WK Wien warnt vor Konsequenzen wegen zunehmender Ring-Sperren

Handel und Tourismus fordern Reduktion der Ringstraßen-Sperren – Umsätze bleiben aus, Gäste sind verärgert, Jobs wackeln – Politik darf Problem nicht länger ignorieren

Wien (OTS) - Die Ringstraße ist eine der Hauptverkehrsadern der Bundeshauptstadt. Dennoch wird sie wie keine andere Straße in Österreich für Demonstrationen, Veranstaltungen und Spaßevents zweckentfremdet. Gestern demonstrierten die Milchbauern, heute ein Taxler-Verein, am Sonntag wird für die Radparade abgesperrt. Nächstes Wochenende wird der Ring von Freitag bis Sonntag zuerst abschnittsweise und dann zur Gänze wegen des Marathons gesperrt. Straßensperren und Verkehrschaos in der Wiener City an sechs von zehn Tagen. „Es liegt uns fern, das freie Demonstrationsrecht in Frage zu stellen. Und der Wien Marathon ist auch aus touristischer Sicht wichtig und begrüßenswert. Nicht zuletzt deshalb wurde den Veranstaltern ja auch bereits der Tourismuspreis 2007 verliehen. Dennoch bin ich mir sicher, man hätte gemeinsam mit uns ein Konzept dafür erarbeiten können, das den Ring nur am Sonntag und nicht von Freitag abends an blockiert“, sagt Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, der darauf verweist, dass die Flut an Ringsperren der Tourismuswirtschaft schadet: „Die Beschwerden von Touristen und Geschäftsleuten nehmen deutlich zu. Denn die Menschen wollen die Wiener Innenstadt ja sehen und nicht großräumig meiden müssen.“

Konsequenzen für den Handel
Die Konsequenzen aus den zunehmenden veranstaltungsbedingten Straßensperren trägt neben den leidgeplagten Lieferanten und Autofahrern vor allem der Handel: „Die Innenstadt kommt dadurch als attraktive Shopping-Destination massiv unter Druck. Und zwar nicht nur an den Tagen, an denen der Ring tatsächlich gesperrt wird“, geht Handelsobmann Rainer Trefelik von einem bleibenden Schaden für die Kaufleute der Inneren Stadt aus. Und ergänzt: „Kurzfristig kostet das Steuereinnahmen und langfristig Arbeitsplätze“. Laut Meldungen von Betrieben, ist an Tagen mit Ringstraßensperre bis zu 50 Prozent Umsatzrückgang zu verzeichnen. Trefelik fordert deshalb endlich ein Einlenken der Politik, denn „nirgendwo steht geschrieben, dass jede Veranstaltung in Wien über den Ring führen muss. Gerade bei längerfristig geplanten Großveranstaltungen könnten durch effiziente Planung und durch eine Einbindung der Wirtschaftstreibenden deren Interessen berücksichtigt werden. Hier geht es um Augenmaß und Verhältnismäßigkeit.“

Statistik: Sperren nehmen zu
Seit 2010 haben Veranstaltungen und Demos in der Wiener Innenstadt deutlich zugenommen. Kam es damals durchschnittlich jeden sechsten Tag zu einer Ringsperre, so wird mittlerweile durchschnittlich jeden vierten Tag der Ring zumindest teilweise gesperrt.

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