Walser: Autonome Mittelverwendung für Pflichtschulen ermöglichen

Grüne: Bildungssystem flexibel machen statt überregulieren

Wien (OTS) - „Die Kritik von der pädagogischen Basis ist mehr als nur berechtigt. Die Schulen werden derzeit mit ihren Problemen alleine gelassen“, zeigt Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, Verständnis für die öffentliche Diskussion über Probleme an Pflichtschulen: „Kleine Korrekturen am System sind zu wenig. Mit Heftpflastern kann man die blutenden Wunden im Bildungssystem nicht heilen", macht Walser die Dimension der Probleme deutlich: „Es ist unverantwortlich, dass die Regierung noch immer nicht in der Lage ist, die am 17. November präsentierte angebliche Einigung für eine Bildungsreform vorzulegen und Verhandlungen für die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit zu beginnen.“

Die von den Direktorinnen und Direktoren der Pflichtschulen präsentierten Probleme kann man nur an den jeweiligen Standorten wirksam lösen. „Daher muss die lange versprochene Schulautonomie rasch umgesetzt werden. Es braucht dort mehr Geld, wo die Probleme am größten sind. Unsere Forderung nach einer bedarfsorientieren Mittelzuteilung ist aktueller denn je. Wie das Geld eingesetzt wird, muss dann an den Standorten entschieden werden, um autonome Förderpläne und Konzepte wirksam umzusetzen", sagt Walser. Kurzfristig verlangen die Grünen die umgehende Ausbezahlung der längst versprochenen 24 Millionen für Sprachförderung sowie die Bereitstellung weiterer Mittel aus dem Integrationstopf.

Die Förderung von Kindern muss aber schon im Kindergarten beginnen. „Wir müssen endlich das zweite verpflichtende Kindergartenjahr und bundesweite Qualitätsstandards umsetzen“, konkretisiert Walser seine Forderungen: „Die Volksschulen brauchen nicht nur mehr Mittel, sondern vor allem mehr Möglichkeiten, um flexibel auf die Bedürfnisse ihrer SchülerInnen eingehen zu können. Mehrstufenklassen, flexibler Schulstart, Fördergruppen, ganztägiger Unterricht, Begabtenförderung und der Einsatz von nichtpädagogischem Personal sollen ohne bürokratischen Hürdenlauf autonom umgesetzt werden können.“ Walser verweist auf positive Erfahrungen in Südtirol, wo Schulautonomie groß geschrieben wird. Er appelliert an die Ministerin, Stadtschulrat und Landesschulräte: „Hört auf, die Schulen durch Überregulierung an der Arbeit zu hindern.“

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