Kinderärztliche Versorgung: Ärztekammer begrüßt spätes Einlenken der WGKK-Obfrau

Steinhart zu Reischl-Interview in Kronen Zeitung: „Unsere Ideen sind endlich auch in der Sozialversicherung angekommen"

Wien (OTS) - Die Ärztekammer begrüßt die von der Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse Ingrid Reischl getätigte Äußerung in der aktuellen Abendausgabe der Kronen Zeitung, wonach sie den von der Ärztekammer forcierten Ausbau der kinderärztlichen Versorgung nun endlich umsetzen wolle. "Es ist eine altbekannte Forderung der Ärztekammer, die jetzt auch die Krankenkasse nicht mehr ausblenden kann – wir brauchen mehr medizinische Versorgung für unsere jungen Patienten", bewertet Johannes Steinhart, Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, den „plötzlichen politischen Umschwung“ der Krankenkasse. ****

Die von Reischl präsentierten Ideen sind nicht neu und stehen schon lange auf der Wunschliste der Wiener Ärztekammer: die Verlängerung der Öffnungszeiten der KIND-Ambulanz im AKH, die Verstärkung des Ärztefunkdienstes sowie der Aufbau weiterer kinderärztlicher Ambulanzen. „Wir sind zur Umsetzung unserer Ideen jederzeit bereit und stehen für Verhandlungen zur Verfügung", so Steinhart.

Faire Bedingungen für Kind und Kinderarzt

Das Ziel, die Öffnungszeiten an Wochenenden für junge Patienten besser zu koordinieren, sei ein von der Ärztekammer schon lange urgiertes, das bereits bei Ausbruch der diesjährigen Grippewelle offensichtlich gewesen war und von der Ärzteschaft in Eigeninitiative gelöst werden konnte.

Steinhart: „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben hier echten Einsatz gezeigt. Mit der Wochenendinitiative der Wiener Kinderärzte, die damals ihre Ordinationen auch an Wochenenden geöffnet hielten, wurde eindrucksvoll bewiesen, dass selbst bei Versorgungsengpässen die bestmögliche Patientenbetreuung bei uns Ärztinnen und Ärzten immer im Vordergrund steht.“ Er habe schon damals gesagt: „Helfen steckt in unserer DNA – doch es braucht auch faire Bedingungen und eine gesicherte Finanzierung.“

„Wir sind jederzeit bereit für weitere Pilotprojekte, solange sie gemeinsam mit uns geplant werden und nicht in Knebelverträgen enden.“ Wie erfolgreich so etwas – ganz ohne eigenes PHC-Gesetz – sein könne, sehe man am ersten österreichweiten PHC in Wien-Mariahilf. Die Ärzteschaft habe damit bewiesen, dass eine Primärversorgung auch ohne Aushebelung des Gesamtvertrags planbar sei, „und nach diesem Vorbild sind wir gerne zu weiteren Projekten bereit“, betont Steinhart.

Voraussetzung dafür sei jedenfalls die lückenlose Einbindung von Ärztinnen und Ärzten, so Steinhart, der sich allerdings „ein wenig“ wundert, warum die WGKK-Obfrau Pläne in Zeitungsinterviews präsentiert, ohne die Betroffenen zu informieren. Trotzdem wolle er „diesen politischen Stil“ nicht weiter kommentieren, denn: „Es wurde genügend Zeit verschenkt. Jetzt geht es um die Realisierung der Pläne, und das natürlich nur gemeinsam mit der Ärzteschaft“. (lsd)

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