Kostensenkung im Gesundheitssystem durch mehr Psychologie

Wien (OTS) - „Fast jeder Zehnte leidet weltweit an Depressionen oder Angstzuständen“, so die Aussage der aktuellen WHO-Studie, veröffentlicht im namhaften Fachjournal „The Lancet Psychiatry“. Den präventiven Lösungsansatz sieht die WHO vorerst in der Erhöhung finanzieller Mittel, um die psychische Gesundheitsversorgung für alle Betroffenen zu verbessern, und um so die Folgekosten zu minimieren.

Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen weist darauf bereits seit vielen Jahren hin und fordert, dass die klinisch-psychologische Behandlung von den Krankenkassen finanziert wird. Grundlage dafür wäre eine Anpassung eines Absatzes im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz.

„Es ist besonders wichtig, dass Menschen die unter psychischen Erkrankungen leiden, umgehend klinisch-psychologische Behandlung in Anspruch nehmen können, um einer Chronifizierung entgegenzuwirken. Nicht nur aus Sicht der PatientInnen, sondern vor allem aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es eine Maßnahme zur kosteneffizienteren Gestaltung des Gesundheitssystems“, sagt Sandra M. Lettner, Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen.

Um psychische Erkrankungen durch Primärprävention zu verhindern, bestehen in der Gesundheitspsychologie viele Methoden. Sobald eine psychische Erkrankung ausgebrochen ist, stehen von Seiten der Klinischen Psychologie effiziente, kostengünstige und vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung. Die GesundheitspsychologInnen und Klinischen PsychologInnen sind durch ihre universitäre Ausbildung und umfassende postgraduelle Ausbildung bestens gerüstet, um die Behandlung der steigenden Anzahl von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu übernehmen.

„Statt teure Krankenstandstage zu bezahlen sollte es zum einen möglich sein, präventive Maßnahmen zu finanzieren, die wesentlich günstiger sind und das Gesundheitssystem entlasten. Zum anderen können psychische Krisen oder Erkrankungen durch die klinisch-psychologische Behandlung bestmöglich einer Gesundung zugeführt werden, um somit langwierige und wiederholte Behandlungen zu verringern, die schlussendlich sehr kostenintensiv sind“, so Lettner.

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