• 31.03.2016, 14:31:14
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Bundesjugendvertretung: Asyl-Schnellverfahren sind eine schlechte Idee!

Eine halbgare Idee der Bundesregierung in Sachen Flüchtlinge jagt die nächste

Utl.: Utl: Eine halbgare Idee der Bundesregierung in Sachen
Flüchtlinge jagt die nächste =

Wien (OTS) - Die Bundesjugendvertretung (BJV) kritisiert die
geplanten Asyl-Schnellverfahren an den österreichischen Grenzen.

Laura Schoch, Vorsitzende der BJV, dazu: „Aktuell sind immer mehr
Kinder und Frauen auf der Flucht. Sie werden so nochmals unnötig
ernsthaften Gefahren ausgesetzt. Nach den unvorstellbaren Strapazen
einer Flucht sollen sie nun an der österreichischen Grenze im
Schnellverfahren abgefertigt werden. Eine faire Begutachtung ist in
dieser Eile natürlich keineswegs möglich. Und nur in Sonderfällen
kann dann überhaupt Asyl beantragt werden. Das wird in einer
Konsequenz zu Massenlagern in ‚sicheren Drittländern‘ führen, in
denen mit humanitären Missständen zu rechnen ist. Wie hier mit den
Rechten und Bedürfnissen von Menschen, und insbesondere von Kindern,
umgegangen wird, ist skandalös! Diese Abgrenzungspolitik treibt
Menschen in nur noch gefährlichere Fluchtrouten, in noch größere
Strapazen, in noch größere Angst. Dabei sollten wir als Gesellschaft
doch versuchen, das Leid der Menschen zu verringern und nicht noch
zusätzlich zu vergrößern.“

Laura Schoch weist außerdem auf den bereits existierenden Antrag der
Bundesregierung zu einer Änderung des Asylgesetzes hin: „Aktuell
scheint bei der Bundesregierung ein halbgarer Vorschlag den nächsten
zu jagen. Die geplante Änderung des Asylgesetzes vom letzten Jahr –
Stichwort u.a. Asyl auf Zeit – ist noch nicht einmal beschlossen, da
kommt schon die nächste Schikane daher. Zahlreiche Kinder- und
Jugendorganisationen haben schon den ersten Gesetzesvorschlag, vor
allem seine Konsequenzen für Kinder und Familien, scharf kritisiert,
auch wir. Ergebnisse gibt es daraus allerdings noch keine. Eine
politische Baustelle wird einfach durch eine neue ersetzt.“

Außerdem merkt Schoch an: „Auch wir sind für raschere Asylverfahren,
um Menschen auf der Flucht in Österreich das Leben zu erleichtern und
sie nicht jahrelang auf einen Bescheid warten müssen. Aber es darf
dabei keineswegs an Qualität eingebüßt werden. Wenn schneller heißt:
ungenauer und überstürzter, dann ist das abzulehnen. Wir wünschen uns
in erster Linie BESSERE Asylverfahren und BESSERE Betreuung dabei.“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BJV

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