Willi und Zinggl zu Bundesgärten: Pläne von Rupprechter ungerechtfertigt und gefährlich

Grüne: Diese Pläne sind hochriskant und missachten den Schutz von Kulturgut

Wien (OTS) - In den Medien wird die Absicht von Landwirtschaftsminister Rupprechter kolportiert, die Bundesgärten (Standard 16.02., Presse 17.03.) aufzulösen und in die Gartenbauschule Schönbrunn einzugliedern. Die Grünen sehen darin einen kulturlosen und mutwilligen Versuch, historische Denkmäler einem hohen Risiko auszusetzen. „Unter dieser Maßnahme ohne Not würde die Pflege der historischen Gärten jedenfalls leiden. Offenbar verwechselt Rupprechter über Jahrhunderte gewachsene Kunstwerke mit Baumschulen“, ist Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen, überzeugt. „Geschützte Kulturgüter sind nicht geeignet, Heranwachsenden als Übungsgelände für Spaten und Düngungsübungen zu dienen.“

Die Bundesgärten sind eine Dienststelle des Landwirtschaftsministeriums. Die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau, HBLFA Schönbrunn, ist ebenfalls eine Dienststelle des Landwirtschaftsministeriums.

„Mangelnde Kompetenzen in der Denkmalpflege von historischen Parks führen zu vorprogrammierten Fehlern“, betont auch Georg Willi, Grüner Sprecher für Tourismus. „Schlösser wie Schönbrunn, die Hofburgen in Wien und Innsbruck, das Belvedere oder Schloss Ambras zählen als nationale Kunst- und Kulturgüter zu den bedeutendsten historischen Schlössern der Republik und werden oberhoheitlich vom Wirtschaftsministerium verwaltet. Ohne die sie umgebenden Gartendenkmäler allerdings wären sie nicht, was sie sind. Dass die Gärten zum Landwirtschaftsministerium gehören, war eine falsche Entwicklung, die zu unnötiger Bürokratie und zu mangelnden gemeinsamen Strategien geführt hat. Schlösser und Gärten bilden eine Einheit. Schloss und Schlosspark Schönbrunn sind nur als Gesamtanlage Weltkulturerbe und müssen daher auch als Gesamtes betreut werden. In Deutschland werden Burgen und Schlösser zusammen mit ihren Gärten verwaltet. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen. In Österreich hingegen werden sie getrennt verwaltet."

Die Grünen haben deshalb einen Antrag im Parlament eingebracht, die Verwaltungen der geschützten Schlösser mit ihren historischen Gartenanlagen zu bündeln.
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/A/A_01564/fname_508684.pdf

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