Welpenverkauf: WTV begrüßt Einschränkung, EU-weite Regeln nötig

Wiener Tierschutzverein begrüßt Ankündigung der Beschränkung des Tierverkaufs im Handel. Petrovic: „Strengere Regeln in punkto Zucht, Handel und Transport sind EU-weit längst nötig“.

Vösendorf (OTS) - Seit 2008 dürfen Hunde und Katzen in Österreich wieder im Zoofachhandel verkauft werden. Ein Umstand, den Tierschutzorganisationen wie der Wiener Tierschutzverein (WTV) seit dieser Zeit scharf kritisieren und erneut vehement ein Verkaufsverbot fordern. Wie nun bekannt wurde, bastelt das Gesundheitsministerium nun offenbar an einer Regelung zur Einschränkung des Verkaufs. „Wir begrüßen den Plan, den Welpenverkauf in Tierhandlungen strenger zu reglementieren. Besser wäre jedoch, ihn wie schon vor 2008 ganz zu verbieten oder noch schärfer zu kontrollieren. Vor einigen Jahren wurde zwar der Privathandel mit Tieren im Internet und auf der Straße verboten, der gewerbliche Handel aber ausdrücklich erlaubt, damit nur Tiere aus artgerechten Zuchten, die in der Prägephase ein richtiges Sozialverhalten hätten lernen sollen, auf den Markt, das heißt in den Zoofachhandel kommen sollten. Doch leider wurde keine Verpflichtung zum Nachweis der Herkunft oder der Qualitätsstandards der Zuchten eingeführt“, so Petrovic. Dies sei vor allem bei Hundewelpen ein großes Problem.

Die Folge: Der Großteil der in einigen berüchtigten Zoofachhandlungen angebotenen Tiere stammt - vermutlich auch aus Kostengründen - nicht aus Österreich, sondern aus dem benachbarten Ausland. Hinzu kommt, dass die Jungtiere in besagten Geschäften nicht die notwendige Betreuung und Sozialisierung erhalten, die sie eigentlich für ein artgerechtes Heranwachsen benötigen würden. Auch den WTV erreichen diesbeüglich immer wieder Beschwerden besorger Bürgerinnen und Bürger.

Zudem weisen etwa Hundewelpen, die in Zoofachhandlungen erstanden wurden, oft Fehlprägungen oder Verhaltensauffälligkeiten auf und landen dann in Tierheimen. Im WTV finden sich immer wieder Tiere mit einer Vergangenheit als „Ausstellungsobjekt“ im Geschäft, wo es oft viel an Training und liebevoller Betreuung bedarf, um diese Tiere zu alltagstauglichen Begleitern zu machen.

Seriöse Züchter vs. „Welpenfabriken“

„Ohne Zweifel gibt es auch im In- und Ausland Hundezüchterinnen und Hundezüchter, die auf die Elterntiere und deren Welpen gut achten und den Jungen einen guten Start ins Leben ermöglichen. Doch es mehren sich die Fälle, wo genau das Gegenteil zutrifft: Hinterhof-Zuchten ohne Herzlichkeit und seelenlose Massenzuchten mit mehr als tausend Muttertieren in Drahtkäfigen ohne jede Zuwendung“, so Petrovic. Da gewerbliche Händler keine Auskunft über die Herkunft ihrer Tiere geben müssen, sei auch hier nicht auszuschließen, dass die Konsumentinnen und Konsumenten damit wie bei illegalen Welpenkäufen aus Fahrzeugen oder über das Internet, skrupellose Tiervermehrer unterstützen. „Die Behörden erwischen wenn überhaupt nur diejenigen Fälle von Welpenhandel, wo Private versuchen, ein paar Tiere zu verscherbeln. Die gewerblichen Großhändler müssen die Art ihrer "Bezugsquellen" nicht offenlegen. Tausendfaches Tierleid ist die Folge“, so Petrovic.

EU-weite Regelungen dringend nötig

Daher wären für die WTV-Präsidentin viel strengere Regeln in punkto Zucht, Handel und Transport von Haustieren EU-weit nötig. „Dies wäre wichtiger, als irgendwelche Staubsauger-Regeln einzuführen. Bis dahin kann und soll Österreich für in- und ausländische Tierzüchter und Tierhändler einen neuen europäischen Maßstab gegen unkontrollierte und oft völlig falsche Vermehrung von Hunden und Katzen schaffen“, so Petrovic.

Nicht zuletzt sind auch die Konsumentinnen und Konsumenten selbst in der Pflicht. Denn schließlich fördern sie selbst durch ihre Nachfrage den Verkauf von Tieren im Fachhandel. Daher appelliert Petrovic:
„Welpenkäufe aus Tierhandlungen sollten generell boykottiert werden. Wenn es schon ein Rassetier sein muss, dann bitte nur von seriösen Züchterinnen und Züchtern. Bei der Suche lohnt sich natürlich auch immer ein Blick in die österreichischen Tierheime“, so Petrovic.

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