Sitzung des NÖ Landtages

St. Pölten (OTS/NLK) - Es folgte eine Aktuelle Stunde zum Thema:
"Medizinische Versorgung des Waldviertels durch den Betrieb der Gynäkologie und der Geburtshilfe am Landesklinikum Waidhofen an der Thaya sichern!".

Abgeordneter Dr. Herbert M a c h a c e k (FRANK) eröffnete die Debatte: In jeder NÖ Klinik sollte eine Geburtshilfe vorhanden sein. Im Waldviertel sei die stationäre Versorgung für gebärende Frauen nicht mehr gegeben. Fahrtzeiten von über 30 Minuten bzw. im Winter noch länger stünden jetzt auf der Tagesordnung. Die Medizin sei nicht für die Ökonomie, sondern vor allem für die Patienten da. 16.000 Menschen, fast die Hälfte der Bevölkerung des Bezirks, hätten für einen Weiterbestand unterschrieben. Mit der Schließung beginne eine gesundheitspolitische Spirale nach unten, nachdem bereits Gmünd geschlossen worden sei.

Klubobfrau Dr. Helga K r i s m e r - H u b e r (G) sprach von einem politischen Dilemma. Es gehe darum, ob dem Waldviertel ein wichtiger Lebensnerv genommen werde, nachdem vom öffentlichen Verkehr bis zu Bundeseinrichtungen bereits sehr viel ausgedünnt worden sei. Zudem trete hier wieder das Genderproblem in der Medizin zutage. Politischer Ansatz müsste stattdessen sein, Anreize zu schaffen, um wieder auf 400 Geburten pro Jahr zu kommen.

Klubobmann Gottfried W a l d h ä u s l (FP) nannte die Aktuelle Stunde „eine Trauerkundgebung“. Die Gesundheit der Ungeborenen und ihrer Mütter stünde auf dem Spiel. In dieser Region des Waldviertels reiche es jetzt, auch im Waldviertel seien Kraft und Mut irgendwann zu Ende. Man nehme den Menschen die Möglichkeit der Geburt vor Ort.

Abgeordnete Dr. Gabriele V o n G i m b o r n (FRANK) meinte, sie zweifle an der Transparenz im Land, Interpretationen ermöglichten einen großen Spielraum. Die Quasi-Gutachten seien nicht einmal wissenschaftlich untermauert. Gynäkologie gehöre sehr wohl zur Basisversorgung, für eine normale Geburt benötige man kein „Sonder-Schnick-Schnack“.

Abgeordnete Mag. Karin S c h e e l e (SP) führte aus, sie hätte sich auch eine rechtzeitige Übermittlung der Gutachten gewünscht. Weil Waldviertlerinnen keine Mütter zweiter Klasse seien, sei sie dafür, dass Standards zu berücksichtigen und internationale Kriterien zu respektieren seien. Sie meinte, die Sanitäterinnen und Sanitäter müssten auch entsprechend geschult werden, um bei einer Geburt behilflich sein zu können. Im Waldviertel müsse man die gleich gute gesundheitliche Versorgung bekommen wie in einem Ballungsraum.

Abgeordneter Karl B a d e r (VP) sagte, beim niederösterreichischen Weg im Gesundheitswesen gehe es um die sichere Versorgung der Menschen in den Regionen. Ein Rückgang von 18 Prozent bei den Geburten führe leider zur Schließung der Geburtenstation in Waidhofen an der Thaya. Zwettl und Horn seien in Zukunft die Kliniken im Waldviertel, wo hochspezialisierte Geburtenstationen zur Verfügung stehen. Sämtliche Experten würden diesen Schritt empfehlen. Die Zusammenlegung der Gynäkologie und der Geburtshilfe in Zwettl bedeute ein mehr an Sicherheit und Qualität für Eltern und Kinder.

(Forts.)

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