Kritik an Deutschkursen: Reaktion des AMS Wien

Die in der Tageszeitung „Die Presse“ vorgebrachten Vorwürfe sind fast ausschließlich ohne Substanz

Wien (OTS) - Das AMS Wien legt Wert auf die Feststellung, dass die heute in der Tageszeitung „Die Presse“ vorgebrachten Vorwürfe in Bezug auf Deutschkurse im Auftrag des AMS unzutreffend sind. In Wien wird der überwiegende Teil der österreichweit angebotenen AMS-Deutschkurse abgehalten.

Vorweg sei bemerkt, dass die Kundenzufriedenheit bei Deutschkursen in Wien bei 1,23 (von 1 bis 6) liegt. Die Wiener AMS-Landesorganisation haben auf 30.000 Kurseintritte sechs Beschwerden erreicht.

- Im Artikel („Kritik an Deutschkursen für Flüchtlinge“) ist die Rede davon, dass „Lehrer ohne Erfahrung“ gesucht werden.

Das Gegenteil ist richtig. Bei der Ausschreibung schlägt sich der Wert „Erfahrung“ mit fast 18 Prozent der erreichbaren Punktezahl nieder. Es haben also nur jene Institute realistische Chancen auf die Beauftragung, die erfahrenes Personal beschäftigen. Allerdings schreibt das AMS Wien nicht für jede einzelne Lehrperson Erfahrung vor, weil neue Trainerinnen und Trainer sonst kaum Chance auf einen Einstieg hätten.

- „Die Presse“ schreibt, die schlechte Bezahlung führe dazu, dass „unqualifiziertes Personal“ eingesetzt werde.

Das AMS Wien weist darauf hin, dass die Trainerinnen und Trainer nach Kollektivvertrag bezahlt werden. Die Höhe des Kollektivvertrags wird nicht vom AMS, sondern - wie in allen anderen Branchen auch - von den Kollektivvertragspartnern verhandelt.

Das AMS Wien verlangt als MINDESTANFORDERUNG der Trainerqualifikation eine abgeschlossene deutschspezifische staatlich oder nichtstaatlich zertifizierte Sprachtrainerausbildung im Ausmaß von mindestens 100 Gesamtstunden vor. Dass es sich bei diesen Personen um „unqualifiziertes Personal“ handle, wird mit Entschiedenheit zurückgewiesen.

- Im Artikel wird auch behauptet, die Zahl der Unterrichtsstunden sei von 320 auf 180 reduziert worden.

Das ist falsch. Die Absolvierung eines Sprachniveaus besteht beim AMS Wien seit langem aus drei Modulen à 60 Stunden. Diese 180 Stunden bilden bereits jetzt einen hohen Standard ab.

- Im Artikel ist die Rede davon, dass Lehrverpflichtungen von bis zu 45 Einheiten pro Woche ohne Vor- und Nachbereitungszeiten existieren.

Tatsächlich wird in zumindest einem Wiener Kursinstitut ein Modell gepflegt, nach dem in jeder zweiten Woche fünfmal neun Stunden gearbeitet wird – allerdings inklusive Vor- und Nachbereitungszeiten. Auf eine solche Woche folgt eine mit maximal 30 Arbeitsstunden inklusive Vor- und Nachbereitungszeiten. Bei ab September neu beginnenden Deutschkurstranchen schreibt das AMS Wien vor, dass 20 Prozent der Gesamtarbeitszeit der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts zur Verfügung stehen müssen.

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