- 19.04.2016, 12:20:25
- /
- OTS0123 OTW0123
2015 – ein erfolgreiches Jahr für die österreichische Papierindustrie
Produktionssteigerungen in allen Sortimenten - Holzversorgung und Energiekosten bleiben weiterhin Topthemen

Utl.: Produktionssteigerungen in allen Sortimenten - Holzversorgung
und Energiekosten bleiben weiterhin Topthemen =
Wien (OTS) - „2015 war für die österreichische Papierindustrie ein
gutes Jahr. Wir haben es geschafft, trotz Rückgängen im inländischen
Verbrauch, die Papierproduktion um 2,0 Prozent zu steigern. Die
optimale Nutzung von Holz hat oberste Priorität. Viele Unternehmen
produzieren längst nicht mehr nur Papier und Zellstoff, sondern auch
viele andere Faserprodukte. Die wesentlichen Herausforderungen der
Branche bleiben weiterhin das Ökostromgesetz sowie die
Energiekosten“, fasst Alfred Heinzel, Präsident der Papierindustrie,
die Situation der Branche im Rahmen der Jahrespressekonferenz
zusammen.
Die österreichische Papierindustrie produzierte 2015 insgesamt 5,0
Millionen Tonnen Papier und damit um 2,0 Prozent mehr als im Vorjahr.
Das ist insbesondere im europäischen Umfeld ständiger
Kapazitätsanpassungen und Standortschließungen bemerkenswert.
Die Investitionen stiegen 2015 auf 210 Millionen Euro, der Umsatz lag
bei 3,8 Milliarden Euro. Herausforderung bleibt weiterhin die
Ökostromförderung, die die Branche rohstoffseitig wie durch die
Energiekosten belastet.
Wachsende Produktion in allen Sortimenten
Die Produktion konnte im vergangen Jahr in allen Sortimenten
gesteigert werden. Sogar bei den grafischen Papieren, die am
stärksten unter der zunehmenden Konkurrenz der digitalen Medien
leiden, gab es ein leichtes Plus von 0,2 Prozent auf 2,7 Millionen
Tonnen. Der Verpackungssektor legte um 4,9 Prozent auf 1,9 Millionen
Tonnen zu und die Spezialpapiere verzeichneten ein Plus von 1,5
Prozent auf 280.000 Tonnen. Auf Änderungen in der Nachfrage reagieren
die Unternehmen mit Investitionen, zwei Werke planen
Sortenumstellungen. Mit einer Exportquote von 87 Prozent ist die
Papierindustrie weitgehend von der sinkenden Nachfrage im Inland
(-5,8 Prozent bei grafischen Papieren) unabhängig.
Durch umbaubedingte Stillstände in zwei steirischen Werken, sank die
Zellstoffproduktion 2015 um 6,8 Prozent auf 1,8 Millionen Tonnen. Das
hatte auch Rückgänge bei Holzeinsatz (-8,1 % auf 7,3 Mio. t) und
Energieverbrauch (-2,4 % auf 14.400 GWh) zur Folge. Die Strom- und
Holzpreise waren 2015 temporär zwar rückläufig, dafür müssen die
Unternehmen mittlerweile 7,3 Millionen Euro in den Ökostromfördertopf
einzahlen.
Ökostromgesetz novellieren
Aufgrund der Stillstände in zwei großen Zellstoffwerken wurden nur
7,3 Millionen Festmeter – oder 8,1 Prozent weniger Holz als im
Vorjahr – eingesetzt. Dadurch konnte die Importquote zu Gunsten
heimischer Lieferanten auf 28% gesenkt werden. 2016 wird der
Holzeinsatz bei Normalbetrieb wieder steigen. Vom zweitwichtigsten
Rohstoff, Altpapier, wurden 2015 2,4 Millionen Tonnen eingesetzt.
Trotz einer Gesamtverfügbarkeit (Inlandsaufkommen + Importe +
sonstiges Holzaufkommen) von 40 Millionen Festmetern Holz, werden
bereits zwei Drittel des Holzes zu Strom und Wärme umgewandelt. Nur
ein Drittel wird stofflich zu Papier- und Holzprodukten verarbeitet.
Die Österreichische Papierindustrie ist überzeugt, dass mit dem
wertvollen Rohstoff Holz sorgsam umgegangen werden muss und vertritt
das unter dem Motto „Veredeln vor Verbrennen“. Durch die stufenweise
Verarbeitung von Holz zuerst zu Produkten, mehrmaligem Recycling und
erst zum Schluss zu Energie, schafft die Papierindustrie eine
fünffach höhere Wertschöpfung und zehn Mal mehr Arbeitsplätze als bei
der rein energetischen Verwertung.
Leider forciert das Ökostromgesetz den Trend in Richtung direkter
Verbrennung und beeinflusst damit den Holzmarkt. „Das Ökostromgesetz
muss endlich novelliert werden. Wir fordern nichts anderes als
gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer. Die
Tarifförderung lenkt immer mehr Holz in Richtung Verbrennung und
unsere Betriebe müssen diese Situation auch noch über ihre
Stromrechnung mitfinanzieren“ appelliert Christian Skilich,
Vizepräsident der Austropapier, an die Politik und spielt dabei auf
die 7,3 Millionen Euro Ökostromkosten an, die die Branche 2015 in den
Ökostromfördertopf einzahlte.
Energie effizient einsetzen
Seit Jahren zählt die Papierindustrie zu den Vorreitern in Sachen
Energieeffizienz und Klimaschutz. Ihren Primärenergiebedarf von
14.400 GWh deckt sie zu 90 Prozent aus standorteigener Produktion in
hocheffizienten Anlagen. Ihre CO2-Emissionen konnte die Branche seit
den 90er-Jahren je Tonne Papier um 40 Prozent reduzieren. Die
EU-Klimapolitik stellt die Betriebe trotzdem vor Herausforderungen.
„Die Papierindustrie begrüßt das Pariser Abkommen zur Eindämmung der
weitweiten Treibhausgasemissionen und möchte aktiv ihren Beitrag
leisten. Die CO2-Reduktion darf allerdings nicht auf Kosten der
europäischen Standorte gehen. Es müssen Vorkehrungen getroffen
werden, dass Unternehmen im internationalen Wettbewerb weiterhin von
der Abwanderung in Länder mit weniger restriktiven CO2-Vorgaben
abgehalten werden“ gibt Max Oberhumer, Vizepräsident von Austropapier
zu bedenken.
Auf dem Weg zur Bioraffinerie
Mit 1.600 GWh Ökostrom-Aufbringung zählen die Betriebe der Branche
bereits heute zu den größten industriellen Ökostromproduzenten. In
diesem Sinne entwickelt sich die Papierindustrie immer weiter in
Richtung Bioraffinerie. „Unter der Prämisse, den Rohstoff Holz
möglichst umfassend zu nutzen und wiederzuverwerten, produziert die
Branche längst nicht nur mehr Papier und Zellstoff, sondern noch eine
Vielzahl an innovativen Faser- und chemischen Produkten. Textilgarne,
aber auch ganz neue Anwendungen wie faserverstärkte
Kunststoffkomponenten, Chemikalien oder Lebensmittelzusatzstoffe
können aus Nebenprodukten der Zellstofferzeugung produziert werden“,
blickt Heinzel optimistisch in die Zukunft.
Anmerkung:
Grafische Papiere: z.B. Zeitungen, Magazine
Verpackungspapiere: z.B. Wellpappe, Faltschachtelkarton, Tragetaschen
Spezialpapiere: z.B. Hygienepapiere, Zigarettenpapiere,
Gipsplattenkarton
Austropapier – Vereinigung der Österreichischen
Papierindustrie
Austropapier repräsentiert – gemeinsam mit dem Fachverband der
Papierindustrie - die Unternehmen der österreichischen
Papierindustrie. 24 Betriebe erzeugen jährlich fast 5 Millionen
Tonnen Papier, Karton und Pappe. Sie stellen fast 8.000 Arbeitsplätze
direkt bereit und tragen zur Einkommenssicherung von hunderttausenden
Menschen in der heimischen Forst- und Holzwirtschaft, in der Papier
und Pappe verarbeitenden Industrie und dem Druck- und Grafik-Sektor
bei.
Papier begleitet uns Tag für Tag in vielen wichtigen Produkten. Der
Einsatz der erneuerbaren Rohstoffe Holz und Altpapier, die
Wiederverwertung der Rückstände als Rohstoff, höchste
Energieeffizienz der Anlagen und enorme Investitionen zur
Verbesserung der Umweltsituation gehören zu den Grundpfeilern der
nachhaltigen Wirtschaftsweise. Mit modernen und gut bezahlten
Green-Jobs, konsequenter Aus- und Weiterbildung sowie der Bündelung
von Forschung, Entwicklung und Innovation sichert der Sektor
nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Standorte.
(PWK280/us)
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7672/
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK






