• 27.03.2016, 13:19:38
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Schönborn zu Ostern gegen Vorurteile in Köpfen, Herzen und Reden

Kardinal wendet sich bei Gottesdienst am Ostersonntag im Stephansdom deutlich gegen Generalverdacht gegenüber Flüchtlingen

Utl.: Kardinal wendet sich bei Gottesdienst am Ostersonntag im
Stephansdom deutlich gegen Generalverdacht gegenüber
Flüchtlingen =

Wien (KAP) - Kardinal Christoph Schönborn hat zum Osterfest auf
Vorurteile in Köpfen, Herzen und Sprache der Menschen aufmerksam
gemacht und sich gegen einen "Generalverdacht" gegen Flüchtlinge nach
den jüngsten Terroranschlägen ausgesprochen. Bei der Festmesse am
Ostersonntag im Wiener Stephansdom rief er die Gläubigen zum
gemeinsamen Gebet um den Frieden in aller Welt auf. "Christus ist
wahrhaft auferstanden, er ist bei uns, mit uns und er schenkt und
seinen Frieden", eröffnete er den Gottesdienst mit der zentralen
Botschaft des christlichen Osterfests.

Viele Menschen erlebten heute eine "Zeit der Bedrängnis", erinnerte
der Kardinal an die Not in den Kriegs- und Hungergebieten des Nahen
Ostens und Afrikas, die schwierige Situation der Flüchtlinge, aber
auch der "Menschen bei uns, die die tägliche Not zu spüren bekommen".
In diese Ängste hinein komme Gott an Ostern mit seiner
Friedensbotschaft. "Friede sei mit euch. Das heißt nicht, dass alles
sofort in Ordnung ist, aber dass Er bei uns ist", sagte Schönborn.

In seiner Predigt rief der Wiener Erzbischof auf, das Osterfest zum
Anlass zu nehmen, sich der "Vorurteile in unserem Kopf, in unserem
Herzen, in unserem Reden" bewusst zu werden und diese bitteren
Gedanken abzulegen. "Ostern hat einen Sinn wenn wir neue Menschen
werden", rief Schönborn zu einem gedanklichen "Osterputz" auf.

Ausdrücklich bezog sich der Kardinal dabei auf pauschale
Verdächtigungen gegen Flüchtlinge. In Brüssel und Paris sei
Schreckliches passiert und, ja, es gebe Fanatiker und Terroristen,
sagte Schönborn. Gleichzeitig verwahrte er sich in aller Deutlichkeit
gegen einen Generalverdacht, wonach alle Flüchtlinge potenzielle
Terroristen seien. Statt mit Vorurteilen gelte es mit Aufrichtigkeit
und Wahrheit durch die Welt zu gehen, betonte der Kardinal. "Die
Wahrheit ist, dass es schwierig ist, dass wir vor Herausforderungen
stehen und dass nicht alle, die kommen, lupenrein sind. Aber auch,
dass wir deswegen nicht alle verdächtigen dürfen und nicht wegschauen
dürfen von der Not."

((forts. mgl.)) GUT
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