Volkskrankheit Diabetes: 600.000 Betroffene, Tendenz steigend

Initiative Arznei & Vernunft veröffentlicht neue Leitlinie und Patientenbroschüre zu Diabetes mellitus Typ 2

Wien (OTS) - In Österreich leben mehr als 600.000 Menschen mit der Diagnose „Diabetes mellitus“ – Tendenz steigend. Der Großteil der Betroffenen leidet dabei an Typ 2 Diabetes, die als chronische Erkrankung lebenslang zu behandeln ist und häufig Begleiterkrankungen mit sich bringt. Um die Versorgung betroffener weiter zu verbessern, wurden im Rahmen der Initiative Arznei & Vernunft (A&V) eine Leitlinie und Patientenbroschüre zu Diabetes mellitus Typ 2 erstellt. Die Leitlinie spiegelt den Letztstand der Wissenschaft wider und soll medizinischen Fachkreisen als Orientierung bei der Behandlung von Diabetes-Patienten dienen. Die Patientenbroschüre klärt über Krankheitsbild und Präventionsmaßnahmen auf. Beide Publikationen sind auf www.arzneiundvernunft.at abrufbar. Die Patientenbroschüre wird zudem an Arztpraxen und Apotheken verteilt.

„Bis 2030 soll die Zahl der Diabetiker in Österreich auf 800.000 steigen – das ist im höchsten Maße alarmierend“, so Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig über die Prognosen. „Auch die daraus entstehenden Kosten für das Gesundheitssystem sind beunruhigend. Sie werden sich Schätzungen zufolge auf acht Milliarden Euro pro Jahr belaufen“, so Huber. Rasches Handeln ist gefragt: „Es ist wichtig, dass Menschen Gesundheit verstehen. Schließlich will jeder von uns ein langes und gesundes Leben führen – und das bis ins hohe Alter. Ein ungesunder Lebensstil, bestehend aus fettem Essen, Zigaretten und wenig Bewegung, bringt uns nicht an dieses Ziel, sondern führt zu chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes“, betont Huber.

Mag. Martin Schaffenrath, stv. Vorsitzender des Verbandsvorstands im Hauptverband der Sozialversicherträger, betont der gemeinsamen Initiative Arznei & Vernunft: „Wir wollen erreichen, dass Ärzte bei der Behandlung von Diabetes-Patienten mit der A&V-Leitlinie auf eine fundierte und aktuelle Basis zurückgreifen können. Und Patienten sollen durch eine für sie erstellte Broschüre in die Lage versetzt werden, eigenverantwortlich Maßnahmen setzen zu können, um die schleichende Krankheit Diabetes in den Griff zu bekommen oder - noch besser – zu verhindern, an Diabetes überhaupt zu erkranken. Für eine bestmögliche Versorgung und Behandlung der Patienten bedarf es jedenfalls eines Miteinanders: Gemeinsam mit dem Arzt können Betroffene Strategien entwickeln, um mit der schleichenden Krankheit umzugehen.“

Dr. Artur Wechselberger, Präsident der Österreichischen Ärztekammer ergänzt: „Die Leitlinien stellen sicher, dass die Patienten eine zeitgemäße, evidenzbasierte Therapie erhalten. Für uns Ärzte sind sie eine wertvolle Entscheidungshilfe und Unterstützung.“ Gleichzeitig solle die Borschüre das Wissen der Patienten erweitern. Zentrales Anliegen der ÖÄK: „Der medizinische Fortschritt soll rasch in den Praxen und Krankenhäusern Eingang finden“, skizziert Wechselberger das Ziel der Initiative aus Sicht der ÖÄK. Die Zusammenarbeit ermögliche es, neue Behandlungsmethoden rasch verfügbar zu machen. „Wir sind davon überzeugt, dass Arznei & Vernunft dazu beiträgt, dass die Wissenschaftlichkeit und Versorgungsqualität im Mittelpunkt stehen“, sagt der ÖÄK-Präsident. Um einen gemeinsamen Wissensstand zu sichern, seien die Inhalte von Arznei & Vernunft via e-Learning seitens der Akademie der Ärzte für die Ärzteschaft verfügbar gemacht worden.

Mag. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, sieht daher in der Bildung der persönlichen Gesundheitskompetenz eine der großen Stärken von Arznei & Vernunft: „Was kann ich tun, um mit meiner Erkrankung adäquat umzugehen? Wie integriere ich welche Maßnahmen zur Verbesserung meiner Werte in den Alltag? Diese Fragen beschäftigen viele Betroffene – und die dazugehörige Antworten liefern ihnen Experten aus dem Gesundheitswesen, die ihr Wissen und ihre Erfahrung der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.“ Gerade in der Apotheke sieht Wellan die Möglichkeit zur Bewusstseinsbildung:
„Die Beratung ist in der Apotheke ein wesentlicher Service, den die Kundinnen und Kunden auch gerne annehmen. Das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Apotheken ist hoch. Es ist daher nur konsequent, wenn wir, gemeinsam mit anderen Partnern im Gesundheitswesen, vielfältige Zugänge zu Informationen für die Bevölkerung bieten, wie etwa durch A&V.“

Univ. Prof. Dr. Ernst Singer, Leiter der Expertengruppe Arznei & Vernunft über die neuesten Publikationen: „Die Empfehlungen der Leitlinie sind auf evidenzbasierte Erkenntnisse gestützt und wurden erneut unter Einbindung medizinischer Experten erstellt. Ärzte erhalten in kompakter und übersichtlicher Form Informationen zur optimalen Versorgung und Behandlung dieser weiter steigenden Zahl an Betroffenen. Es freut mich, wenn wir mit der neuen A&V-Leitlinie zu Diabetes einen Beitrag zu einer noch besseren Versorgung der Patienten leisten können.“

Über „Arznei und Vernunft“
Die Initiative „Arznei & Vernunft“ ist ein gemeinsames Projekt von:
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Pharmig, Österreichischer Ärztekammer und Österreichischer Apothekerkammer. Ziel der Initiative ist ein vernünftiger Umgang mit Arzneimitteln.

Alles über die Initiative unter www.arzneiundvernunft.at

Rückfragen & Kontakt:

Hauptverband:
Dieter Holzweber,
+43/1/711 32-1122,
dieter.holzweber@hvb.sozvers.at

Österreichische Apothekerkammer:
Mag. Gudrun Kreutner,
+43/1/404 14-600,
gudrun.kreutner@apothekerkammer.at

Österreichische Ärztekammer:
Mag. Martin Stickler,
+43/1/51406-3314,
m.stickler@aerztekammer.at

Pharmig:
Peter Richter, BA MA,
+43/1/40 60 290 24,
peter.richter@pharmig.at

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