Neuer europäischer Erdbeobachtungs-Satellit startet am Freitag ins All

Auch der 4. Satellit der „Sentinel“- Flotte hat österreichische Technologie an Bord

Wien (OTS) - Am Freitag, 22. April soll um 23.02 Uhr (MESZ) der 4. Satellit des europäischen Erdbeobachtungsprogrammes „Copernicus“ von Europas Raumflughafen in Kourou in Französisch-Guayana starten. „Sentinel-1B“ wird rund um die Uhr in Quasi-Echtzeit und bei jeder Wetterlage Aufnahmen von Land- und Meeresoberflächen in Europa, Kanada und den Polarregionen liefern. „Österreich ist nicht nur mit High-Tech an Bord der Satelliten vertreten, sondern auch bei der Nutzung und Auswertung der Daten vorne mit dabei“, so Technologieminister Gerald Klug. Insgesamt stellt das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie drei Millionen Euro für Projekte zur Analyse der Daten zur Verfügung.****

Die Sentinels (auf Deutsch "Wachposten") sind das Herzstück des großangelegten europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus, das von der Europäischen Union und der Europäischen Weltraumagentur getragen wird. Copernicus stellt Daten für Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft, Raumplanung, sowie für das Katastrophen-Management zur Verfügung. Die Europäische Weltraumagentur ESA plant, insgesamt sechs verschiedene Sentinel-Missionen zu starten. „Das Copernicus-Programm ist nicht nur aus wissenschaftlichen Gründen interessant“, so Klug. „Es ermöglicht eine neue Qualität der Erd- und Umweltbeobachtung und hat damit auch eine große ökologische und wirtschaftliche Bedeutung für Österreich.“

Der erste Satellit, Sentinel-1A wurde vor 2 Jahren gestartet. Seine Daten werden bereits für zahlreiche Dienste genutzt, darunter die Überwachung der Ausdehnung von Meereis in der Arktis, die routinemäßige Kartierung von Meereis, die Überwachung der Meeresumwelt einschließlich der Überwachung von Ölteppichen und des Aufspürens von Schiffen für die maritime Sicherheit, die Überwachung von Landflächen bei Erdbebenrisiken und die Kartierung zum Forst-, Wasser- und Bodenmanagement sowie zur Unterstützung von humanitärer Hilfe und in Krisensituationen.

Mit dem Start des Zwillingssatelliten Sentinel-1B wird das Satellitenduo jeden Punkt auf der Erde alle sechs Tage – an einigen Stellen sogar noch häufiger – abbilden und somit noch umfassendere Daten für operationelle und wissenschaftliche Anwendungen zur Verfügung stellen können.

Auch bei Sentinel-1B ist wiederum österreichische Hochtechnologie an Bord: Ruag Space Austria liefert den weltraumtauglichen GPS-Navigationsempfänger zur genauen Positionsbestimmung des Satelliten sowie die Thermalisolation. Siemens Convergence Creators entwickelte verschiedene Testgeräte.

Die Sentinel-Daten werden von zahlreichen österreichischen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen wie ENVEO, Geoville, Z-GIS, Universität für Bodenkultur, Earth Observation Data Centre for Water Resources Management (EODC) und Umweltbundesamt genützt. Das Innsbrucker Unternehmen ENVEO beispielsweise, 2001 als Spin-Off der Universität Innsbruck gegründet, erzeugte mit einem selbst entwickelten Algorithmus die erste umfassende Karte zu Volumen und Fließgeschwindigkeit von Gletschern in Grönland.
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