Bonus-Malus-System widerspricht solidarischem Ansatz

Ingrid Reischl, Vorsitzende der Trägerkonferenz, spricht sich für bestmögliche Prävention und ein PHC-Gesetz aus

Wien (OTS) - Ingrid Reischl, Vorsitzende der Trägerkonferenz und Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), kritisiert die jüngsten Vorschläge der Hauptverbandsspitze als Alleingänge, die einem Systembruch bei den Gebietskrankenkassen gleichkommen würden: „Ein Bonus ist unmittelbar mit einem Malus, also einer Bestrafung, verbunden, wenn Ziele nicht erreicht werden. Ein solches Konzept widerspricht dem solidarischen Ansatz in unserem Gesundheitssystem.“ Und weiter: „Dies würde gerade sozial schwache Gruppen treffen. Wir setzen hier auf andere Akzente.“

Ziel sei es, die Prävention generell zu fördern - und zwar für alle Versicherten. Wobei der Schlüssel zum Erfolg nicht in einem Gießkannen-Modell liege, sondern darin, „dass zielgruppenorientiert vorgegangen wird“, so Reischl. Die WGKK lädt routinemäßig zweimal im Jahr Personengruppen mit unterschiedlichen Gesundheitsrisiken zur Vorsorgeuntersuchung (VU) ein. Schwerpunkte waren dabei zuletzt:
Kampf gegen Übergewicht, Erkennen von Gebärmutterhals/Darmkrebs oder Früherkennen von Bluthochdruck. Freilich kann die VU darüber hinaus von allen Versicherten ab dem 18. Lebensjahr kostenlos einmal jährlich in Anspruch genommen werden. Die Teilnahmequote gibt dem Modell recht: Im Jahr 2014 haben in Wien 199.241 Personen die VU genutzt. Gemessen an den Anspruchsberechtigten nutzen in der WGKK um rund ein Drittel mehr Personen die Vorsorgeuntersuchung als in der SVA.

PHC-Gesetz überfällig

Was die Verbesserung der Gesundheitsversorgung generell angeht, führt für Reischl kein Weg an einem PHC-Gesetz vorbei. „Für das PHC nahe dem SMZ Ost haben wir vier Anläufe bei der Ausschreibung gebraucht. Ein Hauptgrund dafür war die bestehende Rechtsunsicherheit. Das sollte sich eigentlich auch im Hauptverband schon herumgesprochen haben.“ Durch das Gesetz würde sichergestellt, dass für alle Beteiligten österreichweit die gleichen Spielregeln gelten und die Einrichtungen nicht als Pilotprojekte laufen. Zudem wird darin die Anstellung von Ärztinnen und Ärzten in PHC-Zentren geregelt. Reischl:
„Hinzu kommt, dass wir ohne das Gesetz keine zeitgemäße und keine dauerhafte Honorierung in Form von Pauschalen sicherstellen können.“

Abschließend weist die WGKK-Obfrau darauf hin, dass mangels gesetzlicher Basis bislang auch keine Anschubfinanzierung möglich ist. „Wir würden die künftigen PHC-Ärztinnen und –Ärzte hier gerne finanziell unterstützen. Denn
es ist klar, dass eine neue Ordination viel Geld kostet.“

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