AVISO: „Was wir wollen“/ „Plough Back The Fruits“. Die Gemälde der Witwen von Marikana

VÖGB-Ausstellung über die Auswirkungen globaler Rohstoffpolitik am Beispiel Südafrika + Interviewmöglichkeit mit Angehörigen der Opfer des Massakers von Marikana

Wien (OTS) - Am 10. August 2012 starteten MinenarbeiterInnen in einer der größten Platin-Minen Südafrikas einen selbstorganisierten Streik für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Sechs Tage später wurden 34 Minenarbeiter von der Polizei erschossen beim Versuch, den Streik gewaltsam zu beenden.

Einzelne Hinterbliebene baten die Khulumani Support Group, eine zivilgesellschaftliche Organisation für Opfer im Nachfeld der Apartheid, um Hilfe. Diese bot neben rechtlichem Beistand auch eine Plattform des Erfahrungsaustauschs für jene, die bis dato kein Gehör fanden. In Meetings und Workshops wuchs ein Kollektiv, das sich zunehmend einer gemeinsamen Stimme bediente. Der Ausdruck dieses kollektiven Kampfes sind die sogenannten „Bodymaps“: Gemälde, die von den traumatischen Erfahrungen der Witwen von Marikana erzählen und gleichzeitig Fragen an die europäische Rohstoffpolitik als solche stellen, denn Platin ist Bestandteil in jedem Autokatalysator. Die „Bodymaps“ sind erstmals in Europa zu sehen. Mehr Informationen finden Sie unter: http://basflonmin.com/home

Austellungseröffnung:
Wann: 20. April 2016, 18 Uhr
Wo: Foyer des ÖGB, Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien (U2-Station Donaumarina)

TeilnehmerInnen:

Ntombizolile Mosebetsane und Agnes Makopano Thelejane: Sie haben ihre Ehemänner, Minenarbeiter, beim Massaker von Marikana verloren. Ihre Arbeiten, mit denen sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse im Nachfeld des Massakers visuell umschreiben, bilden den Kern der Ausstellung im Foyer des ÖGB in Wien.

Der anglikanische Bischof von Pretoria, the Right Reverend Bishop Jo Seoka, ist einer der drei Hauptrepräsentanten der MinenarbeiterInnen von Marikana und Leiter der Bench Marks Foundation, die transnationale Unternehmen kritisch monitort. Er forderte im April 2015 BASF (Hauptkunde des Minenbetriebs in Marikana) dazu auf, ihren eigenen „code of conduct" (Lieferkettenverantwortung) beim Wort zu nehmen und zu Reparationszahlungen beizutragen.

No-Marussia Bonase und Judy Seidman arbeiten bei dem südafrikanischen Opferverband "Khulumani Support Group". Sie haben jene Workshops geleitet, im Zuge derer die Malereien der "Witwen von Marikana" entstanden sind.

Die TeilnehmerInnen stehen am 19. und 20. April nach Terminvereinbarung für Interviews zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Amela Muratovic
ÖGB-Kommunikation
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