umweltminister und jetzige ÖVP-Nationalrat Nikolaus Berlakovich zu 30 Jahre Tschernobyl

Wien (OTS) - "Die Katastrophe von Tschernobyl hat bewiesen, dass der Einsatz der Atomkraft ungeheuren Schaden verursacht und zu unermesslichem Leid geführt hat." Das stellte der ehemalige Umweltminister und ÖVP-Abg. Nikolaus Berlakovich anlässlich des morgen stattfindenden 30. Jahrestages von Tschernobyl fest. "Aufgrund des massiven Risikos für Bevölkerung und Umwelt muss Europa raus aus Atom und rein in erneuerbare Energien." Berücksichtigt man die jüngsten Entwicklungen von Terrorgefahr bekomme das Thema Atomkraft eine zusätzliche sicherheitspolitische Komponente.

Als Konsequenz aus der Katastrophe von Fukushima setzte der damalige Umweltminister Nikolaus Berlakovich Stresstests für alle europäischen Kernkraftwerke durch. Erstmals mussten sich die europäischen Atomkraftwerke einer einheitlichen Überprüfung unterziehen. Der Endbericht stellte viele Sicherheitsmängel fest. "Leider gab es zu wenig Konsequenzen aus dem Stresstest, lediglich Deutschland war mutig und beschloss den Ausstieg aus der Atomkraft", sagt Niki Berlakovich.

Dennoch setzen weiterhin viele Staaten in Europa auf den Ausbau von Atomenergie und wollen darüber hinaus staatliche Förderungen. "Es darf keine staatliche Förderung für Atomkraft geben. Im Falle von Großbritannien, wo der Ausbau des Atomkraftwerkes 'Hinckley Point' subventioniert werden soll, war die österreichische Nichtigkeitsklage beim Europäischen Gerichtshof enorm wichtig", so Berlakovich.

"Es darf in Europa auch keine Schrottreaktoren geben", wies Berlakovich beispielsweise auf das tschechische Atomkraftwerk Dukovany hin, das den Herausforderungen unserer Zeit widerspreche. "Veraltete Sicherheitstechnologien haben in Europa nichts mehr zu suchen. Langfristiges Ziel muss aber das endgültige Aus für alle europäischen Kernkraftwerke sein", betonte Berlakovich.

Im Kampf für den Ausstieg aus der Kernenergie-Nutzung sei ein internationaler Schulterschluss wichtig. "Es darf nie wieder zu Katastrophen wie Tschernobyl und Fukushima kommen", so Berlakovich. (Schluss)

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