Migration und Ernährung in Niederösterreich

FH St. Pölten beteiligt sich am neuen Forschungsnetzwerk Interdisziplinäre Regionalstudien (FIRST)

St. Pölten (OTS/FHSTP) - Vor kurzem haben sich vier niederösterreichische geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Institute zum Forschungsnetzwerk Interdisziplinäre Regionalstudien, kurz FIRST, mit Sitz an der Donau-Universität Krems zusammengeschlossen.

Zwei Forschungsvorhaben, die vom Land NÖ im Rahmen der FTI-Strategie des Landes gefördert werden, starten derzeit: eines zum Thema Migration, eines zum Thema Ernährung. Daran beteiligt ist auch das Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung der FH St. Pölten als externer Kooperationspartner.

Inklusion statt Integration

Der Forschungsverbund Migration untersucht im Rahmen des Netzwerks die Lage von Flüchtlingen in niederösterreichischen Gemeinden und die Rolle des „Migrationsraums Niederösterreich“ vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Angesichts der aktuellen Migrationsentwicklungen mit der Perspektive, dass in den kommenden Jahren vermehrt Menschen mit Fluchterfahrung in Gemeinden längerfristig leben werden, wird die Frage ihrer Einbindung in das Gemeinwesen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Bisher wurde dafür meist der Ansatz der Integration genutzt. Dieser soll um jenen der sozialen Inklusion erweitert werden. „Im Unterschied zu Konzepten der Integration geht es nicht darum, dass einzelne oder Gruppen in ein größeres Ganzes eingegliedert werden bzw. sich in diesen Prozess selbst eingliedern, sondern es wird eine neue Form des Zusammenlebens angestrebt. Demnach bedeutet Inklusion, die Teilhabe von Einzelnen an einer Gemeinschaft zu ermöglichen sowie die Barrieren für eine solche Teilhabe zu erkennen und aktiv zu beseitigen“, erklärt Johannes Pflegerl, Leiter des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung der FH St. Pölten.

Essen und Ungleichheit

Der Forschungsverbund Nahrung betrachtet soziale Ungleichheit durch das Prisma der Nahrung und vereint geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Interdisziplinarität mit einer Langzeitperspektive.

„Sozialarbeit interessiert sich überraschend wenig für das Essen. Die Sozialarbeit und ihre Fachwissenschaft haben Themen um Ernährung und Public Health anderen überlassen, der Medizin und der Ernährungswissenschaft, als handle es sich dabei nicht um eine soziale Frage und als wäre sie unbedeutend für Inklusion und Existenzsicherung“, sagt Peter Pantuček-Eisenbacher, Leiter des Departments Soziales der FH St. Pölten.

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