Preis Occursus für Kommunikation in der Onkologie erstmals verliehen: Fokus auf Stellenwert der menschlichen Begegnung mit Krebspatienten

Wien (OTS) -

  • Vier laufende bzw. abgeschlossene Projekte und eine Projektidee wurden im Rahmen der OeGHO-Frühjahrstagung mit dem „Occursus – Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie“ ausgezeichnet.
  • Preisträger: „Verbesserte Patientenkommunikation in der Onkologie mittels INTERACCT-App“, „Familien-Lotse“, „Einführung in ärztliche Aufgaben im Umfeld des Sterbens“, „Cancer School Vienna“ und „Migrate your mind“
  • Die OeGHO rückt mit der Vergabe des Occursus den Stellenwert der menschlichen Begegnung mit Krebspatientinnen und -patienten in den Fokus
  • Neuausschreibung des Occursus im Herbst 2016

Im Herbst 2015 wurde der „Occursus – Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie“ erstmals von der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie (OeGHO) ausgeschrieben. Der Preis, der vom Pharmaunternehmen Janssen gesponsert wird, legt den Fokus auf die Kommunikation in der Begegnung mit Krebspatientinnen und Krebspatienten. Anliegen und Ziel ist es dabei, durch verbesserte Kommunikation die Lebensqualität der Patienten und ihrer Angehörigen positiv zu beeinflussen.

25 Einreichungen in zwei Kategorien

Bis 17. Jänner 2016 konnten laufende oder abgeschlossene Projekte (Kategorie Anerkennungspreis) sowie Projektideen (Kategorie Förderpreis) für den Occursus eingereicht werden. Aus insgesamt 25 Einreichungen, davon 16 in der Kategorie Anerkennungspreis und neun in der Kategorie Förderpreis, wählte die achtköpfige Jury Anfang Februar fünf Preisträger aus – einen in der Kategorie Förderpreis und vier in der Kategorie Anerkennungspreis. Dazu Prof. Hellmut Samonigg, Präsident der OeGHO: „Die große Zahl an qualitativ sehr hochwertigen Einreichungen hat uns gezeigt, dass bereits viele sehr gute Projekte existieren, es gleichzeitig aber auch viele Projektideen gibt, die ohne Förderung teilweise sehr schwer umzusetzen sind. Unser Bemühen, den Fokus auf die Kommunikation in der Onkologie zu legen, wird daher auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit bleiben – nicht nur in Form des Occursus. Denn gerade im Bereich der Onkologie ist gelungene Kommunikation ein wesentlicher Faktor für das Wohlergehen und die Lebensqualität der Patienten.“

Preisträger Förderpreis: Verbesserte Patientenkommunikation mittels INTERACCT-App

Über eine Förderung in der Höhe von EUR 10.000 Euro darf sich die St. Anna Kinderkrebsforschung freuen. Das Projekt „Verbesserte Patientenkommunikation in der Onkologie mittels INTERACCT-App“ wurde von der Jury unter anderem aufgrund des besonders innovativen Charakters und der zielgruppengerechten Kommunikation ausgewählt. Mit der INTERACCT-App wird heute schon die Kommunikation in Echtzeit zwischen krebskranken Kindern und Jugendlichen nach allogener Stammzelltransplantation sowie ihrem medizinischen Team verbessert. Ziel der App ist es, die Compliance zu erhöhen und Probleme und Komplikationen schneller erkennen zu können. Die Funktionsweise ist einfach: Patienten geben, ähnlich einem Papiertagebuch, in der App Daten wie etwa Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, Schmerzen, körperliche Aktivitäten etc. ein. Motiviert werden sie dabei unter anderem durch die Möglichkeit, Punkte für ihre Eingabe zu erhalten, die sie in einem in der App integrierten Spiel einsetzen können. Einer der entscheidenden Vorteile der App: Der behandelnde Arzt kann die Daten in Echtzeit verfolgen und bei Bedarf sofort gegensteuern.

Mit der Förderung durch den Occursus wird nun eine Studie finanziert, in der die INTERACCT-App mit dem klassischen Papiertagebuch verglichen und zudem Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung und Optimierung der App gesammelt werden.

Preisträger Anerkennungspreis

Mit dem Anerkennungspreis des Occursus wurden – aufgrund der Vielzahl an Einreichungen – vier statt wie geplant drei Projekte ausgezeichnet: Das Projekt „Familien-Lotse“, eingereicht von der Kinder-Krebs-Hilfe-Elterninitiative für Wien, NÖ und Burgenland, ermöglicht eine mobile psychologische Betreuung krebskranker Kinder und Jugendlicher und deren Familien über die Mauern des Krankenhauses hinaus im häuslichen Umfeld. Die zweite Auszeichnung ging an das Projekt „Einführung in ärztliche Aufgaben im Umfeld des Sterbens“, eingereicht vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien. Dabei handelt es sich um ein palliatives Bildungsprogramm für ärztliche Berufseinsteiger, um Ärzte für die Aufgabe vorzubereiten, für sterbende Menschen zu sorgen. Der dritte Preisträger ist die „Cancer School Vienna“, eingereicht vom Comprehensive Cancer Center/Medizinische Universität Wien. Sie bietet Veranstaltungen für Laien in den Bereichen Prävention und der Früherkennung von Krebs und vermittelt Basiswissen zu den unterschiedlichen Erkrankungsformen. Zudem wurde – auch aufgrund des aktuellen Bezugs – das Projekt „Migrate your mind“, eingereicht von der MedUni Wien, Univ.-Klinik für Innere Medizin I, ausgezeichnet. Im Rahmen des Projektes wurde eine Studie durchgeführt, um die Wahrnehmung von Mitarbeitern eines multiprofessionellen Teams aus dem Bereich der Onkologie und Palliativmedizin zur multikulturellen Versorgung von Patienten mit Migrationshintergrund zu erkunden sowie mögliche Barrieren in der kultursensiblen Betreuung zu identifizieren.

Neuausschreibung Occursus 2016/2017

Aufgrund der Aktualität des Themas und der positiven Rückmeldungen – auch in Form von Einreichungen – wird der Occursus bereits im Herbst 2016 wieder ausgeschrieben. Dazu Janssen-Österreich Geschäftsführer Erich Eibensteiner: „Gerade das Anbieten von ganzheitlichen Lösungen zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten stellt eine wesentliche Herausforderung für den gesamten Gesundheitssektor dar, speziell bei chronischen und onkologischen Erkrankungen. Auch uns beschäftigt dieses Thema sehr und wir arbeiten verstärkt daran, Lösungen, die über die Medikation hinausgehen, zu entwickeln und zu unterstützen. Das ist mit ein Grund, weshalb wir den Occursus auch weiterhin unterstützen werden.“

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OeGHO
Walter Voitl-Bliem, MBA (Geschäftsführer)
Mobil: +43 (664) 4053646
E-Mail: walter.voitl-bliem@oegho.at

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