Presserat fordert Zurückhaltung bei Fotos von ermordeter US-amerikanischer Studentin

Wien (OTS) - Der Senat 3 des Presserats fordert von den Medien mehr Zurückhaltung und Respekt für die Persönlichkeitssphäre jener amerikanischen Studentin, die in Wien als Au-Pair-Mädchen arbeitete und mutmaßlich von einem Asylwerber umgebracht wurde.

In mehreren Medien wurden Anfang Februar Privatfotos der Ermordeten gezeigt, die zum Teil von der Facebook-Seite des Opfers stammen. Die Studentin ist auf manchen Fotos in einer unvorteilhaften Pose abgebildet – der Senat weist insbesondere auf jenes Foto hin, auf dem sie groß mit einer Weinfalsche zu sehen ist.

Die Veröffentlichung dieser Fotos verletzt nach Meinung des Senats die Persönlichkeitssphäre des Opfers (siehe Punkt 5 des Ehrenkodex für die österreichische Presse).

Das Mordopfer stand weder im öffentlichen Leben noch hatte es einen besonderen Bekanntheitsgrad. Die Veröffentlichung der Bilder trug auch nicht zum Verständnis des Sachverhalts bei.

Der Senat appelliert generell an die Medien, den Persönlichkeitsschutz von Verbrechensopfern genau zu beachten. Die Opfer und deren nahen Angehörige stuft der Senat als besonders schutzwürdig ein.

SENAT 3 DES ÖSTERREICHISCHEN PRESSERATS

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