willhaben und IMMOunited untersuchen Immobilien-Preisschere zwischen Angebots- und Kaufpreis

Insgesamt rund 100.000 Objekte verglichen

Wien (OTS) - Die Immobilien-Plattform willhaben und IMMOunited, Spezialist für die Analyse von Immobilien-Transaktionen, haben die Angebotspreise von rund 100.000 Wohnungen und Häusern, die im Jahr 2015 angeboten wurden, mit den tatsächlichen Kaufpreisen laut Grundbuch verglichen. Erstmals wurden flächendeckend über alle österreichischen Bezirke die Preisunterschiede zwischen Angebots- und Kaufpreisen von Eigentumswohnungen und Häusern analysiert.

Stellt man die beiden Objektarten – Haus und Eigentumswohnung – gegenüber, so lassen sich große Unterschiede bei der sogenannten Preisschere zwischen Angebots- und Kaufpreis feststellen. Häuser erzielen bundesweit nur sehr selten den ursprünglichen Angebotspreis, während bei Eigentumswohnungen diese Differenz wesentlich geringer ist und somit tatsächlich erzielte Preise mitunter die inserierten Angebotspreise auf willhaben widerspiegeln.

„Das Spannende an dieser Auswertung ist, dass es uns auch gelungen ist, Angebotspreise mit direkt dazugehörigen Kaufverträgen abzugleichen. Aufgrund dieser neu geschaffenen Transparenz wird sich der Angebotspreis künftig dem Kaufpreis annähern“, ist Roland Schmid, Eigentümer und Geschäftsführer von IMMOunited, überzeugt.

„Die Untersuchung zeigt deutlich, wie wichtig die korrekte und seriöse Bewertung beim Immobilienverkauf ist. Zu hohe Erwartungen und damit zu hochtrabende Preisvorstellungen können sonst im Extremfall zum Boomerang werden und das Erlöspotential eines Objektes trotz ansprechender Eckdaten sinken lassen“, analysiert Judith Kössner, Bereichsleiterin Immobilien von willhaben und ergänzt: „Potentielle Käufer sind insbesondere durch umfangreiche Preisspiegel vielfach bereits sehr gut über die jeweilige Region und die Quadratmeterpreise informiert. Dazu wird zumeist auch noch sehr hart verhandelt. Was Häuser betrifft, sind die preisbildenden Parameter noch deutlich umfangreicher, als bei Wohnungen. Da kommen abweichende Einschätzungen von Abgeber und Interessent puncto Lage-Qualität, Bauart bzw. Zustand der Bausubstanz, aber natürlich auch Stil- und Geschmacksfragen ins Spiel.“

Ergebnisse Eigentumswohnungen

Der durchschnittliche Abschlagswert bei Eigentumswohnungen liegt bundesweit bei rund 8,5 Prozent. Ein Blick in die Bundesländer zeigt aber starke regionale Unterschiede.

Im Bezirk Landeck in Tirol liegt der tatsächlich erzielte Quadratmeterpreis mit minus 0,6 Prozent praktisch gleich mit dem Angebotspreis. Auch in den Bezirken Gmunden (Oberösterreich) und Feldkirchen (Kärnten) erfolgt die Schlüsselübergabe mit nur minus 0,7 Prozent Preisdifferenz zum Angebotspreis. Dieses Phänomen setzt sich beispielsweise auch im oberösterreichischen Bezirk Kirchdorf/Krems fort, wo sich Angebotspreis und Kaufpreis um nur minus 2,3 Prozent unterscheiden.

Die Analyse der Transaktionen von Eigentumswohnungen im Bezirk Salzburg-Umgebung hingegen zeigt, dass Immobilien in diesem Segment fast eins zu eins mit nur minus 0,1 Prozent Abschlag zum Angebotspreis verkauft werden.
Die größte Preisschere zwischen Angebots- und Verkaufspreis bei Eigentumswohnungen in Österreich findet sich im Bezirk St. Veit an der Glan (Kärnten) mit minus 19,3 Prozent, gefolgt von den Tiroler Bezirken Kufstein und Schwaz mit je minus 18,2 Prozent sowie Innsbruck-Land mit minus 17,4 Prozent. Aber auch im Bezirk Graz-Umgebung (Steiermark) liegt die Differenz bei immerhin minus 17,2 Prozent pro Quadratmeterpreis.

In Wien wurde der größte Unterschied zwischen Angebots-und Verkaufspreis im 2. Bezirk (Leopoldstadt) mit minus 17,4 Prozent erhoben. Im ersten Wiener Gemeindebezirk befindet sich übrigens der teuerste ausgeschriebene Quadratmeterpreis Österreichs mit durchschnittlich 9.771 €. Allerdings wird dieser mit einem Kaufpreis von 8.692 €/m² (minus elf Prozent) nicht ganz erzielt.

Größere Abweichungen bei Häusern

Betrachtet man die prozentuellen Ergebnisse dieser Preisschere bei Häusern, so findet im Burgenland mit einem durchschnittlichen Preisabschlag von minus 19,96 Prozent noch am ehesten eine Annäherung zwischen den Vorstellungen von Verkäufern und Käufern statt.

Eine größere Abweichung gibt es in Niederösterreich mit minus 25,37 Prozent, wobei hier ein Bezirk das Gesamtergebnis besonders beeinflusst. In Krems an der Donau klafft der Unterschied nämlich zwischen Angebots- und Kaufpreis am weitesten auseinander. Während hier der durchschnittliche Angebotspreis bei 429.629 € angesiedelt ist, liegt der Kaufpreis im Schnitt bei nur 220.811 € - eine satte Differenz von minus 48,6 Prozent.

Im Bundesland Salzburg liegt die Differenz zwischen Angebots-und Verkaufspreis bei rund minus 30 Prozent. Im Bezirk Zell am See ist mit minus 39,4 Prozent die größte Abweichung zwischen durchschnittlichem Angebotspreis (558.125€) und Kaufpreis (338.119€) zu beobachten.

In Tirol gibt es teilweise offensichtlich bessere Voraussetzungen, um Häuser nahe dem Angebotspreis verkaufen zu können. Während die Preisschere in den Bezirken Landeck (minus 11,2 Prozent) und Imst (minus 17,2 Prozent) noch relativ gering ist, so zeigt sich im Bezirk Schwaz (minus 36,8 Prozent) ein völlig anderes Bild. Hier wird eine Haus-Immobilie für einen durchschnittlichen Preis von 548.094 € auf willhaben angeboten, aber mit nur durchschnittlich 346.440 € im Grundbuch verbüchert.

In der Bundeshauptstadt Wien liegen deutliche Abweichungen in den untersuchten Bezirken vor. Ein Haus im 22. Bezirk (Donaustadt) wechselte 2015 für durchschnittlich 353.696 € den Besitzer – das ergibt einen Abschlag von minus 21,4 Prozent zum durchschnittlichen Angebotspreis von 449.993 €. Im 14. Bezirk (Penzing) driften Angebots-und Verkaufspreis am weitesten auseinander. Während ein Haus hier mit einem Durchschnittspreis von 643.378 € inseriert wird, so beziffert sich der tatsächliche Verkaufspreis auf 342.501 € - ein Unterschied von satten minus 46,8 Prozent.

In Kärnten, Bezirk Klagenfurt, muss der Verkäufer durchschnittlich mit einem Minus von 21 Prozent im Vergleich zu seinem Angebotspreis rechnen, während in Bezirk Spittal an der Drau minus 38,4 Prozent in Kauf genommen werden müssen.

Im Bundesland Steiermark ist der Bezirk Deutschlandsberg mit der größten Abweichung von minus 33,8 Prozent zwischen Angebots-und Kaufpreises konfrontiert. In Vorarlberg liegen statistisch verwertbare Daten nur für den Bezirk Feldkirch vor, in welchem die Preisschere bei Häusern durchschnittlich minus 10,2 Prozent beträgt.

Ursachen für die Preisschere

Die möglichen Ursachen für die teilweise großen Unterschiede zwischen Angebotspreisen und Verkaufspreisen sind vielfältig und variieren naturgemäß von Fall zu Fall:

Hohen Abweichungen kann beispielsweise eine überdurchschnittlich große Anzahl teurer Immobilien, die aber nur selten auch tatsächlich verkauft wurden, zugrunde liegen. Sollten diese kostspieligen Objekte ohne Verkaufserfolg wieder vom Markt genommen, oder der Verkauf zu einem niedrigeren Preis realisiert werden, öffnet dies die Schere.

Hintergrund: In manchen Fällen liegen bezüglich Objektqualität und Lage objektiv zu hohe Preisvorstellungen seitens der Abgeber vor. Oftmals stehen aber auch (beispielsweise im Hochpreissegment) durchaus realistische Preisvorstellungen einer zu kleinen, potentiellen Käufergruppe gegenüber.

Sämtliche Grafiken und Tabellen finden sich unter https://goo.gl/AwUyrO
© IMMOunited & willhaben

Methodik

Für die Auswertung wurden erstmalig Angebotspreise für ganz Österreich über ein ganzes Jahr hinweg mit tatsächlich erzielten Kaufpreisen laut Kaufverträgen im Grundbuch verglichen. Dazu wurden rund 460.000 Inserate von willhaben herangezogen, die im Jahr 2015 online waren. Diese Rohdaten wurden doubletten-bereinigt, mit Immobilienexperten realistische Bandbreiten für die Objekteigenschaften definiert und Ausreißer mit statistisch-mathematischen Methoden eliminiert. Alle rund 100.000 Immobilien-Transaktionen des Jahres 2015 wurden aus dem Grundbuch erhoben und in einer Datenbank erfasst. Die Datenbereinigung erfolgte nach den gleichen Maßstäben wie bei den Angebotsdaten. Unplausible Ergebnisse im bezirksweiten Durchschnitt wurden einer neuerlichen inhaltlichen Qualitätskontrolle unterzogen und für den Bezirk atypische Immobilien ausgeschlossen. Zusätzlich wurde das Ergebnis mit einem direkten Vergleich von rund 2.500 einzelnen Angebotsobjekten mit dem zugehörigen Kaufvertrag bestätigt.

Über IMMOunited GmbH | Zahlen.Daten.Fakten.

Das Unternehmen IMMOunited GmbH wurde im Oktober 2007 von Roland Schmid gegründet um individuelle Informationen rund um Liegenschaftsobjekte in ganz Österreich in einfachster & bequemster Weise online zur Verfügung zu stellen. Die Erkenntnis, wie umständlich das Grundbuch für den „normalen“ Anwender ist, hat der mit dem Cäsar Shooting Star 2011 ausgezeichnete Eigentümer zum Anlass genommen, eine Online-Grundbuch-Abfrageplattform zu etablieren und über die Jahre hinweg gemeinsam mit seinem derzeit über 40köpfigen Team und den zwischenzeitlich über 1.900 Kunden mit mehr als 7.000 Anwendern auszubauen.

Heute ist das Unternehmen Marktführer in der Online-Bereitstellung von Informationen zu Immobilien-Transaktionen in ganz Österreich, verschafft Immobilienexperten mit seinen Online-Abfrageprodukten IMMOunited, Kaufvertrags-Spiegel, IMMOmapping sowie dem brandneuen Bewertungstool IMMOvaluation entscheidende Wettbewerbsvorteile und fördert damit die Transparenz in der heimischen Immobilienbranche. Anhand von Daten aus derzeit rund 750.000 Kaufverträgen werden sämtliche österreichweit durchgeführten Immobilien-Transaktionen zusammengeführt, erfasst, verknüpft und geographisch visualisiert sowie um Demographie- und Infrastrukturinformationen ergänzt online bereitgestellt.

IMMOunited konzentriert sich auf Business-Kunden wie Immobilienmakler, Immobilienbüros, Franchise-Unternehmen (zB RE/MAX), Gutachter/Sachverständige, Banken/Versicherungen, Bauträger/Projektentwickler sowie Hausverwalter und ebenso Kunden aus dem Öffentlichen Bereich, die vom einfachen, bequemen, zeitsparenden Handling überzeugt sind und die Services von IMMOunited auf vielfältige Weise nutzen: von Immobilienbewertungen über Messungen von Immobilienmarktentwicklungen (Anzahl der Transaktionen sowie Preisentwicklung), Analysen/Bestimmungen/Entscheidungen rund um Unternehmensstandorte sowie Lagebewertungen anhand von Demographie-/Infrastrukturinformationen als Marketinginstrument.

Ebenso profitiert jeder Privatkunde, der auf www.IMMOcheck.com Immobilien kaufen/verkaufen bzw. den Marktwert einer Liegenschaft in Erfahrung bringen möchte von der Abfrage einfacher Grundbuchauszüge, der Preisfindung bzw. Überprüfung von Angeboten und der Lagebewertung mithilfe von Demographiedaten bzw. Infrastrukturinformationen.

Über willhaben

willhaben ist der größte und bekannteste digitale Marktplatz Österreichs und umfasst auch die drei Spezialbereiche Immobilien, Auto & Motor sowie Jobs & Karriere. Die ÖWA Plus bescheinigt willhaben eine Monatsreichweite von 41,5 Prozent, das ist Platz 1 unter allen ausgewiesenen Einzelangeboten und mobilen Webseiten. Jeder zweite Internetnutzer verwendet willhaben, das sind 3,837 Millionen Menschen im Quartal, rund zwei Drittel der Zugriffe erfolgen dabei bereits mobil. Täglich werden mehr als 80.000 neue Angebote inseriert, dies bedeutet eine monatliche Vielfalt von mehr als 3,8 Millionen Objekten und Jobs. Die Österreicher schätzen willhaben als einen Lebensbegleiter, auf den bei der Auswahl von Immobilien, Autos und Jobs ebenso Verlass ist, wie bei täglichen Kaufentscheidungen am Marktplatz.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Thomas Reiter, Reiter PR
Tel.: 0676/66 88 611
Email: thomas.reiter@reiterpr.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WLL0001