Mückstein zu Weltgesundheitstag: Große Versorgungslücke in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Grüne für einheitliche Planungsvorgaben in kinder- und jugendpsychiatrischer Versorgung

Wien (OTS) - „Die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung ist in einer dramatisch schlechten Situation“, macht Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen, anlässlich des morgen, Donnerstag, stattfindenden Weltgesundheitstages aufmerksam.

Die Gesundheit Österreich GmbH geht aufgrund von Studien davon aus, dass rund 300.000 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre im Jahr 2012 österreichweit psychisch erkrankt waren. 9,7 Prozent, also 166.256 aller Kinder und Jugendlichen, waren von einer psychiatrischen bzw. psychischen Störung im engeren Sinn betroffen und damit behandlungsbedürftig.

"In diesem Alter sind Kinder und Jugendliche noch sehr gut behandelbar und es zählt jeder Tag. Wenn psychische Erkrankungen bei Kindern unbehandelt bleiben, können sie rasch chronisch werden. Nicht nur enormes psychisches Leid und Einbußen an Lebensqualität, sondern auch psychisch kranke Erwachsene sind die Folge", ist Mückstein überzeugt.

Trotz mehrfacher Kritik gibt es weiterhin stationäre Aufnahmen von Jugendlichen an erwachsenenpsychiatrischen Abteilungen. „Dies verletzt menschenrechtliche und fachliche Standards. Dieser Notstand ist umgehend zu beheben und die erforderliche Zahl von kinder- und jugendpsychiatrischen Betten ist dringend bereitzustellen“, fordert die Grüne.

"Österreich braucht bundesweit einheitliche Planungsvorgaben für die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung, die von den Ländern endlich verbindlich umzusetzen sind. Auch im Bereich der Psychotherapie muss endlich eine Vollversorgung angestrebt werden. Psychotherapeutische Behandlung muss für alle, die sie brauchen, leistbar sein. Der Kassenzuschuss für Psychotherapie ist sofort auf zumindest 40 Euro zu erhöhen, langfristig ist die kassenfinanzierte Behandlung gesetzeskonform auszubauen“, sagt Mückstein.

„Ich erwarte mir von Bundesministerin Oberhauser, auf diesem Gebiet rasch tätig zu werden und dafür Sorge zu tragen, dass endlich die Versorgungslücke für Kinder und Jugendliche im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie geschlossen wird. Den vielen Worten müssen endlich Taten folgen“, fordert Mückstein und kündigt entsprechende Entschließungsanträge an.

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