Der Österreichische Musikfonds feiert 10-Jahres-Jubiläum

Neben einem positiven Resümee über zehn Jahre erfolgreiche Fördertätigkeit steht die dringende Notwendigkeit einer deutlichen finanziellen Aufdotierung im Raum.

Wien (OTS) - Am Dienstag Abend trafen sich 350 MusikerInnen, VertreterInnen der heimischen Musikbranche und Medien im Veranstaltungszentrum SIMM City, um das 10-jährige Bestehen des Österreichischen Musikfonds zu feiern.

Neben einem Livekonzert des Chartstürmers LEMO präsentierte DJ Eberhard Forcher einen eindrucksvollen Querschnitt heimischen Musikschaffens. Die allgemeine Lage der Musiknation Österreich wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Österreichische Musik im Aufwind – Die Rolle von Musikfonds, Musikförderung und Medienpräsenz“ mit SPÖ-Kunst- und Kultursprecherin NRAbg. Elisabeth Hakel, ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz, Musikerin Ankathie Koi, Labelbetreiberin Romy Reis sowie Musikfonds-Obmann und Tonstudiobetreiber Georg Tomandl, moderiert von Birgit Denk, erörtert.

Der Öst.Musikfonds ist 2005 als damals europaweit einzigartiges public private partnership-Modell angetreten, um den dramatischen Marktentwicklungen entgegen zu wirken, professionelle heimische Musikproduktionen und Livetourneen aller musikalischen Genres auf einem international konkurrenzfähigen Qualitätsniveau zu ermöglichen und damit Österreich als Kreativstandort zu stärken.

In den Jahren 2005 bis 2015 wurden 611 Albumproduktionen mit insgesamt 5,5 Millionen Euro und damit verbundene Musikvideos mit 700.000 Euro gefördert. Für 175 Konzerttourneen bei über 1.500 Konzerten wurden bisher 1 Million Euro bereitgestellt.

Dem Musikfonds stand in der Vergangenheit ein jährliches Budget zwischen 800.000 und 1 Million Euro zur Verfügung. Für Musikfonds-Geschäftsführer Harry Fuchs gibt es jedoch dringenden Handlungsbedarf: „Mit diesen im Vergleich zu anderen Kreativbereichen doch recht überschaubaren Mitteln konnten wir zwar eine essentielle und nachhaltige Förderarbeit leisten, in Hinblick auf die Marktentwicklungen wäre es aber hoch an der Zeit, durch eine deutliche Erhöhung unserer finanziellen Mittel und einer langfristigen Finanzierungssicherheit nicht nur unsere bisherigen Förderbereiche zu stärken, sondern vor allem die Förderarbeit in Richtung Vermarktungs- und Vertriebsförderung zu erweitern und die Exportförderung auszubauen. Nur durch entsprechende Maßnahmen kann Österreich seinem Ruf als Musikland auch in Hinblick auf aktuelles musikalisches Schaffen gerecht werden.“

Für SPÖ Kunst- und Kultursprecherin Elisabeth Hakel steht die Rolle des Musikfonds außer Frage: "Der Musikfonds holt die Musikerinnen und Musiker von Beginn an genau dort ab, wo sie die Unterstützung am meisten brauchen und leistet somit hervorragende Arbeit. Die steigenden Popularität österreichischer Musik sowohl im In- als auch im Ausland zeigt, dass wir hier mit dem Musikfonds den richtigen Weg gegangen sind. Mittelfristig ist es aber sicher notwendig, die Mittel des Fonds anzupassen, um die Qualität auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Ich wünsche mir ein Musikstandortsicherungsgesetz, ähnlich der FISA (Filmstandortsicherungsgesetz) im Filmbereich. Dafür braucht es Mehrheiten im Parlament und ich sehe zudem vor allem das Wirtschaftsministerium in der Pflicht, in dieser Frage einen großen finanziellen Beitrag zu leisten. Es heißt ja nicht umsonst, MusikWIRTSCHAFT."

Auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz liegt die heimische Musiklandschaft sehr am Herzen: „Der Österreichische Musikfonds hat in den letzten zehn Jahren viel geleistet, um die Entwicklung des österreichischen Musikschaffens zu fördern und die öffentliche Wahrnehmung heimischer Bands zu steigern. Auch dem ORF ist es ein großes Anliegen, den Kreativstandort Österreich zu stärken. Daher unterstützen wir die Arbeit des Musikfonds finanziell und bringen uns dort gerne ein, wenn es um die Förderung junger musikalischer Talente geht.“

Elisabeth Hakel freut sich über das Engagement des ORF, sieht aber noch Entwicklungspotential. "Wir konnten die österreichische Musikbranche gemeinsam mit ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz stärken, indem wir uns letztes Jahr für eine freiwillige 15%-ige Quote auf Ö3 und Radio Wien geeinigt haben. Dennoch gibt es auch im ORF noch viel Potenzial zur Unterstützung österreichischer Musik. Wenn beispielsweise Marcel Hirscher in den Ziellauf einfährt, wäre es doch naheliegend, österreichische Bands zu hören - und zwar weltweit! Oder aber auch Sendungen wie das Wetterpanorama sollten mit österreichischer Musik hinterlegt werden", so Hakel.

"Die ersten 10 Jahre Österreischer Musikfonds sind ein großer Erfolg. Nun stehen wir vor der großen Herausforderung, die Zukunft heimischen Musikschaffens mit zu gestalten. Das ist in Zeiten, in denen Budgetknappheit dominiert und die sozialen und kulturellen Einrichtungen (SKE) der Verwertungsgesellschaften von Handelsketten wie Amazon ins Visier genommen werden, keine Selbstverständlichkeit und wird nur mit gutem Willen und der aktiven Unterstützung aller, die sich für Musik aus Österreich einsetzen, funktionieren", resümiert Musikfonds-Obmann Georg Tomandl.

Vor dem Musikfondsevent fand nachmittags eine Informationsveranstaltung des Fachverbands der Film- und Musikwirtschaft und der Wirtschaftskammer Wien statt. 14 Förderstellen standen für Fragen zu ihren Musikförderungsangeboten zur Verfügung.

Der Musikfonds wird getragen und finanziert vom Bundeskanzleramt Sektion Kunst & Kultur, den Verwertungsgesellschaften AKM/GFÖM, SKE-Fonds der Austro Mechana, LSG Produzenten/Ifpi und LSG Interpreten/Östig sowie wirtschaftsseitig vom Fachverband der Film-und Musikwirtschaft und dem ORF. Pro7Sat1Puls4 und Kronehit stellen im Rahmen einer Medienpartnerschaft Werbezeiten für geförderte Produktionen zur Verfügung.

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Österreichischer Musikfonds
Geschäftsführer Mag. Harry Fuchs
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