Ein Plus für Toleranz, Integration und länderübergreifende Aktionen

Forum Erasmus+: Fünf Länder räumen mit Vorurteilen und Diskriminierung auf. 35 Projekte beweisen beispielhaft, dass es auch anders geht

Wien (OTS) - Soeben hat die Europäische Kommission einen Aufruf für die soziale Integration durch Projekte in den Bereichen Bildung und Jugend im Programm Erasmus+ veröffentlicht. Projekte für Freiheit, Toleranz und Nichtdiskriminierung können, sowie sie unter die Leitaktion 3 (Unterstützung politischer Reformen) fallen, somit bis 30. Mai für eine Förderung eingereicht werden. Zeitgleich trafen sich im Rahmen des Erasmus+ Forums „Integration und Bildung“ Vertreter/innen der Erasmus+ Nationalagenturen aus Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Belgien und Österreich mit 300 Projektträger/innen und Interessierten in Wien. Erfahrungen mit Good-Practice-Projekten wurden ausgetauscht, gemeinsame Lösungen gesucht und mögliche künftige Projektpartner gefunden.

Die Kultur- und Sozialanthropologin Mari Steindl steckte zuerst den Begriff Inklusion ab. In ihrer Keynote sprach sie davon, dass Inklusion im besten Fall ein Klima schafft, in dem jede/r Vielfalt leben kann. Teilhabe und Partizipation – wie sie in Erasmus+ Projekten gelebt werden – seien wichtige Faktoren, um benachteiligte Gruppen in die Gesellschaft zu integrieren. „Mitbestimmung führt letztendlich auch zur Eigenverantwortung. Man muss die Ängste der Leute abbauen, ihnen Sicherheit und Zugehörigkeit geben, ohne ihnen etwas „aufs Auge zu drücken“, so Steindl.

Der Däne Søren Kristensen (Techne) forderte in seiner anschließenden Keynote dazu auf, Auslandsaufenthalte im Bedarfsfall für einzelne Teilnehmer/innen maßzuschneidern und Hürden weitgehend abzubauen. So konnten manche Personen erst am Programm teilnehmen, als man ihnen die Möglichkeit gab, mehrere kürzere Auslandsaufenthalte zu absolvieren. Kristensen schränkte ein: „Es bleibt eine Gratwanderung. Denn jede Hürde bedeutet auch eine Lernerfahrung.“

Am Abend widmeten sich die Teilnehmer/innen in sieben Foren den Themen besondere Bedürfnisse, soziale Benachteiligung/Dimension, Generation 50+, Drop-out, Vorurteile und Diskriminierung und Flüchtlinge und Migrant/innen. Über Erasmus+ und sein Vorgängerprogramm werden bereits zahlreiche Projekte durchgeführt, die hier ansetzen. „Tandem Now“ der VHS Tirol und des Vereins Multikulturell ist beispielsweise ein solches Projekt. Jugendliche mit Migrationshintergrund und/oder aus ethnischen Minderheiten wählen tendenziell die in ihrer kulturellen Gemeinschaft üblichen Ausbildungen bzw. Berufe. Mit „Tandem Now“ wurden Mentor/innen ausgebildet und den Jugendlichen an die Seite gestellt, was tastsächlich zur breiteren Berufswahl geführt hat.

Die Universität Wien führte ein Intensivprogramm durch, in dem Studierende aller Glaubensrichtungen Antworten fanden auf Fragen wie „Welche Herausforderungen ergeben sich aus dem Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen?“ oder „Wie konzipiert man eine islamische Bildung, die auch zur Bildung der europäischen Identität beitragen soll?“. Die Ergebnisse sollen Religionslehrer/innen, Pädagog/innen und Erzieher/innen als Orientierung dienen.

Diese beiden wie auch weitere 33 Projekte zeigten exemplarisch die Bandbreite an Möglichkeiten, die Erasmus+ bietet. Ernst Gesslbauer, Leiter der österreichischen Nationalagentur Erasmus+ Bildung im OeAD, sieht das Erasmus+ Forum als Motor, um die Teilnahmemöglichkeiten für benachteiligte Personen am Programm zu verbessern: „Durch diese länderübergreifende Zusammenarbeit lernen wir voneinander und ziehen gemeinsam an einem Strang, wenn es um die Umsetzung dieser wichtigen Themen geht.“

Nachlese & Fotos (in Kürze unter):
www.bildung.erasmusplus.at/erasmusplusforum
Zum Aufruf der Europäischen Kommission:
www.bildung.erasmusplus.at/aufruf_integration

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