- 18.03.2016, 12:24:57
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Café Central Wien ist 140: Eine Institution feiert Geburtstag

Wien (TP/OTS) - Seit 1876 ist das berühmte Café Central Wien Mittel-
und Entstehungspunkt österreichischer Kulinarik, Literatur,
Weltanschauung und Lebenskultur. Die „Grand Dame“ der Wiener
Kaffeehaustradition wird heuer 140 Jahre. Ihr Erfolgsrezept ist dabei
modern, wie es ihrer Tradition gebührt. Hier eine kleine Kostprobe
der historischen Highlights und kulinarischen Höhepunkte, gespickt
mit Bonmots der geistigen und geistreichen Literaten, die zu ihren
Stammgästen zählten und verfeinert durch Zahlen, Daten und Fakten
rund um die einzigartige Institution.
INFOGRAFIK - Café Central in Zahlen:
http://bit.ly/CafeCentralWien_Infografik
PRESSEFOTOS: http://bit.ly/CafeCentral_140Jahre
Café Central Wien: Treffpunkt historischer Vor- und Querdenker
Bereits vor 140 Jahren wurde das traditions- und mythenreiche Café
Central im Palais Ferstel, dem damals „modernsten Gebäude Wiens“,
eröffnet. Seither hat Wien zwei Weltkriege, fünf Währungseinführungen
und elf Bundespräsidenten erlebt – und die meiste Zeit davon war das
Café Central eine Konstante des österreichischen Lebensgefühls und
zentraler Treffpunkt des intellektuellen Wiens. „Kaum ein angesehener
Literat oder Gelehrter fehlt in der Reihe der ‚Centralisten‘, wie
sich die Dauerbesucher des Cafés bezeichneten“, so Alfred Flammer,
Geschäftsführer von Palais Events und Café Central. Ab 1900 trafen
sich hier Sigmund Freud, Arthur Schnitzler, Alfred Polgar, Leo
Trotzki, Robert Musil, Stefan Zweig, Hugo v. Hofmannsthal und viele
mehr zum geistigen Austausch bei besten Kaffeehausspezialitäten. „Im
Jubiläumsjahr wollen wir diesen Geist wiederbeleben und den
Centralisten von heute ein neues, ‚altes’ Zuhause geben“, führt
Flammer weiter aus.
Das Café Central: Lebensraum UND Lebenseinstellung
Die großen Denker des Landes und ihrer Zeit hinterließen ihre Spuren.
Noch heute weilt der österreichische Schriftsteller Peter Altenberg
an „seinem“ Kaffeehaustisch als lebensgroße Figur, schließlich war
das Café Central nicht nur sein Wohn- und Arbeitsraum, sondern auch
Waschküche und Sekretariat. So gab er das Literatur-Café als
Wohnadresse an und ließ sich seine Post dorthin schicken, ebenso wie
seine Wäsche – nur schlafen durfte er zu seinem Bedauern dort nicht.
An seinem Tisch saß nur, wer höchstpersönlich dazu eingeladen wurde.
Ebenso verhielt es sich mit dem Stammtisch von Karl Kraus. Wem die
Ehre zuteilwurde, an einem dieser Tische Platz zu nehmen, kam in den
Genuss von gutem Kaffee und intellektuellem Hochgefühl.
Frauenrechte & bargeldloses Zahlen – eine Erfindung des Café
Central?!
Viele Generationen hat das Café Central bewirtet und ist dennoch am
Puls der Zeit geblieben: Während das Thema Gleichberechtigung heute
aktueller ist denn je, nahm das Café Central hier schon vor hundert
Jahren eine Vorreiterrolle ein. So war es das erste Café mit
eigenständigem Damenbesuch. Denn: Die feine Dame der Wiener
Gesellschaft besuchte jedes andere Kaffeehaus nur in Begleitung eines
Herrn. Die Ausnahme bildeten die Schanigärten unter freiem Himmel, wo
es gestattet war, mit einer Anstandsdame dem Kaffeegenuss zu frönen.
Doch nicht so im Central! Der einzigartige Innenhof mit Glasdach
erlaubte der Damenwelt, gut behütet (also mit herrlicher
Überkopfdekoration, aber ohne Herrenbegleitung) im Inneren des Hauses
– und doch irgendwie im Freien – selbständig „auf an Kaffee zu
geh‘n“.
Auch das bargeldlose Zahlen hat seinen vermeintlichen Ursprung im
Café Central – eingeführt durch Peter Altenberg: Nicht immer war er
bei Kasse, aber erfindungsreich genug, um nie ohne Zahlungsmittel zu
sein. So manch einer kann mit Stolz behaupten, ein Original vom
Altenberg auf einer Serviette zu besitzen. Denn mit seiner darauf
verewigten Literatur pflegte dieser im Tauschhandel seine offene
Zeche im Central bezahlen zu lassen.
Das Café Central: Geschichte und ...
Das nach seinem Erbauer heute benannte Palais Ferstel galt, dank
seiner Kombination aus Werksteinbau und der
venezianisch-florentinischen Trecento-Architektur, bei seiner
Eröffnung 1860 als das „modernste Haus Wiens“ und war eines der
spektakulärsten und kostspieligsten Bauprojekte der Ringstraßenzeit.
Im Auftrag der k. k. privilegierten Nationalbank schuf der erst
27-jährige Architekt Heinrich von Ferstel ein Bank- und Börsengebäude
samt Geschäftspassage, einen glasüberdachten „Bazarhof“ und einen
Säulensaal, der von Anfang an als reizvoller Rahmen für ein
Kaffeehaus gedacht war. Ursprünglich waren die Räumlichkeiten jedoch
Sitz der Wiener Börse, die sich, bis zu ihrem Umzug im Jahr 1877,
eingemietet hatte. Auch die Österreichisch-Ungarische Nationalbank
hat in dieser Zeit ihren Sitz im Palais Ferstel. Damals eröffneten
die Gebrüder Pach das Café Central, das bis 1918 eines der
Literatencafés in Wien blieb. 1925 wurde das Central, anlässlich
seines 50-jährigen Bestehens, komplett renoviert und ein Jahr später
als Café-Restaurant wieder eröffnet. Heute besuchen Wiener wegen des
großen Angebots an nationalen und internationalen Zeitungen das
bekannte Wiener Kaffeehaus gleichermaßen, wie kulturbegeisterte
Wien-Besucher, um das traditionelle Kaffeehaus-Flair zu erleben.
... Erfolgsgeschichte
„Als Verkehrsbüro Group sind wir stolz, mit dem Café Central solch
eine prestigeträchtige Institution seit 2011 betreiben zu dürfen.
Seit der Übernahme konnten wir nicht nur Besucherzahlen, sondern auch
Umsatzzahlen steigern“, sagt Mag. Harald Nograsek, Generaldirektor
der Verkehrsbüro Group. Der Gesamtumsatz von Palais Events (inkl.
Cafe Central) lag 2015 bei 9,6 Mio Euro (2010: 7,2 Mio Euro, d.h.
plus 33 Prozent). Der Anteil des Café Central am Palais Events-Umsatz
beträgt mehr als die Hälfte (56 Prozent). 480.000 Gäste besuchen pro
Jahr das Café Central. Mit der Revitalisierung und der neuen
Tortenvitrine im Zentrum des Cafés vor zwei Jahren wurde die
Kontinuität des Erfolgs weiter gesichert – insgesamt wurden ca.
200.000 Euro investiert. Die Mitarbeiterzahl liegt konstant bei rund
100, davon 20 Lehrlinge. „Das Central ist nicht nur für
hunderttausende Touristen ein Highlight in Wien, es wird auch von
österreichischen Stammgästen gerne und regelmäßig aufgesucht. Im
Jubiläumsjahr wollen wir die Aufmerksamkeit für das Literatur-Café
mit unterschiedlichen Aktionen weiter erhöhen“, setzt Nograsek fort
und ergänzt: „Dabei machen wir mit #IamCentralist als Hashtag auf all
unsere Online-Aktivitäten aufmerksam“.
Centralisten 2.0 – Aus traditioneller Moderne wird moderne
Tradition
2016 wird nun das Café Central als traditioneller Treffpunkt der
Wiener Literaturszene widerbelebt. Im heurigen Jubiläumsjahr warten
vielfältige Schwerpunkte auf kulturinteressiertes Publikum. Erstmals
sind österreichische Poeten, Erzähler und Schriftsteller eingeladen,
am 30. Mai 2016 ihr Können bei einem literarischen „Open Mic“ zu
zeigen und ihre eigenen Texte zu präsentieren. Die „Centralisten 2.0“
sollen 2016 eine neue Heimat im Café Central finden.
Weitere Informationen zu den Jubiläums-Veranstaltungen finden Sie im
beigefügten Factsheet.
„Centrale“ Café-Kulinarik in Zahlen
Pro Jahr werden hier unglaubliche 300.000 Mehlspeisen serviert,
gefolgt von 140.000 warmen und kalten Speisen und 320.000 Tassen
Kaffee. Der legendäre Apfelstrudel führt mit 55.000 Portionen die
Patisserie-Bestenliste an, dicht gefolgt von der Sachertorte mit
25.000 Stück. 15.000 Wiener Schnitzel und 16.500 Portionen
Kaiserschmarrn kommen ebenfalls aus der Central-Küche. Ob Frühstück,
klassische Wiener Küche oder Kleinigkeiten zwischendurch, auf der
Speisekarte werden Qualität, Tradition und Kreativität groß
geschrieben. Hier gilt es, den hohen Erwartungen der internationalen
Gäste gerecht zu werden und den heimischen Gast mit zeitgemäßen und
modernen Interpretationen altehrwürdiger Rezepte zu überzeugen.
Best of Bonmots: Das Café Central Wien in würdigen Worten
Stefan Zweig (1881 – 1942): „Es ist eigentlich eine Art
demokratischer, jedem für eine billige Schale Kaffee zugänglicher
Klub, wo jeder Gast für diesen Obolus stundenlang sitzen,
diskutieren, schreiben, Karten spielen, seine Post empfangen und vor
allem eine unbegrenzte Zahl von Zeitungen und Zeitschriften
konsumieren kann.“
Alfred Polgar (1873 – 1955): „Das Central ist nämlich kein Caféhaus
wie andere Caféhäuser, sondern eine Weltanschauung. Seine Bewohner
sind größtenteils Leute, deren Menschenfeindlichkeit so heftig ist
wie ihr Verlangen nach Menschen, die allein sein wollen, aber dazu
Gesellschaft brauchen […].
Egon Erwin Kisch (1885 – 1948): „Das Kaffeehaus ist sozusagen eine
Wohnung, die man nicht haben muss, wenn man das Kaffeehaus hat.“
Wussten Sie, dass ...
... Sie die Tatsache, im Central auch speisen zu können, Napoleon
„verdanken“? Da er Wien bei seiner Belagerung vom Import
abgeschnitten hatte, wurden die hiesigen Cafetiers erfinderisch: Um
die Gäste über den Verlust hinweg zu trösten, wurde in den
Kaffeeküchen Wiens plötzlich aufgekocht. Dies war die Geburtsstunde
der kulinarischen Klassiker im Kaffeehaus: Dem Paar Würstel mit
„Semmerl“ und Senf, dem Gulasch und dem Wiener Suppentopf.
... die ersten Diskussionssendungen „Café Central“ im gleichnamigen
Kaffeehaus in der Wiener Innenstadt gedreht wurden? Später wurde aus
einem eigens dafür nachgebauten, detailgetreuen ORF-Studio bis 1991
gesendet.
... das Glaserl Wasser schon seit dem 19. Jahrhundert zum perfekten
Kaffeegenuss im Central gehört? Der vermeintlich „verkehrt“ auf dem
Glas Wasser liegende Löffel, zeigt dem Gast, dass selbiges soeben
frisch für ihn eingeschenkt wurde. Das im Central gelebte Ritual ist
ein Relikt aus dem spanischen Hofzeremoniell und der Hofetikette der
Habsburger.
Historische Hintergrundinfos zum Café Central sowie aktuelle
Informationen zu den Jubiläumsaktivitäten und Veranstaltungen finden
Sie auf www.cafecentral.wien/140Jahre.
facebook: www.facebook.com/CafeCentral.Wien
Instagram: www.instagram.com/cafecentralwien
Spotify Playlist „Café Central Wien“: http://bit.ly/CafeCentralWien
Presseaussendungen und alle Pressefotos finden Sie unter:
www.verkehrsbuero.com/presse
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7638
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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