LIECHTENSTEIN, DAS PANAMA EUROPAS?

Die Panama Papers bringen Unternehmen und Persönlichkeiten in Bedrängnis. Wo die bevorzugten Steuerparadiese von österreichischen Unternehmen wirklich liegen, weiß Bisnode D&B.

Wien (OTS) - Warum in die Ferne schweifen? Während die prominentesten Verflechtungen der Panama Papers mit Österreich bei der Raiffeisen Bank International und der Hypo Vorarlberg liegen, bevorzugt das Gros der heimischen Unternehmen ganz andere Länder als Steuerparadiese.

In Panama, dem Stein des Anstoßes, haben lediglich zwölf österreichische Unternehmen ihren Hauptsitz. In Liechtenstein ist es ein Vielfaches davon, nämlich 235. Diese Zahlen veröffentlichte Bisnode D&B in Österreich, eine Tochtergesellschaft der Bisnode-Gruppe und somit Teil des führenden Anbieters von Wirtschaftsinformationen in Europa. Aufgrund einer weltweiten Datenbank mit mehr als 250 Millionen Unternehmen aus 220 Ländern ist Bisnode D&B in der Lage, weltweite Firmenverflechtungen und Eigentümerstrukturen offenzulegen. Panama und Liechtenstein sind nur zwei der Länder, die von der EU-Kommission als Steuerparadiese eingestuft werden. Weitere Länder, die in diese Kategorie fallen, sind: Hong Kong mit 45 Muttergesellschaften österreichischer Firmen, die Bahamas, für die die Zahl 40 beträgt, British Virgin Islands (32), Cayman Islands (25) und Bermuda (14).

Transparenz schaffen

Die Tatsache, dass heimische Firmen in den genannten Ländern ihre global höchsten Muttergesellschaften haben, ist noch nicht allein ein Beweis für Vorwürfe, die in Zusammenhang mit den Panama Papers erhoben wurden: Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung. Dennoch ist es ein Bestreben von Bisnode D&B, mit der Aufdeckung von weltweiten Firmenstrukturen Transparenz zu schaffen, sagt Eckhard Geulen, Bisnode Regional Director der DACH-Region: „Nicht jede Gründung einer Briefkastenfirma in beispielsweise karibischen Ländern ist mit der Verschleierung von Geldern oder illegalen Machenschaften verbunden. Aber Transparenz ist die Voraussetzung, um Wirtschaftskriminalität, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern.“

Rückschritt für Panama

In Zusammenhang mit den Panama Papers ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung pikant. Panama verfügt über eine aufstrebende Volkswirtschaft mit stabilen, wenn auch sich verlangsamenden Wachstumsraten (das BIP-Wachstum 2015 betrug 5,8 Prozent). Erst unlängst wurde Panama von der grauen Liste der „Financial Action Task Force (FATF)“ entfernt. FATF ist eine weltweite Vereinigung von Regierungen, darunter auch der österreichischen, zur Bekämpfung illegaler Geldgeschäfte. Auf die graue Liste war Panama 2014 gesetzt worden aufgrund mangelhafter regulatorischer Vorbeugung gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Die Entfernung von der Liste wurde als wichtiger Reputationsgewinn für Panama gesehen. Zumindest dieser Zugewinn dürfte Schaden genommen haben.

Die schwedische Bisnode Gruppe, mit Unternehmenssitz in Stockholm, ist mit 2.500 MitarbeiterInnen in 17 europäischen Ländern der führende Anbieter für digitale Wirtschaftsinformationen. Bisnode Austria beschäftigt ca. 70 MitarbeiterInnen in Wien. Das Unternehmen verfügt über umfassende Daten zu mehr als 500.000 österr. und 103 Millionen europäischen Firmen sowie über das Dun & Bradstreet Worldwide Network zu über 250 Millionen internationalen Unternehmen. Weiters betreibt Bisnode eine Bonitätsdatenbank mit jeweils über 7,5 Mio Privatpersonen aus Österreich und der Schweiz und durch Partner über 49 Mio deutsche Privatpersonen. In 2014 betrug der Umsatz der Bisnode Gruppe 3,5 Mrd. Schwedische Kronen (ca. 370 Mill. EURO/Stichtag 31.12.). Mehr Informationen unter www.bisnode.at

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