Glawischnig zu 30 Jahre Tschernobyl: Nur sofortiger Atom-Ausstieg kann solche Katastrophen für immer verhindern

Grüne: Nichts aus der Vergangenheit gelernt - EU-Kommission rechnet Atomkraft auch heute noch schön

Wien (OTS) - Die grauenhafte Katastrophe in Tschernobyl liegt nun 30 Jahre zurück. Hundertausende Menschen sind seitdem an den Folgen des Super-GAUs gestorben. Die Bevölkerung in der Ukraine und in den angrenzenden Ländern leiden bis heute unter den Folgen der Katastrophe.

„Tschernobyl macht uns alle immer noch wütend und fassungslos. Doch was machen die Verantwortlichen in der EU? Sie rechnen Atomkraft ungeachtet des Elends, das eine solche Katastrophe auslösen kann, immer noch schön. Inzwischen wird sogar darüber nachgedacht, die wirtschaftlich nicht mehr wettbewerbsfähige Atomkraft mittels Einspeisetarifen abzusichern“, sagt Eva Glawischnig, Bundessprecherin der Grünen.

Doch einige EU-Mitgliedsstaaten haben aus der großen Katastrophe gelernt: Als Reaktion auf den Super-GAU von Fukushima haben sie den Ausstieg aus der Atomenergie ganz oder teilweise eingeleitet. Andere wiederum halten vehement an dieser Energieform fest. „Leider sitzen einige fanatische Atombefürworter auch in einflussreichen Positionen in der EU-Verwaltung. Dort rennen die Atomlobbyisten mit ihren Förderansuchen offene Türen ein“, warnt Glawischnig.

Zwar produzieren alle in der EU noch laufenden 129 Atomkraftwerke anteilsmäßig immer weniger Strom und liegen mit 27 Prozent nun gleichauf mit den Erneuerbaren Energien. Doch laut den Investitionsplänen der EU-Kommission soll der Anteil der Atomenergie ab 2030 mit einer neuen Generation von Kraftwerken wieder steigen. „Die Pläne der EU-Kommission sind ein Kniefall vor den Geschäftsinteressen der Atomkonzerne. Sie leugnen die tödliche Gefahr, die von AKW ausgeht, sie ignorieren die Tatsache, dass wir Atomkraft zur Energieversorgung nicht brauchen und sie untertreiben die Kosten für Neubau, Betrieb, Rückbau und Entsorgung massiv“, kritisiert Glawischnig.

Ein Blick in die Kalkulationen zu einzelnen AKW-Projekten zeigt, dass die Kosten für Atomkraft von der EU-Kommission notorisch zu gering angesetzt werden. Die Kosten für Erneuerbare Energien hingegen werden systematisch überschätzt. So wurden die – noch immer nicht fertiggestellten - zwei Kernkraftwerke in Olkiluoto, Finnland und Flamanville, Frankreich, von ursprünglich 1500 Euro pro Kilowatt angenommenen Kosten auf inzwischen über 5000 Euro pro Kilowatt korrigiert. Und hier sind die Kosten für Endlagerung und Versicherung noch nicht einmal inbegriffen.
Hinkley Point C in Großbritannien kann eine ähnliche Geschichte von Kostensteigerungen und Bauzeitverzögerungen vorweisen. Für das geplante Kraftwerk werden schon jetzt Baukosten von mindestens 30 Mrd. Euro veranschlagt. Dazu kommen Subventionen aus Steuermitteln, die sich auf 108 Mrd. Euro summieren.

„Die Atomlobby rechnet sich die Atomenergie schön und täuscht damit Wettbewerbsfähigkeit vor. Dabei kann sie ohne massive Subventionen längst nicht mehr auf dem Markt bestehen. Diese kostbaren Steuermilliarden sollten wir lieber für den Ausbau von Wind, Sonne und Wasser in die Hand nehmen - die einzig sichere und dauerhaft leistbare Energieform“, appelliert Eva Glawischnig an die politischen Entscheidungsträger

Rückfragen & Kontakt:

Grüner Klub im Parlament
+43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0001